Wichtiges über die Paralympics

Bei den Paralympics 2014 gewinnt Kanada (Dominic Larocque, links) das Gruppenspiel gegen Norwegen (Morten Vaernes, rechts) mit 4:0.

Das sollten Sie wissen

Wichtiges über die Paralympics

In Pyeongchang finden die nunmehr zwölften Winter-Paralympics statt. Doch wie sind die Wettkämpfe überhaupt entstanden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was sind die Paralympics?

Die Paralympics sind Sportgroßereignisse mit internationalen Teilnehmern. Aufgeteilt sind sie in Paralympische Winterspiele, wie dieses Jahr in Pyeongchang, und Paralympische Winterspiele, die als nächstes in Tokio stattfinden. Die Paralympics orientieren sich an der Idee der Olympischen Spiele. Organisiert werden die Wettbewerbe vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC). Dieses wurde 1989 in Düsseldorf gegründet und sitzt in Bonn.

Wofür steht der Begriff "Paralympics"?

Die Bezeichnung "Paralympics" war zu Beginn eine Zusammensetzung der Begriffe "Paraplegic" (engl.: gelähmt) und "Olympics". Um auch Menschen gerecht zu werden, die andere Behinderungen aufweisen, wurde das Wort neu definiert. Nun wird "Paralympics" auf die Wörter "Para" (neben) und "Olympics" zurückgeführt. Damit soll die Nähe zur olympischen Bewegung und das Nebeneinander der Spiele ausgedrückt werden.

100-m-Rennen 1988 in Seoul

Erstmals war im Oktober 1988 bei den Sommer-Spielen in Koreas Hauptstadt Seoul von Paralympics die Rede. Vorher gängig: "Olympische Spiele der Behinderten", "Weltspiele der Gelähmten" und "Weltspiele der Behinderten."

Wann und wo haben sich Menschen mit Behinderungen sportlich gemessen?

Die Geschichte der Paralympics begann vor 70 Jahren: 1948 gab es die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer, die sogenannten Stoke Mandeville Games. Sie fanden in England statt. 1960 folgten dann die ersten Sommer-Paralympics in Rom, 1976 die ersten Winter-Paralympics in Örnsköldsvik (Schweden).

Welche Wettbewerbe gibt es 2018?

Bei den Winterspiele in Pyeongchang werden 80 Goldmedaillen vergeben. Dabei messen sich die Teilnehmer in sechs Sportarten:

Rollstuhl-Curling

Rollstuhlfahrer messen sich im Curling (Archiv).

Wer darf mitmachen?

An paralympischen Wettbewerben dürfen nur Athleten teilnehmen, die mindestens eine der folgenden Beeinträchtigungen dauerhaft aufweisen:

  • Beeinträchtigung der Muskelkraft
  • Beeinträchtigung der Sehfähigkeit
  • Beeinträchtigung der passiven Beweglichkeit
  • Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen
  • Unterschiedliche Beinlängen
  • Kleinwuchs
  • Muskelhypertonie (Spastik/Krampf) und Rigor/Steifheit)
  • Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination)
  • Athetose (unwillkürliche, langsame Bewegungen der Arme oder Beine)
Marco Maier

Para-Langläufer und -Biathlet durfte ein Jahr lang nicht an IPC-Wettkämpfen teilnehmen (Archiv).

Auch Beeinträchtigungen wie Cerebralparese (Gehirnstörung) und Querschnittslähmung sind über die genannten Kategorien abgedeckt. Manche der paralympischen Sportarten sind für alle Behinderungskategorien offen, andere nur für ausgewählte. Dabei müssen einige Sportler, die wie Marco Maier vergleichsweise geringfügig betroffen sind, teilweise darum kämpfen, zugelassen zu werden. Nicht teilnehmen dürfen Gehörlose und Organtransplantierte, da diese Gruppen eigene Weltspiele austragen.

Wie werden möglichst faire Leistungsvergleiche ermöglicht?

Die Sportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die international anerkannt sind. Im Ski alpin, Langlauf und Biathlon werden die Sportler zum Beispiel in folgende Gruppen aufgeteilt ("Klassifizierung"):

  • stehend (LW 1-9)
  • sitzend (LW 10-12)
  • visuell beeinträchtig (B1, B2 und B3)
Noemi Ristau

Skifahrerin Noemi Ristau hat eine Sehkraft von zwei Prozent. Sie muss schneller fahren als komplett blinde Starterinnen (Archiv).

In den einzelnen Startklassen werden den Sportlern je nach Umfang der körperlichen Beeinträchtigung Zeit gutgeschrieben. Somit wird eine Vergleichbarkeit von Leistungen sichergestellt. Das ist die Grundlage für faire Wettkämpfe, da sich ähnliche Behinderungen auf die funktionellen Fähigkeiten und Voraussetzungen der Sportler hinsichtlich einer Sportart unterschiedlich auswirken. Klassifizierungen und die Einordnung in Startklassen machen Leistungen im Sinne der Chancengleichheit untereinander vergleichbar. Einzig die individuellen Fähigkeiten, Kraft, Fitness, Ausdauer, taktisches und strategisches Geschick sowie mentale Stärke entscheiden über den Erfolg.

mkö | Stand: 25.01.2018, 15:45

Darstellung: