Erste Medaillenchance für Pechstein

Claudia Pechstein

Eisschnelllauf - 3.000 Meter Frauen

Erste Medaillenchance für Pechstein

Ihr Trainer nennt sie augenzwinkernd "Oma Pechstein". Doch die 45-Jährige gehört nach wie vor zur absoluten Weltspitze im Eisschnelllauf. Am Samstag (10.02.2018) kann Claudia Pechstein ihre stattliche Medaillensammlung erweitern.

Die 45-jährige Eisschnellläuferin startet bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang über die 3.000 Meter und ist dabei nicht chancenlos. Im drittletzten Paar tritt sie gegen die kanadische Mitfavoritin Ivanie Blondin an. Goldfavoritin Martina Sablikova aus Tschechien startet im letzten Duell.

Kampf um Gerechtigkeit

"Siegen oder Sterben" ist das Motto des Lebens von Pechstein. Seit 2009, als sie wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt wurde. Mittlerweile ist Pechstein vom DOSB rehabilitiert, gegen den Internationalen Eislauf-Verband konnte sie sich mit Schadenersatzklagen aber bisher nicht durchsetzen. Der Prozess ist mittlerweile vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig. Die Berlinerin verpasste 2010 die Olympischen Spiele in Vancouver. Doch sie kämpfte sich zurück, auch mit Hilfe ihres starken Mannes an der Seite.

Der Unternehmer Matthias Große unterstützt Pechstein in ihrem Kampf um "Gerechtigkeit" und ist zugleich ihr Lebensgefährte. Auch wenn der nicht immer den richtigen Ton trifft, besonders bei missliebigen Journalisten, erhielt er vom DOSB nach Sotschi erneut eine Akkreditierung als Mentaltrainer. Dazu kommt ihr Trainer Peter Mueller aus den USA, der 1976 in Innsbruck Olympiasieger war. Als Coach arbeitete er in den Niederlanden und den USA mit vielen Olympiasiegern zusammen. "Die junge Dame, 'Oma Pechstein' ist echt ein Wunder", so Müller

Größte Chance über langen Kanten

Claudia Pechstein und Matthias Große

Claudia Pechstein und Matthias Große

Den ersten Kampf bei den Winterspielen hat Pechstein knapp verloren. Eric Frenzel setzte sich durch und durfte die deutsche Fahne ins Olympiastadion tragen. Die Berlinerin wurde in der Abstimmung Zweite, gratulierte fair. "Glückwunsch an Eric, er ist ein würdiger Fahnenträger. Ich bin dem DOSB sehr dankbar, dass ich zu den fünf Nominierten zählen durfte.“ Bei den Sportfans, die zu 50 Prozent mitentscheiden durften, lag Pechstein sogar ganz vorn. "Das ist eine schöne Bestätigung für Claudia Pechstein, dass auch von den Bürgern fein unterschieden wird in der Causa“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Den Ausschlag gaben am Ende die Mitgliedern des Teams Deutschland.

Vier Starts plant Pechstein in Pyeongchang, die größten Chancen auf ihre zehnte Olympiamedaille hat sie am 16. Februar über 5.000 Meter. Es wäre ein weiterer Meilenstein ihrer unvergleichlichen Karriere.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

rei/sid/dpa | Stand: 09.02.2018, 08:38

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