Felix Loch auf Rekordjagd

Felix Loch

Rodeln - Einsitzer Männer

Felix Loch auf Rekordjagd

Olympiasieger, Weltcup-Gesamtsieger - im Rodel-Einsitzer geht Felix Loch am Samstag und Sonntag als Favorit an den Start. Aber Vorsicht: Die Konkurrenz ist stark.

Beim Einlauf der Athleten ins Olympiastadion war einer der größten deutschen Medaillenkandidaten nicht dabei: Felix Loch saß gemütlich im deutschen Haus, als die Spiele in Pyeongchang feierlich im Olympiastadion eröffnet wurden. Er schaute sich die Zeremonie im TV an. Der Olympiasieger von Sotschi im Rodel-Einsitzer wollte damit allerdings keinesfalls irgendwen brüskieren - der Termin passte schlicht und einfach nicht in seinen Programmablauf. "Das wird mir zu lang", sagte Loch, der schon vollkommen im Modus der Wettkampf-Vorbereitung steckte.

Samstag geht's los

Schon am Samstag um kurz nach 11 Uhr (deutsche Zeit) geht's für Loch und seine Teamkollegen Johannes Ludwig und Andi Langenhan im Eiskanal zur Sache: Dann stehen die beiden ersten Läufe an. Tags drauf folgt mit Lauf drei und vier die Entscheidung. Wenn aus deutscher Sicht alles gut geht, wird danach mindestens einer der drei mit einer Medaille geschmückt. Felix Loch ist dafür der erste Kandidat. Schließlich gewann er nicht nur bei den Spielen 2010 und 2014 bereits Gold - er ist auch Weltcup-Gesamtsieger im Rodel-Einsitzer.

"Ich bin gut aufgestellt", sagt Loch vor Beginn der Wettkämpfe im Olympic Sliding Centre. Was er meint: Sein Material scheint zu passen, in den Trainingsläufen war er vorn mit dabei. Allerdings ist die Konkurrenz nicht zu verachten. Vor allem die Russen mit Europameister Semen Pawlitschenko und Roman Repilow machten bisher eine gute Figur. Loch hat das zur Kenntnis genommen - mehr nicht: "Natürlich schaue ich, was die Konkurrenz hier macht, aber man darf sich da nicht verrückt machen lassen. Die kochen auch nur mit Wasser."

Prominente Unterstützung für Felix Loch

Loch hat nicht nur jede Menge Erfahrung mit nach Südkorea gebracht - er hat auch eine regelrechte Rodel-Legende im Rücken, die ihn tatkräftig unterstützt: Georg Hackl. "Er ist mein Mentor und auch ein sehr guter Freund", sagt Loch über Hackl, der mit drei Olympiasiegen im Einzelwettbewerben (1992, 1994 und 1998) immer noch das Maß aller Dinge im Rodelsport ist.

Loch könnte jetzt mit Hackl gleichziehen, was diesem überhaupt nichts auszumachen scheint. Ganz im Gegenteil: Hackl hilft seinem Schützling seit Jahren wo er kann. Zu Beginn von Lochs Karriere baute Hackl dessen Schlitten ganz allein, dann bastelten die beiden gemeinsam an den Rennmaschinen, ehe Loch die praktische Arbeit ganz allein übernahm. Der Respekt vor der Leistung des Vorgängers ist aber ungebrochen: "Stand jetzt kann ich mir immer noch eine Scheibe von seiner Fahrweise abschneiden. Die habe ich noch nicht erreicht", sagt er ehrlich.

Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen

Ein Selbstläufer wird der Wettkampf in Südkorea für Loch allerdings keineswegs. Die Spitze ist breiter geworden. "Früher hattest du vielleicht zwei, drei Rodler, die ganz vorne mitmischen, jetzt sind es auf jeden Fall fünf, sechs, doppelt so viele." Zudem waren die Deutschen im Training nicht ganz vorn. "Auf Kurve neun kommt es an", gab Loch einen kleinen Einblick ins Detail. "Wer da viermal ungeschoren davon kommt", sagt Loch, "wird am Ende ganz vorne dabei sein."

Das deutsche Team hat sich aufgrund der exzellenten Weltcup-Ergebnisse drei Startplätze gesichert, neben Loch gehen auch dessen Teamkollegen Ludwig und Langenhan mit guten Chancen an den Start. Die größten Konkurrenten dürften aus Russland kommen, auch dem Österreicher Wolfgang Kindl - Weltcup-Zweiter und amtierender Weltmeister - werden gute Chancen eingeräumt. An der Favoritenrolle für Loch allerdings geht kein Weg vorbei.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

Stand: 09.02.2018, 09:14

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