Para-Ski-Sportler Martin Fleig wartet auf den Tag X in Pyeongchang

Martin Fleig beim Training

Para-Langlauf und Para-Biathlon

Para-Ski-Sportler Martin Fleig wartet auf den Tag X in Pyeongchang

Martin Fleig steht vor spannenden Paralympics. Der Para-Biathlet und -Langläufer sagt sportschau.de: "Ich bin ganz nah dran am Podest. Wenn alles zusammenläuft, kann es für das Podest reichen."

Leistungsschwankungen gibt es nicht. Die Norm für die Wettkämpfe in Pyeongchang hat er schon bei der ersten Weltcup-Station im kanadischen Canmore erfüllt. Für die Spiele im März nimmt er sich vor: "Ich muss nur an mich selbst glauben, und alles umsetzen, was ich drauf habe. Ich muss auf den Tag X warten."

Seine Geduld könnte sich auszahlen. Der querschnittsgelähmte Fleig, der mit einem offenen Rücken (Spina bifida) geboren worden ist, probierte als Neunjähriger erstmals Langlauf aus - bei einem Schnupperlehrgang an der Behindertenschule in Wasser/Emmendingen. Für Fleig ging es regelmäßig in die Loipe und einige Jahre später kamen Biathlon-Einheiten dazu. Anfangs hatte er mit dem Schießen so seine Schwierigkeiten. Nun meistert er die Schüsse oft einwandfrei. Ein Schema F gibt es dafür allerdings nicht: "Ich merke schon, ob ich arg am Limit bin. Demnach passe ich die Zeit bis zum ersten Schuss an - je nachdem, wie belastet ich bin."

Martin Fleig beim Weltcup im kanadischen Canmore.

Martin Fleig beim Weltcup im kanadischen Canmore.

Durchbruch gelingt im Winter 2016/17

Ausführlich beobachtete er Olympia-Stars wie Martin Fourcade. "Auch heute gucke ich noch, wie die Profis das machen", gibt er zu. In Sotschi hatte es für Fleig noch nicht für eine Medaille gereicht. Doch im Winter 2016/17 gelang ihm der Durchbruch. Vor Taras Rad (UKR) und Trygve Steinar Larsen (NOR) wurde er Gesamtsieger im Biathlon-Weltcup. Zudem gewann der Skisportler des Rings der Körperbehinderten Freiburg bei den Weltmeisterschaften 2017 in Finsterau zwei Gold- und zwei Bronze-Medaillen. Danach ging es zurück zur Arbeit. Als Verwaltungsfachangestellter arbeitet er 20 Stunden pro Woche auf einer Führerscheinstelle.

Rund 15 Stunden wöchentlich widmet er sich seinem Training, das sich aus Skilaufen, Krafttraining sowie Stabilisations-, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen zusammensetzt. Für das Techniktraining geht es mit Skiroller auf das Laufband am Olympiastützpunkt. Außerdem übt er im Trockentraining mit seinem Luftgewehr.

Martin Fleig trainiert etwa 15 Stunden pro Woche - egal in welcher Jahreszeit.

Martin Fleig trainiert etwa 15 Stunden pro Woche - egal in welcher Jahreszeit.

Vor den wohl wichtigsten zehn Tagen seiner bisherigen Karriere erklärt Fleig: "Ich versuche, mir keinen Druck zu machen. Es wird aus jeder Richtung etwas erwartet - von den Trainern, Freunden und Medien." Seine Mutter Regine und Vater Bernd werden vor Ort nicht dabei sein. Welcher Glücksbringer ihn begleiten wird, hat er noch nicht entschieden. Über seine Medaillenchancen sagt er: "Ich versuche, das abzurufen, was ich kann. Wenn mir meine Bestleistung gelingen sollte, kann es für eine Medaille reichen. Die Konkurrenz schläft aber freilich auch nicht, deshalb gibt es viele mögliche Medaillengewinner."

Der 28-Jährige stapelt etwas tief. Aber die Medaillen hat er sich schon angeguckt: "Sie sind vom Design sehr schön. Die koreanischen Schriftzeichen um den Rand gefallen mir gut."

Martin Fleig wurde Gesamtsieger im Biathlon-Weltcup 2016/17.

Martin Fleig wurde Gesamtsieger im Biathlon-Weltcup 2016/17.

Neuer Schlitten ist erheblich leichter

Auf dem Weg zu einer möglichen Medaille könnte sein neuer Schlitten der Schlüssel zum Erfolg sein. Er ist um einiges leichter, wiegt statt vorher fünf Kilogramm nur 2,6 Kilogramm. Vor allem der obere Teil ist dünner als vorher, hat nicht mehr so viele Schichten. Fleig schwärmt: "Ich bin voll und ganz zufrieden. Er ist sehr viel einfacher zu kontrollieren." Nun kann er leichter die Spur wechseln und sich nach dem Schießen einfacher aufrichten.

Die Vorfreude steigt schon. 2014 ließ sich Fleig das Logo der Paralympics auf den Hinterkopf rasieren. Auch dieses Jahr hat er etwas geplant: "Ja, ich bin da dran, aber das soll eine Überraschung werden. Das gleiche werde ich nicht machen, das wäre langweilig."

Martin Fleigs neuester und inzwischen vierter Schlitten wurde 2017 gebaut.

Martin Fleigs neuester und inzwischen vierter Schlitten wurde 2017 gebaut.

Bisherige Erfolge von Martin Fleig

Weltmeisterschaften:

  • Gold, Biathlon 12,5 km, Finsterau (2017)
  • Gold, Biathlon 15 km, Finsterau (2017)
  • Bronze, Biathlon, 7,5 km, Finsterau (2017)
  • Bronze, Langlauf, 15 km, Finsterau (2017)
  • Bronze, Biathlon, 12,5 km, Cable (2015)

Gesamtweltcup:

  • 1. Biathlon, 2016/17
  • 2. Biathlon, 2015/16
  • 3. Biathlon, 2014/15
  • 6. Langlauf, 2016/17
  • 9. Langlauf, 2014/15 und 2015/16

Thema in: Das Erste, Sportschau, 28.12.2017, 14.30 Uhr

mkö | Stand: 12.01.2018, 19:03

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