Clara Klug - Pyeongchang vor Augen, Peking im Sinn

Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl bei der WM in Finsterau

Para-Skilanglauf und -Biathlon

Clara Klug - Pyeongchang vor Augen, Peking im Sinn

Die gebürtige Münchnerin Clara Klug steht bereits seit ihrer Kindheit auf Langlauf-Ski. Auch ihr genetisch bedingter Sehverlust, wodurch sie nahezu vollständig erblindet ist, hat sie nicht von ihrer Leidenschaft abgehalten.

Im Jahr 2012 klingelte bei Clara Klug das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Martin Härtl, bayerischer Landestrainer im Para Ski nordisch. Er hatte mitbekommen, dass Klug hochtalentiert ist und fragte sie, ob sie Lust hätte, mit ihm zusammenzuarbeiten. Außerdem eröffnete er ihr auch gleich, wohin die Reise gehen sollte - zu den Paralympischen Spielen 2018 in Pyeongchang. Klug war damals erst 17 Jahre alt und sagte zu. Seitdem arbeiten beide zusammen.

Selbstzweifel plagten ihren Anfang im Leistungssport

Martin Härtl wurde nicht nur ihr Trainer, sondern auch ihr Guide. Und beide entwickelten ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander, was auch zwingend erforderlich ist. Denn schließlich müssen sich beide aufeinander ein- und verlassen. In den Rennen weist Härtl ihr mithilfe kurzer Kommandos den Weg und macht sie auf Besonderheiten der Strecke aufmerksam.

Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl bei der WM in Finsterau

Doch am Anfang ihres gemeinsamen Weges war Härtl nicht nur die treibende Kraft während der Rennen. Er fertigte die Trainingspläne an und motivierte seine Athletin immer wieder, während Klug von Selbstzweifel und Ungeduld geplagt war und immer wieder an den Punkt kam, alles hinschmeißen zu wollen.

Von der Getriebenen zur treibenden Kraft

Das änderte sich mit der Verletzung Härtls im Sommer 2016, der somit für mehrere Monate ausfiel. Das Duo wurde vorrübergehend gesprengt und die Athletin vom PSV München war alleine für die Umsetzung ihrer Trainingspläne verantwortlich. Dabei hatte sie auch viel Zeit zum Nachdenken: "Mir ist bewusst geworden, wie sehr ich das alles will, egal was kommt", sagt sie über diese Zeit. Der Traum von der Teilnahme der Paralympics in Pyeongchang hat sie gepackt.

Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl bei der WM in Finsterau

Seit knapp zwei Jahren zählt Klug sowohl beim Langlauf-, als auch beim Biathlon-Weltcup zu den Athletinnen, die immer ein Wörtchen bei den Podestplätzen mitreden können. Im Februar 2017 gab es dann gleich einen kleinen Medaillenregen für die 23-Jährige: Zwei Mal Silber und einmal Bronze im Biathlon. Auch Bundestrainer Rolf Rombach attestierte ihr eine gute Entwicklung in den letzten Jahren: "Sie hat ihr Grundniveau erhöht und ist noch belastungsfähiger geworden."

Ihr Leistungszenit steht noch bevor

Was bei der Weltmeisterschaft gelang, ist auch für die Paralympics das große Ziel: Eine Medaille soll es für Clara Klug sein, unabhängig davon, ob die russischen Athletinnen unter neutraler Flagge starten dürfen oder nicht. Und selbst, wenn es im März noch nicht zu Edelmetall reichen sollte, wäre das sicher nicht die letzte Chance für eine paralympische Medaille: "Ich habe noch so viel Nachholbedarf, will noch an so vielen Schrauben drehen.", sagte Klug über ihre Perspektive und hat die Spiele 2022 in Peking fest im Blick: "Dann bin ich 27. Das ist eigentlich das beste Alter für eine Biathletin."

Bisherige Erfolge von Clara Klug

Weltmeisterschaften:

  • 4. Platz, 5 km Klassik, Cable, USA, 2015
  • 5. Platz, Mixed Staffel, Cable, USA, 2015
  • 6. Platz, 6 km Biathlon, Cable, USA, 2015
  • 2. Platz, 6 km Biathlon Sprint, Finsterau, GER, 2017
  • 2. Platz, 12,5 km Biathlon Langstrecke, Finsterau, GER, 2017
  • 3. Platz, 10 km Biathlon Mittelstrecke, Finsterau, GER, 2017

Weltcup:

  • 1. Platz, 6 km Biathlon Sprint, PyeongChang, KOR, 2016/17
  • 5. Platz, Biathlon Gesamtweltcup, 2015/16
  • 2. Platz, Biathlon Gesamtweltcup, 2016/17

jbr | Stand: 15.12.2017, 09:30

Darstellung: