Frenzel wiederholt Olympiasieg

Gundersen-Wettkampf | 10-km-Langlauf

Frenzel wiederholt Olympiasieg

Eric Frenzel ist der König der Kombinierer. Der Olympiasieger von Sotschi triumphierte nach einem taktisch klugen Rennen erneut von der Normalschanze. Im spannenden Finish besiegte er den Weltcup-Spitzenreiter. Die anderen Deutschen gingen leer aus.

Eric Frenzel ist erneut Olympiasieger von der Normalschanze. Der in der Oberpfalz lebende Sachse setzte sich am Mittwoch überraschend deutlich gegen die Konkurrenz durch. Nach 10 Kilometern hatte Frenzel 4,8 Sekunden Vorsprung vor dem Japaner Aktio Watabe. Bronze ging an den Österreicher Lukas Klapfer, der 18,1 Sekunden hinter Frenzel die Ziellinie überquerte. Die anderen Deutschen Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger kamen auf die Ränge fünf, sieben und neun.

Entscheidende Attacke am letzten Berg

Frenzel war nach dem Springen als Fünfter in die 10-Kilometer-Loipe gegangen, in Schlagdistanz zu den ebenfalls starken Läufern Akito Watabe und Lukas Klapfer. Das Trio führte fast das gesamte Rennen - ohne große Attacken. Die entscheidende Lücke riss Frenzel mit dem vorentscheidenden Antritt rund einen Kilometer vor dem Ziel. Weder Watabe noch Klapfer konnten folgen.

Weinbuch: "Plan aufgegangen" - Frenzel: "Unbeschreiblich"

"Ich konnte mir seine Attacke am letzten Berg von unten anschauen. Mega cool! Respekt, dass er seinen Erfolg wiederholen konnte", lobte Teamkollege Johannes Rydzek im ZDF. Bundestrainer Hermann Weinbuch jubelte im Ziel: "Der Plan ist voll aufgegangen. Eric war sehr fokussiert und hat alle Sinne beisammen gehabt. Er hat die Lücke schnell geschlossen und sich in der letzten Runde sehr stark gefühlt. Da konnte er die anderen müde laufen. Am letzten Anstieg war am wenigsten Wind, da konnte er den anderen am meisten weh tun."

Eric Frenzel

Eric Frenzel

Der Olympiasieger selbst schaute nach dem Zieleinlauf noch etwas ungläubig drein: "Das ist für mich unbeschreiblich. Auf den letzten Metern konnte ich es ein bisschen genießen. Ich kann es aber auch nicht so richtig fassen, dass es so aufgegangen ist. Das war in den letzten Wochen nicht so einfach für mich", sagte der zweifache Goldmedaillengewinner.

Beste Saisonleistung zum Saisonhöhepunkt

Eric Frenzel

Eric Frenzel holt wieder Gold

Die Wiederholung des Olympiasieges kam etwas überraschend: Der fünffache Weltcup-Gesamtsieger hatte in dieser Saison einen schweren Stand und kämpfte immer wieder mit Problemen beim Springen. Der 29-Jährige musste die Weltcup-Gesamtführung abgeben und erreichte ungewohnte Ergebnisse jenseits der Top 10. Doch bei Olympia zeigte er schon bei den Trainings auf der Schanze aufsteigende Form - mit 106,5 Metern beim Springen vom "kleinen Bakken" legte er letztlich den Grundstein für den Sieg in der Loipe.

Lange ein Schneckenrennen

"Ich denke, dass von hinten keiner mehr kommen kann. Die drei vorn sind alles Läufer, die Druck machen wollen", prophezeite Bundestrainer Hermann Weinbuch vor dem Langlauf-Wettkampf. "Nur, falls sich die drei nicht einig sind, hat Johannes eine Chance zum Aufholen", schätzte Weinbuch die Chancen von Top-Favorit Rydzek, der nach dem Springen auf 101 Meter nur auf Rang elf kam, als gering ein.

Zunächst war sich das Top-Läufer-Trio Akito Watabe, Lukas Klapfer und Eric Frenzel nicht richtig einig - die 30-Sekunden-Lücke zum Spitzenduo Franz-Josef Rehler und Jarl Magnus Riiber liefen die drei zwar innerhalb von 3,7 Kilometern zu. Doch dann wollte keiner Führungarbeit übernehmen.

So konnte Johannes Rydzek, der mit großem Abstand von 1:26 Minuten in die Loipe gegangen war, Sekunde um Sekunde aufholen. Bei Kilometer 6 war Deutschlands Sportler des Jahres nur noch 15 Sekunden hinter der Spitze. Erst dann wurde es vorn schneller - Frenzel übernahm Verantwortung, zog das Tempo an und hielt die Verfolger um Rydzek auf Distanz. Rydzek, der zeitweise auf seine erste Olympia-Einzelmedaille hoffen konnte, wurde letztlich Fünfter.

Eric Frenzel – König der Kombinierer

Sportschau | 14.02.2018 | 13:09 Min.

Rehrl gewinnt Springen

Im Springen siegte bei schwierigen Bedingungen an der Schanze der Österreicher Franz-Josef Rehrl mit 112 Metern vor Norwegens Ausnahmespringer Jarl Magnus Riiber. Während Rehlrt nach etwa 6 Kilometern den Anschluss an die Spitze verlor, hielt Riiber bis Kilometer 9 mit, wurde am Ende Vierter.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

dh | Stand: 14.02.2018, 10:26

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