Dahlmeier und Peiffer greifen wieder an

Arnd Peiffer beim Biathlon-Stehendschiessen

Biathlon, 15 Kilometer der Frauen und 20 Kilometer der Männer

Dahlmeier und Peiffer greifen wieder an

Doppelter Einsatz der Biathleten: Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer gehen am Donnerstag kurz hintereinander auf die Jagd nach Medaillen. In beiden Teams gibt es Umstellungen.

Drei Stunden nach der Rennabsage trainierte Top-Favoritin Laura Dahlmeier schon wieder. Von ihrem kleinen Schwächeanfall nach ihrem stressigen Auftaktprogramm hat sich erholt: "Um mich braucht sich keiner Sorgen zu machen, ich bin fit." Nach der Wettkampfabsage für Mittwochabend (14.02.18), bereitete sich die 24 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin nun etwas länger auf das schwere Einzel vor. Der Wettbewerb konnte wegen des starken Windes in Südkorea nicht wie geplant ausgetragen werden und wurde auf Donnerstag verschoben.

Kühn für Doll nominiert

Ab 9.15 Uhr kämpfen nun erst Dahlmeier, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß und Franziska Hildebrand über 15 Kilometer um die Medaillen. Vanessa Hinz und Denise Herrmann, die den Sprint und das Jagdrennen absolvierten, haben diesmal Pause.

Dann folgen um 12.20 Uhr die Männer mit Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, Simon Schempp, Erik Lesser und Olympia-Debütant Johannes Kühn. Über die 20 Kilometer rückt er für den leicht angeschlagenen Verfolgungs-Dritten Benedikt Doll ins Team. Dann sollen die Bedingungen gut und fair sein.

Hönig trug die Absage mit

Zwar fegten keine der vorhergesagten extremen Windböen durch das Stadion, als Dahlmeier um 19.26 Uhr Ortszeit an den Schießstand kam. Aber schwierig waren die Bedingungen allemal. "Ein faires Rennen wäre nicht möglich gewesen", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig und war froh, dass es nicht zur Wind-Lotterie gekommen war. "Beim Weltcup hätte ich nichts gesagt, aber es ist Olympia. Ich habe diese Entscheidung als Jury-Mitglied mitgetragen."

Es war eine Entscheidung im Sinne des Sports. Denn im Einzel kostet ein Schießfehler eine Strafminute. "Ich hätte mich auf den Ruhetag auch gefreut", sagte Dahlmeier, ehe sie sich zusammen mit Preuß und Hammerschmidt an die Arbeit machte. Durch die Verschiebung haben die Damen vor dem Massenstart am Samstag nur einen Tag zur Regeneration. "Das sind alles Profis, die stecken das weg", meinte Hönig.

"Am Schießstand sauber sein"

Für die Deutschen kam die Absage völlig überraschend. "Die, die schon draußen waren, haben gesagt, dass es eigentlich gute Bedingungen am Schießstand waren", sagte Staffel-Weltmeisterin Hildebrand am Mittwochmittag. Sie war wie ihre drei Teamkolleginnen schon in der Wettkampf-Vorbereitung. "Jetzt habe ich das ganze Prozedere noch mal mit Anspannung und Vorbereitung. Ich hatte mich auf einen schönen freien Tag gefreut. Aber dann eben morgen again", sagte sie.

Nach ihrem historischen Doppel-Gold in Sprint und Verfolgung geht Dahlmeier auch als Favoritin in das dritte Einzelrennen. Selbst die Verschiebung dürfte sie nicht aus dem Konzept bringen. "Ich versuche mich wieder auf mein Rennen zu konzentrieren. Ganz, ganz wichtig wird es wieder sein, am Schießstand sauber zu arbeiten", sagte die siebenmalige Weltmeisterin. Und da ist Wind besonders hinderlich.

Schempp will mehr

Bei den Männern pausiert Doll derweil über die 20 Kilometer. "Es kratzt leicht im Hals", sagte der Schwarzwälder. Anders als Peiffer. "Ich fühle mich relativ fit und gesund", sagte der 30-Jährige, der bei seiner dritten Olympia-Teilnahme erstmals für das Einzel nominiert wurde. Auch Lesser, in Sotschi schon Olympia-Zweiter im Einzel, gibt sich kämpferisch: "Ich habe noch etwas gut zu machen nach dem Verfolger."

Schempp, der im Vorfeld von Rückenproblemen geplagt wurde, ist nach seinen Leistungen mit Platz sieben im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung "sehr positiv gestimmt". Sein Rücken hält, auch wenn der Schwabe noch immer behandelt werden muss. "Wenn man zweimal knapp davor war, dann möchte man vielleicht weiter nach vorne", sagte Schempp.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

dpa/red | Stand: 14.02.2018, 18:05

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