Olympische Exoten, Außenseiter, Einzelgänger und Glückspilze

Olympische Exoten, Außenseiter, Einzelgänger und Glückspilze

Sie sind das Wunderbare an Olympischen Spielen: Die Geschichten von Langläufern aus exotischen Ländern, von Adeligen auf Skiern, von unerwarteten Glückspilzen oder auch Pechvögeln.

Pyoengchang: Pita Taufatofua tritt für Tonga im Langlauf an

2018 Pyeongchang: "Coconut Fighter" aus Tonga am Start
Der 34-jährige Pita Taufatofua aus Tonga hat sich im Langlauf für die Spiele in Pyeongchang qualifiziert. Er ist der zweite Starter des pazifischen Inselstaats bei Olympischen Winterspielen. Der Extremsportler sammelte für eine wettbewerbsfähige Ausrüstung in den vergangenen Monaten Geld. Taufatofua startete auch vor zwei Jahren bei den Sommerspielen in Rio im Taekwondo. Das brachte ihm den Spitznamen "Coconut Fighter" ein.

2018 Pyeongchang: "Coconut Fighter" aus Tonga am Start
Der 34-jährige Pita Taufatofua aus Tonga hat sich im Langlauf für die Spiele in Pyeongchang qualifiziert. Er ist der zweite Starter des pazifischen Inselstaats bei Olympischen Winterspielen. Der Extremsportler sammelte für eine wettbewerbsfähige Ausrüstung in den vergangenen Monaten Geld. Taufatofua startete auch vor zwei Jahren bei den Sommerspielen in Rio im Taekwondo. Das brachte ihm den Spitznamen "Coconut Fighter" ein.

2018 Pyeongchang: "The hottest thing on ice" aus Jamaika
30 Jahre nach dem Olympiadebüt des Herren-Vierers starten zum ersten Mal jamaikanische Bobfahrerinnen bei Olympischen Spielen. Im Zweierbob gehen Pilotin Jasmine Fenlator-Vicotrian und Anschieberin Carrie Russell ins Rennen. Trainiert werden die Jamaikanerinnen übrigens von der deutschen Bob-Olympiasiegerin und dreimaligen Weltmeisterin Sandra Kiriasis.

2014 Sotschi: Rennrodler Bruno Banani für Tonga dabei
Eigentlich heißt er ja Fuahea Sami, aber weil Tonga unbedingt zu den Olympischen Spielen wollte, wurde ein Casting veranstaltet. Sami ging als Sieger hervor und gewann damit eine Geburtsurkunde mit dem Namen der Chemnitzer Unterhosen-Marke: "Bruno Banani". Organisiert wurde alles von einer deutschen Marketingfirma - die deutsche Unterwäschen-Marke will mit der Aktion nichts zu tun gehabt haben.

2014 Sotschi: Der letzte olympische Auftritt von Hubertus von Hohenlohe
Seine beste Platzierung holte der gebürtige Mexikaner und Nachfahre eines fränkischen Adelsgeschlechts bei seiner ersten Olympiateilnahme in Sarajevo 1984: Hubertus von Hohenlohe kam auf Rang 26. Nach Sarajevo war er in verschiedenen Disziplinen 1988 in Calgary, 1992 in Albertville, 1994 in Lillehammer, 2010 in Vancouver sowie 2014 in Sotschi bei den Olympischen Spielen. Dort ging der extravagant gekleidete Jet-Set-Athlet für Mexiko nur noch im Slalom an den Start – schließlich war er mit 54 Jahren ja auch der älteste Fahrer. Unvergessen ein Transparent seiner Fans: "Lieber Prinz enttäusch' uns nicht. Komm noch an bei Tageslicht!"

2014 Sotschi: Violinistin Vanessa-Mae startet für Thailand
Die thailändisch-britische Star-Geigerin ist die erste Thailänderin im alpinen Skisport bei Olympischen Spielen. Länder, die keinen Fahrer unter den Top 500 der Rangliste haben, dürfen laut Reglement pro Geschlecht jeweils einen Vertreter zu den Spielen entsenden, sofern der Läufer in der entsprechenden Disziplin die geforderten 140 FIS-Punkte erreicht. So startete Mae am Ende im Riesenslalom. Mit 50 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Tina Maze belegte sie Rang 67.

2006 Turin: Ihr Übermut kostet Lindsey die Goldmedaille
Die US-amerikanische Snowboardcrosserin Lindsey Jacobellis war die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Turin eigentlich nicht mehr zu nehmen. Doch im Finale in Bardonecchia greift die in Führung liegende Amerikanerin wenige Meter vor dem Ziel in der Flugphase übermütig an ihr Bord. Sie stürzt und wird nur Zweite hinter der Schweizerin Tanja Frieden.

2002 Salt Lake City: Australischer "Lucky Loser" gewinnt Gold
Im Finale im Short-Track von Salt Lake City kommt der Moment von Steven Bradbury: Eigentlich war der australische Läufer schon fast eine ganze Runde hinter seinen vier Konkurrenten, die gleichauf vor ihm lagen. Doch kurz vor dem Ziel stürzte einer der vier Führenden und riss die anderen mit. Bevor sich diese dann wieder aufrappeln konnten, war der große Außenseiter aus Australien schon im Ziel – und gewann zu seiner eigenen Überraschung Gold.

2002 Salt Lake City: Fürst Albert von Monaco im Bob
Vor seiner Thronbesteigung im Jahr 2005 nahm der derzeitige Fürst von Monaco, Albert II., an fünf Winterspielen teil. Von 1998 in Calgary bis 2002 in Salt Lake City stürzte er sich im Zweier- und Viererbob den Eiskanal hinunter. Seine beste Platzierung erzielte er gemeinsam mit Gilbert Bessi im Zweierbob mit Rang 25 bei den Olympischen Spielen in Calgary. Als Albert mit 42 Jahren aufhörte, sagte er, er müsse Schluss machen, weil er wegen der vielen Termine keine Zeit mehr zum Trainieren habe.

1998 Nagano: Der erste Kenianer bei Olympischen Winterspielen
Philip Boit vertrat in Nagano als erster Kenianer sein Land bei den Olympischen Winterspielen. Er ging im Skilanglauf über zehn Kilometer an den Start. Am Ende brauchte er fast doppelt so lange wie der Sieger. Für Boit wurde die Siegerehrung nach hinten verschoben und Olympiasieger Bjørn Dæhlie wartete 20 Minuten auf ihn, um ihm zu gratulieren. Dafür dankbar, nannte Philip einen seiner Söhne Daeli. Der Mann aus Afrika, der sich als Pionier des Wintersports in seinem Land sieht, ging auch bei den Winterspielen 2002 und 2006 an den Start. In Turin war er Fahnenträger und einziger Teilnehmer seines Landes.

1988 Calgary: Eddie "the Eagle" fliegt in die Herzen der Zuschauer
Der Brite Michael Edward wollte seit seiner Kindheit nur eines: an Olympischen Spielen teilnehmen. Weder besonders begabt noch sportlich entschied er sich nach einer TV-Übertragung der Vierschanzentournee 1985/86 für das Skispringen – da war er bei den Briten der einzige und damit konkurrenzlos. Dank unfassbarem Willen und Ehrgeiz schaffte Edwards das kaum Mögliche: Mit dem britischen Rekord von 73,5 Metern qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele in Calgary und avancierte dort als Eddie "der Adler" zum Publikumsliebling.

1988 Calgary: "Cool Runnings" aus Jamaika
Vor 30 Jahren ging das erste olympische Bob-Team für Jamaika an den Start. Der Viererbob aus der Karibik sorgte für gewaltigen medialen Rummel. 1993 kam die ganze Geschichte unter dem Titel "Cool Runnings" ins Kino und spielte bis heute über 150 Million US Dollar ein. Die jamaikanische Bob-Mannschaft war mit ihrem Auftritt in Calgary jedoch noch nicht am Ende. Es folgten fünf weitere Teilnahmen bei Olympischen Spielen. 2014 wurde die Teilnahme durch eine Crowd-Funding-Kampagne finanziert.

Stand: 03.02.2018, 11:02 Uhr

Darstellung: