IOC begrüßt Nordkoreas Olympiapläne

Präsident des IOC Thomas Bach

Olympische Winterspiele in Südkorea

IOC begrüßt Nordkoreas Olympiapläne

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein Präsident Thomas Bach haben die positiv verlaufenen Verhandlungen über eine Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Südkorea begrüßt.

"Diese Vorschläge sind für den olympischen Geist ein großer Schritt nach vorn", wird Bach in einer IOC-Mitteilung zitiert. Nach Gesprächen zwischen Vertretern Nord- und Südkoreas im Grenzort Panmunjom hatte Nordkorea angekündigt, Athleten und eine hochrangige Delegation zu den Winterspielen ins südkoreanische Pyeongchang zu schicken.

IOC: Noch keine endgültige Entscheidung

Das IOC wolle nun im nächsten Schritt konkrete Vorschläge und Beschlüsse abwarten. "Das IOC wird dann diese Vorschläge diskutieren, insbesondere hinsichtlich der Teilnahme, der Anzahl und der Namen der Athleten Nordkoreas", teilte ein Sprecher mit. Anschließend soll eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme Nordkoreas getroffen werden.

Unter anderem müsse auch besprochen werden, in welcher Form das Land dabei sein werde und ob es mit eigener Flagge und Nationalhymne auftrete. Südkorea hatte vorgeschlagen, dass die Mannschaften beider Länder bei der Eröffnungs- und Schlussfeier gemeinsam marschieren.

Deutsche Wintersportler begrüßten die Annäherungen: "Sicherlich ist es so besser als anders, wenn man sich annähert und einen vernünftigen Konsens findet, als wenn man das Damoklesschwert immer weiter schweben lässt", sagte beispielsweise Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner: "Das macht es vielleicht ein bisschen einfacher und sicherer für die Gesamtsituation."

Erste Gespräche seit zwei Jahren

Bei ihren ersten offiziellen Gesprächen seit zwei Jahren hatten beide Länder Vorschläge für die Zusammenarbeit bei den Spielen in Südkorea und für eine Verbesserung der Beziehungen vorgelegt. Die Gespräche kamen nach überraschenden Entspannungssignalen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un zustande. Das IOC hatte schon seit geraumer Zeit mit allen Beteiligten an einem Olympia-Start nordkoreanischer Athleten gearbeitet.

Wer darf starten?

Qulifiziert haben sich bislang aber nur die nordkoreanischen Eiskunstläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik für Pyeongchang, die jedoch nicht fristgerecht angemeldet wurden. Das IOC bekräftigte jedoch, die Tür für die Nordkoreaner offen halten zu wollen. Nordkorea war zuletzt 2010 in Vancouver bei Winterspielen vertreten. Insgesamt gewannen Wintersportler aus Nordkorea bei acht Teilnahmen nur zwei Olympia-Medaillen. Die bislang letzte holte die Shorttrackerin Hwang Ok-sil 1992 mit Bronze in Albertville.

Thema in: B5 aktue,, 09.01.2018, 16.55 Uhr

red/dpa | Stand: 09.01.2018, 17:29

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