Nico Messinger - Athlet mit Zukunft

Para-Biathlet Nico Messinger beim Schießen

Paralympics

Nico Messinger - Athlet mit Zukunft

Nico Messinger nimmt in Pyeongchang erstmals an den Paralympischen Spielen teil. Sein Leistungszenit steht aber erst noch bevor.

Nico Messinger ist der jüngste deutsche Athlet, der im Ski Nordisch (Biathlon und Langlauf) bei den Paralympics für Deutschland an den Start geht. Der 23-jährige Freiburger hat seit seiner Geburt einen Sehrest von unter fünf Prozent. Erste Berührungen mit seinem heutigen Sport hatte er bereits in der Grundschule im Rahmen eines Ski-Langlauf-Projekts und daran Gefallen gefunden.

Beste Trainingsbedingungen in seiner Heimat

Hinzu kommt, dass er in seiner Heimat in der Schwarzwaldregion optimale Bedingungen für Langlauf und Biathlon hat. Seit 2010 trainierte er im örtlichen Stützpunkt unter anderem mit Willi Brehm, Goldmedaillengewinner in Vancouver. "Die Trainingsmöglichkeiten im Schwarzwald sind wirklich ideal", freut sich Messinger, der dort gemeinsam mit seinen Teamkollegen Vivian Hösch und Martin Fleig trainiert.

Nico Messinger (li.) mit Guide Lutz Klausmann

Nico Messinger gemeinsam mit seinem Begleitläufer Lutz Klausman, der vor ihm läuft.

"Nico ist ein sehr athletischer Typ", schätzt Bundestrainer Ralf Rombach Messinger ein. "Er hat in diesem Winter einen großen Sprung gemacht, weil er seine Ausbildung hinter sich gebracht hat und sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren konnte." Luft nach oben hat er noch in der Ausdauer und in der Belastungsfähigkeit: "Das ist aber nichts Ungewöhnliches, weil man im Ausdauersport meist erst mit Mitte bzw. Ende 20 am Zenit ist", gibt sich Messinger gelassen. Ähnlich schätzt auch sein Trainer die Lage ein: "Er braucht noch ein paar Jahre wie dieses, dann kann da noch was nach oben gehen", so Rombach.

"Paralympics für jeden Sportler das Größte"

In diesem Jahr stehen natürlich die Paralympischen Spiele in Pyeongchang im Vordergrund, der Saisonhöhepunkt für alle Athleten. Natürlich auch für Messinger, der gemeinsam mit seinem Begleitläufer Lutz Klausmann starten wird: "Allein die Teilnahme ist für jeden Sportler das Größte, was man erreichen kann. Bei einem Event dabei zu sein, das nur alle vier Jahre stattfindet und auf das die ganze Welt schaut, ist was ganz Besonderes", freut er sich auf die bevorstehenden Wettkämpfe.

Nico Messinger (re.) mit Guide Lutz Klausmann

Beim Schießen ist Messinger auf sich allein gestellt.

Was die Zielstellung angeht, gibt sich Messinger noch etwas zurückhaltend. Das würde auch davon abhängen, ob und wie viele russische Athleten tatsächlich an den Start gehen, die bei den Wettkämpfen der Sehbehinderten in den nordischen Disziplinen sehr stark sind. "Ein Ergebnis unter den Top 6 wäre aber schon klasse", so Messinger, der seine Chancen für Südkorea vor allem in den Sprint-Disziplinen sieht.

jbr | Stand: 09.02.2018, 22:50

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