Olympisches Feuer in Seoul angekommen

Fackelträger

Party und Prominenz

Olympisches Feuer in Seoul angekommen

Von Frank Hollmann, Seoul

27 Tage vor der Eröffnung der Winterspiele in Pyeongchang ist die Olympische Flamme in Südkoreas Hauptstadt Seoul eingetroffen. Die Organisatoren und Olympiafans feierten die ersten Fackelträger und hoffen auf friedliche Spiele. Die olympische Versöhnung mit Nordkorea ist das beherrschende Thema in den Medien.

Die Fans feierten nicht nur die Fackelträger, sondern auch die jüngsten Entwicklungen im geteilten Land. "Nordkorea will teilnehmen", sagt ein Fan: "Das finde ich toll." Ein anderer: "Ich hoffe, dass wir gemeinsam fantastische Spiele erleben werden."

Seit beide Koreas über die Teilnahme des Nordens verhandeln, ist Olympia das Topthema in den Medien. Das Interesse wächst. Der Fackellauf durch Südkorea ist das große Finale im Endspurt bis zur Eröffnungsfeier. 7.500 Menschen dürfen die Fackel gut 2.000 Kilometer durch das Land tragen, die meisten haben sich bei den großen Sponsoren im Internet beworben, andere wurden ausgewählt

Momentan tragen die Ausgewählten die Fackel durch die Hauptstadt zu den Sehenswürdigkeiten wie dem Königspalast und dem Nationalmuseum und zu den großen Sportstätten, dem Olympiastadion von 1988 und der Fußball WM-Arena von 2002.

"Natürlich mache ich da mit", strahlt Su Yu-Ro, der Präsident des nationalen Karate-Verbandes. Sommer- und Wintersportler halten zusammen. Olympische Spiele sind Festivals für alle Menschen. Unter den Läufern ist auch Südkoreas Sportprominenz. Ex-Eisschnellläufer Kim Yoon-Man, erster Medaillengewinner des Landes bei Winterspielen, Ki Bo-Bae, zweifache Olympiasiegerin im Bogenschießen.

Zwei Fußballer unter den Fackelträgern

Cha Bum-kun

Cha Bum-kun

Und natürlich Fußball-Legende Bum Kun-Cha: "Das ist eine große Ehre. Natürlich unterstütze ich die Spiele in Pyeongchang. Sie können eine Brücke sein für die Menschen in Nord- und Südkorea und auf der ganzen Welt." Auch Jong Tae-se hat in Deutschland gekickt, beim VfL Bochum und beim 1.FC Köln, und auch er war Nationalspieler - für Nordkorea.

Umso mehr fühlt er sich jetzt geehrt, die Fackel ein Stück durch Seoul tragen zu dürfen: "Ja klar. Ich bin nicht so bekannt. Normalerweise nehmen sehr bekannte Spieler teil, deswegen ich konnte das nicht erwarten. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich teilnehme."

Als die Fackel am Abend die Party am Nordpalast erreicht, steht am Rand eine Gruppe mit weißen Fahnen, darauf die gesamte Halbinsel. Mit dieser Fahne liefen Nord und Süd zuletzt 2006 in Turin gemeinsam bei Olympia ein, jetzt soll sich das wiederholen. Ein Korea, das sich in Pyeongchang trifft - es könnte das Motto dieser Spiele werden.

Die Olympische Fackel in Seoul

Sportschau | 13.01.2018 | 02:31 Min.

Thema in: B5 Sport, 14.01.2018, 15.05 Uhr

Stand: 14.01.2018, 10:58

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