Biathlet Lesser jubelt über WM-Gold

Verfolgung

Biathlet Lesser jubelt über WM-Gold

Was für ein Teufelskerl! Erik Lesser hat bei der Biathlon-WM in Kontiolahti für die erste deutsche Medaille gesorgt. Im Verfolgungsrennen schnappte sich der Thüringer Gold.

Den Grundstein für seinen Erfolg beim WM-Verfolgungsrennen am Sonntag (08. März 2015) legte Lesser mit überragenden Schießeinlagen. Absolut ruhig und flüssig räumte der Thüringer eine Scheibe nach der anderen ab – ganz im Gegensatz zur Konkurrenz. Die konnte im Liegendanschlag noch mithalten, nach den Stehendeinlagen gingen aber bei den anderen Nationen die Lichter aus. Im gesamten Feld der 60 Starter blieb Lesser als Einziger fehlerfrei. Unter ausgelassenem Jubel von Trainern, Betreuern und Fans konnte der 26-Jährige seelenruhig und ungefährdet sein Rennen beenden.

Lesser: "Habe von Beginn an gewusst, dass es etwas werden kann"

Biathlet Erik Lesser küsst seine Ski

Lob gab's unter anderem für die "Latten".

"Ich weiß, dass ich am Schießstand gut arbeiten kann", erklärte ein freudestrahlender Lesser nach dem Triumph im ZDF-Interview. "Heute hat es gepasst. Ich hatte echt gute Latten unter den Füßen und habe von Beginn an gewusst, dass es etwas werden kann. Das Glück kam auch noch dazu. Einfach genial", jubelte Lesser, der mit seinem Sieg in die Fußstapfen von Ricco Groß tritt. Der gewann das letzte Verfolgungs-Gold für Deutschland im Jahr 2004. Nach Silber im Einzel bei den Olympischen Spielen in Sotschi ist der Sieg für Lesser sein bisher größter Einzelerfolg.

Peiffer läuft von 30 auf 14 vor

Arnd Peiffer leistete ordentlich Sanierungsarbeit. Er lief vom 30. Platz nach dem Sprint auf Rang 14 vor - dank der neuntbesten Laufzeit. Am Schießstand lief es dagegen wieder nicht reibungslos: Drei Scheiben wollten einfach nicht fallen. Einen schwarzen Tag am Schießstand erwischte Benedikt Doll: Er leistete sich glatt sieben Fehlschüsse und kam am Ende als 28. ins Ziel. Gar nicht erst am Start war Simon Schempp. Der deutsche Überflieger hatte nach Platz 77 im Sprint den Verfolgungswettbewerb verpasst.

Ein Bö-Bruder glänzt, einer scheitert am Schießstand

Silber ging an den Russen Anton Schipulin, Bronze schnappte sich wie bereits im Sprint Tarjei Bö aus Norwegen. Sein jüngerer Bruder Johannes Thingnes, als Erster in die Loipe gestartet, musste diesmal am Schießstand ordentlich Federn lassen. Acht Patzer katapultierten ihn auf Rang 31 des Klassements.

Der Gold-Lauf in Bildern

Von Dirk Hofmeister/sportschau

Überraschung in der Biathlon-Verfolgung von Kontiolahti. Erik Lesser lief zu einem letztlich ungefährdeten Sieg. Die Bilder vom Jubellauf des Thüringers.

Biathlon-Verfolgung in Kontiolahti

Startschuss

Los geht's. Auf in die 12,5 Kilometer-Verfolgung. Erik Lesser hat mit der Startnummer fünf die Verfolgung von Sprintsieger Johannes Thingnes Bö aufgenommen.

Startschuss

Los geht's. Auf in die 12,5 Kilometer-Verfolgung. Erik Lesser hat mit der Startnummer fünf die Verfolgung von Sprintsieger Johannes Thingnes Bö aufgenommen.

Fans fiebern mit

Vor rund 15.000 Fans in Kontiolahti, die ein stimmungsvolles und unerwartet deutliches Rennen sehen sollten.

Spitzengruppe geentert

Lesser reihte sich von Beginn an in der Spitzengruppe ein, Bö war schnell eingeholt, von hinten kam Weltcupspitzenreiter Martin Fourcade.

Sprint-Sieger strauchelt

Anders als Lesser erwischte Sprint-Sieger Johannes Thingnes Bö keinen guten Tag. Gleich beim ersten Schießen fiel er mit zwei Fehlern und zwei Strafrunden zurück. Am Ende musste er acht Extrarunden drehen und wurde nur 31.

Zeit zum Schmunzeln

Angetrieben von Trainer Andi Stitzl machte Lesser an der Spitze Tempo.

Cool am Schießstand, Teil 1

Zudem bewies der Thüringer am Schießstand starke Nerven.

Jagdszenen

So schrumpfte die Verfolgergruppe.

Fourcade fliegt hinterher

Und für Martin Fourcade waren drei Fehler letztlich zu viel. Er flog allein und abgeschlagen hinter der Spitzengruppe um Lesser hinterher.

Cool am Schießstand, Teil 2

Die beiden Stehendanschläge absolvierte Lesser allein am Schießstand ...

Schießstärke

... und blieb fehlerfrei.

Ausschießen der Verfolger

Die Lesser-Verfolger Anton Schipulin, Tarjei Bö, Wladimir Iljew und Simon Fourcade (v.l.n.r.) beim letzten Schießen - nur Schipulin und Bö kamen fehlerfrei durch und machten Silber und Bronze untereinander aus.

Gruß an den Lieblings-Fußballverein

So lief der Olympia-Zweite im Einzel einem ungefährdeten Sieg entgegen. Auf der Ziellinie konnte der Fan von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue auch noch seinen Lieblingsklub mit dem Gruß der gekreuzten Hämmer grüßen.

Sieger-Jubel

Große Freude im Ziel ...

Kuss für die perfekten Ski

... großer Dank an die Wachser ...

Ein Schlückchen Bier

... und das Siegerbier- natürlich alkoholfrei.

Glückwünsche aus Belgien

Unter den vielen Gratulanten im Ziel war auch Michael Rösch, früherer Teamkollege und jetzt Belgier. Rösch selbst wurde mit zwei Fehlern aus dem letzten Anschlag 23.

Peiffer mit drei Strafrunden

Zweitbester Deutscher wurde Arnd Peiffer, der mit drei Fehlern auf Rang 14 kam.

Doll patzt beim letzten Schießen

Ein gutes Rennen lief auch Youngster Benedikt Doll - bis zum letzten Schießen. Dann leistete er sich drei "Fahrkarten" und kam mit sieben Strafrunden letztlich nur als 28. ins Ziel.

Der Knoten ist geplatzt

Geschlagen geben mussten sich der Russe Anton Schipulin (li.) und der Sprint-Dritte Tarjei Bö (re.).

Strahlender Erster

So schön lächelt ein Sieger.

Strahlender Trainer

Am Abend auf der Medals Plaza feierte auch Trainer Andi Stitzl mit.

Siegerfaust

Vom Gewinner dank der Gold-Medaille die Gewinnnerfaust.

Bronze-Selfie

Der Drittplatzierte Tarjei Bö sicherte den Moment mit einem Selfie.

Hasenohren vom Bruder

Der Bö-Bruder Johannes Thingnes (li.), der am Sonntag sein Sprint-Gold bekam, spendierte seinem Bruder zum Abschluss noch ein paar Hasenohren.

jha | Stand: 08.03.2015, 14:55

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