Soohorang und Bandabi - die Gesichter von Pyeongchang

Soohorang und Bandabi

Die Maskottchen der Winterspiele

Soohorang und Bandabi - die Gesichter von Pyeongchang

Soohorang und Bandabi heißen zwei der Hauptdarsteller der Olympischen und Paralympischen Winterspiele im Februar in Südkorea. Obwohl sie in keiner Sportart antreten, werden der weiße Tiger und der Asiatische Schwarzbär an allen Wettkampfstätten zu sehen sein und für viele freudige Gesichter bei den Besuchern sorgen. Denn die beiden sind die Maskottchen von Pyeongchang 2018.

Soohorang setzt sich zusammen aus der Wörtern "Sooho", koreanisch für Schutz, und dem aus "ho-rang-i" abgeleiteten "rang", das für Tiger steht. Zudem bezieht sich "rang" auf das Lied "Jeongseon Arirang". Dies ist eine Variation eines aus der Olympia-Provinz Gangwon-do stammenden traditionellen Volksliedes, welches bei sportlichen Großveranstaltungen für gesamtkoreanische Mannschaften als Ersatz für die Nationalhymne gespielt wurde.

In der koreanischen Mythologie und Kultur ist der Tiger stark verwurzelt, steht dort für Vertrauen, Stärke und Schutz. Die weiße Farbe soll zudem die Verbundenheit zum Schnee und Eis des Wintersports darstellen. "Es ist ein wunderschönes Tier, das stark mit der koreanischen Kultur verbunden ist. Es symbolisiert außerdem die enge Verbindung zwischen den Olympischen Winterspielen und der Umwelt", sagte Gunilla Lindberg, die Vorsitzende der IOC-Koordinierungkommission für Pyeongchang 2018.

Historie der Winterspiele-Maskottchen

Sotschi 2014

Maskottchen Sotschi 2014

Bei den Spielen 2014 im russischen Sotschi gab es gleich drei Maskottchen. Eine Hase, eine Bär und ein Fuchs wurden durch das TV-Publikum gewählt. Die Zahl drei war bewusst gewählt, sie steht für die drei Plätze auf dem Siegerpodest. Bei den Paralympischen Spielen kamen zwei Fantasiewesen zum Einsatz, die eine Schneeflocke und einen Lichtstrahl symbolisieren.

Vancouver 2010

Maskottchen Vancouver 2010

Ebenfalls im Dreierpack kamen die Maskottchen im kanadischen Vancouver 2010 daher. Miga, Quatchi und Sumi (von links) waren traditionellen Kreaturen der indigenen Völker Kanadas nachempfunden. Miga war ein mythischer Seebaär, teils Orca, teils Kermodebär. Quatchi war ein Bigfoot und Sumi ein Fabelwesen mit den Flügeln eines Donnervogels und den Beinen eines Schwarzbären.

Turin 2006

Maskottchen Turin 2006

Neve (re.) und Gliz waren die Maskottchen der Winterspiele 2006 in Turin. Neve ist italienisch und steht für Schnee, entsprechend hat die weibliche Figur einen schneeballähnlichen Kopf. Der kantige Gliz symbolisiert das Eis. Damit verkörpern die beiden Figuren die fundamentalen Elemente für Wintersport. Gemeinsam mit Aster - dem Maskottchen der Paralympics - bilden sie ein unzertrennliches Trio.

Salt Lake City 2002

Maskottchen Salt Lake City 2002

Powder, Copper und Coal grinsten von den Plaketen der ersten Winterspiele im neuen Jahrtausend. Der Schneehase, der Kojote und der Amerikanische Schwarzbär symbolisierten das Olypische Motto "Schneller, höher, stärker". Ihre Namen waren eine Anspielung an die natürlichen Ressourcen Utahs, dem Bundesstaat in dem Salt Lake City liegt. Ebenfalls eine Verbindung zu den Wurzeln Utahs hatte Otto, der Otter. Früher lebten die Tiere in friedlicher Koexistenz mit den Ureinwohner, wurden dann aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts beinahe ausgerottet. Später gelang eine erfolgreiche Wiederansiedlung.

Nagano 1998

Maskottchen Nagano 1998

Bunt und etwas verrückt kamen die vier Snowlets von Nagano 1998 daher. Die vier stilisierten Eulen hörten auf die Namen Sukki, Nokki, Lekki und Tsukki. Die Eulen waren ein Hommage an die historischen Olympischen Spiele in Griechenland. Die Anzahl der Maskottchen ist ein Verweis auf die vier Jahre, die eine Olympiade - also den Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen - dauert. Zudem stehen die Snowlets für die vier Elemente Feuer, Luft, Erde und Wasser. Bei den Paralympics hatte "Parabbit" seinen Auftritt. Der Hase ist in den Farben des Internationalen Paralympischen Komitees gehalten.

Lillehammer 1994

Maskottchen Lillehammer 1994

Menschliche Züge hatten die beiden Vertreter der Winterspiele 1994, die die deutsche Alpin-Fahrerin Ulrike Stanggassinger in der Hand hält. Sie symbolisierten die Fröhlichkeit und Sportbegeisterung der norwegischen Kinder. Die beiden Königskinder hören auf die Namen Hakon und Kristin. Mit ihrer mittelalterlichen Kleidung nehmen sie Bezug auf die Geschichte Lillehammers. Bei den Spielen der Sportler mit Behinderungen war Sondre das Maskottchen - ein einbeiniger Troll auf einem Skier.

Albertville 1992

Maskottchen Albertville 1992

Die Winterspiele im französischen Albertville waren die erste Auflage, bei der Olympische und Paralympische Spiele im Winter kurz nacheinander stattfanden. Maskottchen von Olympia war Magique, eine Mischung aus Stern, Würfel und Mensch. Die Sternform symbolisiert Träume und Vorstellung. Seine Farben sind eine Anlehnung an die französische Flagge. Bei den Paralympics kam Alpy zum Einsatz. Die Figur in Gestalt eines örtlichen Bergmassivs fuhr auf einem Monoski.

Calgary 1988

Maskottchen Calgary 1988

Hidy und Howdy sind die Maskottchen der Winterspiele im kanadischen Calgary 1988 und stehen für die Gastfreundschaft der Region. Hidy ist dabei eine Erweiterung von "Hi" und Howdy die Kurzform von "How do you do" ("Wie geht es dir?"). Die Namen wurden durch die Bevölkerung aus mehr als 7.000 Vorschlägen ausgewählt. Die beiden Polarbären tragen ein Western-Outfit mit Cowboyhut und Halstuch.

Lake Placid 1980

Maskottchen Lake Placid 1980

Roni der Waschbär war das Maskottchen im US-amerikanischen Lake Placid 1980. Der Name wurde durch die Schulkinder der Ausrichterstadt bestimmt, er leitet sich ab vom Wort Waschbär in der Sprache der Ureinwohner des Staates New York. Die schwarz-weiße Maske um die Augen von Roni ist inspiriert durch die Schutzbrillen und Masken der Athleten. Auch Roni ist ein typisches Tier der Ausrichterregion.

Sarajevo 1984

Maskottchen Sarajevo 1984

Vucko, der freundliche Wolf, war das Gesicht in Sarajevo 1984. Er wurde durch eine Wahl in den größten jugoslawischen Zeitungen bestimmt. Der Wolf ist eine typisches Tier des denarischen Gebirges. Das Auftreten von Vucko während der Spiele sorgte auch dafür, dass der Wolf in Jugoslawien sein schlechtes Image zum Teil ablegen konnte.

Innsbruck 1976

Maskottchen Innsbruck 1976

Auf den simplen Namen "Schneemann" hörte das erste Maskottchen einer Winterolympiade. 1976 in Innsbruck tauchte die Schneegestalt bei den Wettkämpfen auf. Er trug einen Tirolerhut in rot. Die Einfachheit des Schneemanns sollte zum dem Versprechen "Rückkehr zu einfachen Spielen" passen. Über die Anordnung der drei Kugeln des Schneemanns lässt sich aber streiten.

Bandabi - starker Wille für die Paralympics

Der Asiatische Schwarzbär Bandabi ist das Maskottchen für die Paralympics. Auch er hat seinen Ursprung in der koreanischen Mythologie und ist zudem das Symboltier in Gangwon-do, der Provinz in der sich Pyeongchang befindet. Der Bär symbolisiert starken Willen, Entschlossenheit und Tapferkeit.

In Bandabi steckt "banda", was sich auf das koreanische Wort "bandal" für Halbmond bezieht. Diesen findet man als sichelförmige, weiße Färbung auf dem Brustfell des Schwarzbären. "Bi" steht für die Zelebrierung der Paralympics.

Vorgestellt wurden die beiden Maskottchen bereits im Juni 2016. Ihren ersten großen Auftritt hatten sie in einem ungewohnten Terrain für ihrer "Spezies": Am Strand der Copacabana zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandradio, 26.11.2016, 22.45 Uhr

rho/sid | Stand: 24.11.2017, 13:54

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