Russischer Koreaner will Olympia-Medaille

Timofei Lapschin

Russischer Koreaner will Olympia-Medaille

Von Ronny Eichhorn

Im Biathlon ist Südkorea ein Exot. Und dennoch soll es bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang möglichst eine Medaille geben. Helfen sollen gebürtige Russen wie Tomifei Lapschin.

Im Trikot der russischen Nationalmannschaft hatte er bereits Weltcup-Siege gefeiert. Nun besitzt Lapschin die südkoreanische Nationalität und will für den Gastgeber der Winterspiele die erste Olympiamedaille für Südkorea im Biathlon gewinnen. Ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass Lapschin das auch gelingen könnte.

Bei den Weltcups in Östersund, Hochfilzen und Annecy landete der 29-Jährige im Sprint auf den Plätzen 13, 16 und acht. "Da war mein Körper noch nicht komplett fit“, so Lapschin, der bei den Winterspielen in Pyeongchang einen Tag "zum Lapschin-Tag" machen will.

Vier Russen und ein russischer Trainer

Timofei Lapschin

Timofei Lapshin (r.) 2011 auf dem Podest in Oberhof neben Ole Einar Björndalen (l.) und Martin Fourcade.

Lapschin ist einer von insgesamt vier Biathleten, die einst für Russland auf der Jagd nach Weltcup-Punkten waren. Bei den Damen gilt Anna Frolina, die als geborene Bolygina mit Russland mehrfache Junioren-Weltmeisterin war und auch Weltcups gewann, als größte Hoffnung. Ihre bisherigen Weltcup-Ergebnisse fielen allerdings eher bescheiden aus. Zuletzt holte Frolina aber in Annecy einen guten 19. Platz im Sprint. Jekaterina Awwakumowa und Alexander Starodubets gehören ebenfalls zum koreanischen Team. Awwakumowa hatte bei der WM in Hochfilzen 2017 im Einzel als Fünfte nur knapp eine Medaille verpasst. Trainiert werden die Biathleten seit 2016 ebenfalls von einem Russen, Andrej Prokunin.  Der ehemalige Junioren-Weltmeister war 2009 als Athlet in den Schlagzeilen, als er wegen EPO-Dopings für zwei Jahre gesperrt wurde.

Vorbild Viktor Ahn

Der südkoreanische Teammanager Park Sung-cheol hofft auf eine "Bronzemedaille, wenn alles läuft". Lapschin selbst, der seit März 2017 die koreanische Staatsbürgerschaft besitzt, sieht sich als eine Art Aufbauhelfer. Wie es Viktor Ahn in Russland mit dem Shorttrack geschafft hatte. Der hatte zunächst für Südkorea 2006 dreimal Olympia-Gold geholt, 2014 dann für Russland ebenfalls drei Goldmedaillen. Ziel sei jetzt, Biathlon in Korea ähnlich populär zu machen, wie Ahn Shorttrack in Russland populär gemacht habe. 

Viktor Ahn

Der Koreaner Viktor Ahn holt 2014 Gold für Russland.

Und Lapschin hat noch einige Ziele. Der gebürtige Krasnojarsker sagte "german.korea.net": "Nach den Olympischen Spielen in Pyeongchang werde ich im Team Korea bleiben. Und ich möchte auch an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking teilnehmen, wenn ich fit bin."

Stand: 30.12.2017, 14:52

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