Mikaela Shiffrin - wer sonst?!

Mikaela Shiffrin

Dominanz im Slalom

Mikaela Shiffrin - wer sonst?!

Von Wolfram Porr

In keiner Alpin-Disziplin ist die Dominanz einer Läuferin so groß wie beim Slalom der Damen. Mikaela Shiffrin beherrscht die Szene. Läuft alles normal, kann es nur eine Olympiasiegerin geben.

Wenn die Quoten der großen Wettanbieter Aussagekraft haben, dann kann es bei dem auf Freitag (16.02.18, 2.00/5.45 Uhr MEZ) verlegten Slalom der Frauen nur eine Siegerin geben: Mikaela Shiffrin. Für 10 Euro Einsatz gibt es im Falle des Sieges der Riesenslalom-Olympiasiegerin beim Marktführer gerade einmal 13 Euro zurück. Selbst für einen Triumph von Marcel Hirscher schütten die Buchmacher mehr Geld aus. Verwunderlich ist das nicht, denn die 22-Jährige aus Vail beherrscht den Slalom-Weltcup nicht erst seit diesem Winter souverän.

Rekordjagd und unglaubliche Dominanz

Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin

Zwei Überfliegerinnen unter sich: Mikaela Shiffrin (r.) mit Lindsey Vonn

Wenn alles normal läuft, dann fährt Shiffrin - das lässt sich ohne Übertreibung sagen - in ihrer eigenen Liga. Mit ihren 22 Lenzen hat sie einen Rekord nach dem anderen pulverisiert. Lediglich die legendäre Annemarie Moser-Pröll hatte in diesem Alter schon mehr Weltcupsiege auf dem Buckel.

Und so groß wie in diesem Winter war ihre Dominanz noch nie: Die Gesamtweltcupwertung führt sie mit 1.513 Punkten mit riesengroßem Abstand an, was auch daran liegt, dass Shiffrin neuerdings auch in den Speeddisziplinen eine Sieganwärterin ist.

Im Slalom alle Titel abgeräumt

Im Slalom freilich hat Shiffrin in den letzten Jahren alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab: Dreimal in Folge - 2013 in Schladming, 2015 in Vail und 2017 in St. Moritz - holte sie den WM-Titel, 2014 in Sotschi wurde sie Olympiasiegerin. Im Weltcup ist sie regelmäßig deutlich vor allen anderen im Ziel, wenn sie nicht wie zuletzt in Lenzerheide ausfällt. In Killington und in Kranjska Gora betrug ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte jeweils 1,64 Sekunden, in Zagreb 1,59 Sekunden. Das sind Welten im Slalom! Wenn sie ins Ziel kam, wurde sie in dieser Saison bisher nur einmal von der Petra Vlhová geschlagen.

Schlagen kann sich die jüngste Slalom-Olympiasiegerin aller Zeiten also nur selbst. Nach Gold im Riesenslalom dürfte ihr Selbstvertrauen noch einmal gewachsen sein. Mit Vlhová, der Schwedin Frida Hansdotter und der Schweizerin Wendy Holdener ist ein Trio in Lauerstellung, das aber wohl auf einen Fehler der US-Amerikanerin hoffen muss. Dass Shiffrin zuletzt einige Weltcups auslassen konnte, um sich akribisch auf Pyeongchgang vorzubereiten, ist indes ein weiteres Plus, das sich so keine andere Athletin leistete.

Deutsches Trio ohne Medaillenchancen

Der besagte Wettanbieter zahlt bei einem Olympiasieg von Vlhová 80 für 10, bei den anderen beiden 90 für 10. Von den DSV-Fahrerinnen ist lediglich Christina Geiger (Oberstdorf) mit einer Quote von 1.510 für 10 aufgeführt. Sie dürfte aber wie auch Lena Dürr (Germering) und Marina Wallner (Inzell) unter normalen Umständen mit der Medaillenvergabe nichts zu tun haben.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

Stand: 15.02.2018, 09:25

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