So funktioniert Schlitten-Eishockey

Schlitten-Eishockey: Das Finale zwischen den USA (Brody Roybal mit Nr. 4) und Russland (Vladimir Kamantcev mit Nr. 20) endet 2014 mit 1:0.

Paralympics

So funktioniert Schlitten-Eishockey

Mit dem Puck Schlitten fahren – das ist die Königsklasse der Winter-Paralympics. Kampfbetont, rasant und spektakulär präsentieren die Spieler ihren Sport auf dem Eis!

Puck fliegt mit bis zu 100 km/h

Schlitten-Eishockey, auf Englisch Ice Sledge Hockey, ist seit 1994 in Lillehammer im Programm der Paralympischen Winterspiele. Dabei gibt es nur eine Startklasse. Herren und Damen können eine Mannschaft bilden. Allerdings bestehen die meisten Teams ausschließlich aus Herren. Mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde schießen sie den Puck auf das gegnerische Tor.

Zu den Teams gehören Menschen mit einer Behinderung in den Beinen oder mit Bein-Amputationen. Der Sport muss im Spezialschlitten ohne Beinbenutzung betrieben werden. Die Sportler müssen im täglichen Leben dagegen nicht zwingend auf Rollstühle angewiesen sein.

Bodychecks sind erlaubt

Das Spielfeld, die Anzahl der Spieler, die Größe der Tore - praktisch alles ist gleich. Die Vorgaben der International Ice Hockey Federation werden kaum modifiziert. Das bedeutet wie auch in der NHL oder der DEL: Bodychecks sind erlaubt. Nur in Pyeongchang heißt das eben "mit Schlitten über‘n Haufen fahren". Eine wichtige Änderung gibt es aber: Die fünf Spieler und der Goali spielen drei Drittel von jeweils 15 Minuten Länge. Bei den Olympischen Spielen und in den Profi-Ligen sind es hingegen dreimal 20 Minuten. Notfalls gibt es eine Verlängerung (im Sudden-Death-Modus) und Penalty-Schießen, um einen Sieger zu ermitteln.

Und wie bewegen sich die Die Kufen-Cracks? Auf kleinen individuell angepassten Schlitten aus Aluminium mit einem Spezialsitz aus Plastik. Darunter ist eine doppelte Kufe angebracht, mit zwei Gurten sind die Sportler festgeschnallt. Wichtig dabei: "Das Gefühl im Hintern."

Bei den Paralympics 2014 gewinnt Kanada (Dominic Larocque, links) das Gruppenspiel gegen Norwegen (Morten Vaernes, rechts) mit 4:0.

Zwei kurze Schläger pro Spieler ermöglichen mehr Kreativität im Spiel. Das eine Ende nutzen sie zum Passen und Schießen. Das andere Ende dient zur Fortbewegung und Beschleunigung. Bis zu 20 Kilometer pro Stunde bringen die Kufen-Flitzer aufs Eis. Um schnell Tempo aufzunehmen, befinden sich am Schläger-Ende Zacken aus gehärtetem Spezialdraht. Damit können sich die Athleten besser abdrücken.

Zahlen und Fakten

  • Ein Kader besteht maximal aus 15 Spielern, darunter zwei Torhüter.
  • Die Eisfläche ist 60 Meter lang, 30 Meter breit, die Ecken sind abgerundet.
  • Das Tor ist 183 cm breit und 122 cm hoch.
  • Der Puck wiegt zwischen 156 und 170 Gramm und hat einen Durchmesser von 7,62 cm.

Die deutsche Nationalmannschaft verfolgt die Wettbewerbe übrigens von zu Hause. Im Oktober konnte sich das Team nicht gegen Schweden durchsetzen. Die Enttäuschung bei den Schützlingen von Bundestrainer Andreas Pokorny war groß.

mkö | Stand: 12.12.2017, 18:03

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