Ski alpin: Regeln und Wissenswertes

Thomas Dreßen im Abfahrtstraining bei der WM in St. Moritz

Fern der Alpen erfunden

Ski alpin: Regeln und Wissenswertes

  • Ski alpin von Norwegen über die Schweiz in die ganze Welt
  • Bei der Olympia-Premiere waren Skispringer noch alpin unterwegs
  • Unterschied zwischen Speed- und Technik-Disziplinen

Seit Jahren sind die Fahrer und Fahrerinnen aus Österreich, der Schweiz und Italien an der Spitze des internationalen alpinen Ski-Zirkusses. Schon der Name verpflichtet die Alpenländer zum Erfolg in dieser Sportart. Seine Wurzeln hat der alpine Rennsport aber in Norwegen. Das erste Abfahrtsrennen fand bereits 1870 im norwegischen Telemark statt und hat sich von dort aus über den ganzen Erdball verbreitet. 

Geschichte

Wegbereiter dieser Entwicklung waren der Engländer Sir Arnold Lunn und der Österreicher Hannes Schneider. Schneider veranstaltete 1922 im schweizerischen Mürren das erste Slalomrennen im heutigen Stil. Zusammen mit Lunn schuf er auch das Arlberg-Kandahar-Rennen, das bis heute im österreichischen St. Anton am Arlberg ausgetragen wird. Dies war der erste Wettkampf, der Abfahrt und Slalom sowie eine Kombinationswertung für Damen und Herren umfasste.

Olympiapremiere 1936

Auf der olympischen Bühne tauchte der alpine Rennsport 1936 in Garmisch-Partenkirchen auf. Gefahren wurden Abfahrt und Slalom, Medaillen gab es aber nur für die Kombinations-Wertung, dafür aber sowohl für Männer als auch für Frauen. Der norwegische Skisprung-Olympiasieger Birger Ruud gewann die Abfahrt, wurde aber in der Kombination nur Vierter. Deutschland feierte dagegen Doppelsiege: Franz Pfnür triumphierte vor Gustav Lantschner, Christl Cranz vor Käthe Grasegger.

Die Disziplinen

Im alpinen Skisport unterscheidet man zwei Gruppen von Disziplinen. Das sind zum einen die Speed- und zum anderen die Technik-Disziplinen. Wie es der Name schon sagt, zeichnen sich die Speed-Rennen durch eine hohe Geschwindigkeit aus. Dabei ist die Abfahrt die Königsdisziplin, bei ihr werden hohe Kraft und Ausdaueranforderungen an den Skifahrer gestellt. Die berühmtesten Abfahrtsveranstaltungen sind das Hahnenkammrennen in Kitzbühel und das Lauberhornrennen in Wengen, wo die Sportler oft mehr als 140 km/h erreichen. Ebenfalls in den Speed-Bereich gehört der Super-G. Hier werden nicht ganz so hohe Geschwindigkeiten erreicht, aber dafür sind die technischen Anforderungen höher. Laut FIS-Reglement müssen 30 bis 35 Tore gesetzt werden, deren Abstand 25 Meter beträgt. Der Super-G ist erst seit 1988 olympisch. Rein sprachlich müsste er zum Technikbereich gehören, denn Super-G steht für Super Giant Slalom (Super-Riesenslalom).

Im Technikbereich gibt es den Riesen-Slalom und den klassischen Slalom. Die Königsdisziplin im Technikbereich ist der Slalom, hier werden die Tore so eng und variantenreich gesteckt, dass ein rhythmisches Fahren fast nicht mehr möglich ist. Die Athleten kommen dadurch mit einer äußerst geringen Geschwindigkeit über die Ziellinie. Im Unterschied dazu, sind die Torkombinationen im Riesenslalom "flüssiger", hier haben die Sportler die Möglichkeit deutlich mehr Fahrt aufzunehmen. Slalom und Riesenslalom werden in zwei Läufen ausgetragen. Bei Super-G und Abfahrt findet nur ein Durchgang statt.

Der vielseitigste Fahrer wird in der Kombination gesucht, hier werden ein Slalom und ein Abfahrtslauf gewertet. In Pyeongchang wird es zudem eine Premiere geben. Erstmals finden Mannschaftswettkämpfe für Männer und Frauen bei Olympischen Winterspielen statt.

Thema in: Wintersport im Ersten, ab 09.02.2018

red | Stand: 29.01.2018, 15:34

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