So funktioniert Ski Alpin im Para-Sport

Anna Schaffelhuber

Paralympics

So funktioniert Ski Alpin im Para-Sport

Es ist ein Jubiläum. Zum zwanzigsten Mal werden bei Paralympics die besten Para-Skifahrerinnen und -fahrer gesucht. Bei der Premiere 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurde eine Kombination aus Abfahrt und Slalom bewertet. Nun kämpfen die Teilnehmer in fünf Disziplinen um Medaillen. Dabei kommen sie laut Bundestrainer Justus Wolf auf eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde.

Bei den Paralympics gibt es für Frauen und Männer Wettkämpfe in fünf Disziplinen: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Super-Kombi. Bei der Super-Kombination setzt sich die Wertung aus Super-G- und Slalom-Läufen zusammen. Nur wer vielseitig ist, schafft es hier unter die Besten.

Jede Disziplin hat ihre Besonderheiten. Der Slalom-Kurs erfordert kurze, abrupte Wendungen während beim Riesenslalom der Kurven-Radius größer ist. Slalom und Riesenslalom werden als technische Disziplinen bezeichnet, Abfahrt und Super-G als Speed-Disziplinen.

Anna-Lena Forster beim Slalom der Paralympics 2014 in Sotschi.

Anna-Lena Forster beim Slalom der Paralympics 2014 in Sotschi.

Es gilt das Reglement des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Dieses ist angelehnt an das FIS-Regelewrk und klärt zum Beispiel, wer in welcher Klassifizierung startet. Die FIS macht Vorgaben zur Kurzsetzung, wobei unter anderem die Anzahl der Tore und deren Abstände festgelegt werden.

Fünf Disziplinen, drei Klassifizierungen

Um "Medaillensegen" früherer Jahre einzugrenzen, wurden die Athleten mit verschiedenen Behinderungen nach ihrer Klassifizierung zu drei Kategorien zusammengefasst: blind, stehend und sitzend. Damit gibt es pro Disziplin sechs Sieger - beispielsweise Frauen und Männer in der Disziplin Abfahrt in den Kategorien stehend, sitzend und blind.

  • Stehende werden in acht Klassen eingeteilt und fahren entweder auf zwei oder einem Ski. Dabei haben sie einen, zwei oder keine Skistöcke.
  • Sitzende fahren auf einem Ski. Das ist eine gefederte Sitzschale mit zwei kurzen Skikrücken. Hier gibt es vier Klassen.
  • Sehbehinderte werden in die Klassen B1 (komplett blind), B2 (schwerst sehbehindert) und B3 (sehbehindert) unterteilt. Sie fahren in allen Klassen hinter ihrem Guide, der mit Kommandos den Weg weist. Erst nach dem letzten Tor vorm Ziel darf der Athlet seinen Guide überholen.
Noemi Ristau mit ihrem Guide Lucien Gerkau (Archiv).

Noemi Ristau (hinten) mit ihrem Guide Lucien Gerkau (Archiv).

Die Vergleichbarkeit der Leistung trotz der differenzierten Behinderungsarten in den Kategorien blind, stehend und sitzend wird durch ein Handicap-System herbeigeführt. Die Zeit wird mit einem Faktor multipliziert. Je schwerer die Behinderung, desto langsamer verrinnt die Zeit auf der Uhr. Das ist die "calculated time".

Wer es nach Pyeongchang schaffen will, muss die Zulassungskriterien des IPC und des nationalen Verbandes erfüllen. 2014 qualifizierten sich sechs deutsche Starter für die Paralympics.

mkö | Stand: 13.12.2017, 18:01

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