Skiathletin Anna-Maria Rieder – eine Kämpferin

Anna-Maria Rieder

Para-Ski-Alpin

Skiathletin Anna-Maria Rieder – eine Kämpferin

Para-Skiathletin Anna-Maria Rieder steht in Pyeongchang vor ihren ersten Paralympics. Die Jüngste des deutschen alpinen Para-Skiteams kämpft sich immer häufiger auf die vorderen Plätze.

Seit 2016 wird sie von der deutschen Sporthilfe gefördert. Zuletzt war ihre Leistung beachtlich. Im Januar 2017 schaffte sie es beim Weltcup der Damen in Kranjska Gora (Slowenien) zum ersten Mal auf das Podest. Bei der WM in Tarvisio (Italien) gewinnt sie im Slalom Bronze. Ein knappes Jahr später, kurz vor Weihnachten, machte sie sich selbst das schönste Geschenk. Mit Platz zwei im Slalom von Kühtai (Österreich) knackte sie am 21.12.2017 tatsächlich die Olympianorm. Der Schnee ist offensichtlich ihr Lieblingselement.

Anna-Maria Rieder ist kein Stubenhocker

Die Oberammergauerin sagte einmal: "Schon seit ich laufen kann, will ich mich bewegen und draußen sein. Als ich dann circa vier Jahre alt war, wollte ich mit zum Skitraining." Kein Wunder, bei einer Mutter, die Skilehrerin ist, und einem Vater, der als Trainingswissenschaftler arbeitet. Inzwischen zeigt Rieder, dass Andrea Rothfuss nicht die einzige Deutsche ist, die der viermaligen Paralympics-Siegerin Marie Bochet an einem extrem guten Tag gefährlich werden könnte.

Sie fährt schon früh erste Rennen: Anna-Maria Rieder (Archiv).

Sie fährt schon früh erste Rennen: Anna-Maria Rieder (Archiv).

Eltern und Ärzte kämpfen um 722 Gramm leichtes Mädchen

Dass ihre linke Seite gelähmt ist (eine sogenannte Hemiparese) fällt bei ihren Läufen auf den ersten Blick kaum auf. Betrachter merken es nur, weil sie keinen Skistock in ihrer linken Hand hält. Als Frühgeburt, schon nach der 25. Schwangerschaftswoche von Mutter Marion, hatten ihr Ärzte eine Behinderung prognostiziert. Doch Mutter Marion und Vater Max benutzen dieses Wort nicht, reden von einer "schwachen Seite". Dreieinhalb Monate zu früh auf der Welt verbrachte Anna-Maria Rieder sechs Wochen auf der Intensivstation, ein Kampf ums Überleben. Anfangs war das Mädchen 722 Gramm leicht. Drei Stück Butter wiegen mehr.

Zu Hause half der Verein FIT (Frühgeborenen-Initiativen-Treff), die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Nun ist Rieder ein talentierter Teenager. Sie weiß, was sie schon erreicht hat: "Es macht mich sehr stolz, mit der paralympischen Nationalmannschaft zu trainieren. Es gibt nichts Besseres, als bei perfektem Schnee und Wetter Rennen zu fahren oder zu trainieren."

Thema in: Das Erste, Sportschau, 28.12.2017, 14.30 Uhr

mkö | Stand: 21.12.2017, 19:16

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