Reaktionen - Empörung in Russland, Zustimmung im Westen

Russland

Nach dem IOC-Entscheid

Reaktionen - Empörung in Russland, Zustimmung im Westen

Empörung in Russland, Zustimmung aus den westlichen Ländern: Die Reaktionen nach dem Ausschluss Russlands bei den Olympischen Spielen sind unterschiedlich. Derweil droht dem Sportgerichtshof CAS eine Klagewelle.

Viele Russen haben mit dem Hashtag "Kein Russland, keine Spiele" ihrem Ärger über den Ausschluss ihres Landes von den Olympischen Winterspielen Luft gemacht. Wie die staatliche Agentur "Ria" berichtet, war #NoRussiaNoGames am Mittwoch bei russischen Twitter-Nutzern der meistgenutzte Begriff. Am Dienstag (05.12.2017) hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees Russland von den Spielen ausgeschlossen. Unbelastete Sportler könnten aber unter neutraler Flagge starten.

Die Reaktionen der internationalen Presse fallen unterschiedlich aus. "Die Abwesenheit der Sportler aus Russland, einer der mächtigsten Nationen des Wintersports, droht den Spielen den Glanz zu nehmen", schreibt die spanische "Sport".  Ob russische Athleten unter neutraler Flagge zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang fahren, ist noch unklar. "Die Situation ist ernst, sie erfordert eine tiefe Analyse. Es wäre falsch, hier den Emotionen nachzugeben", sagte Dimitri Peskow, Sprecher von Wladimir Putin. Der Staatspräsident selbst äußerte sich bei einem mit Spannung erwarteten Auftritt am Mittwochmittag (06.12.2017) in Moskau nicht zu der Entscheidung. Der "Standard" aus Österreich führt aus: "Russland ist im größten Dopingskandal der letzten Jahrzehnte um die Höchststrafe herumgekommen, muss aber kräftig büßen.“ Scharf kritisiert wird das Urteil in der russischen "Sport Express". Das Internationale Olympische Komitee habe eine beispiellose Entscheidung getroffen und seine eigenen Regeln umgeschrieben.

Eindeutige Doping-Beweise?

Eine Frage bleibt: Wie eindeutig sind die Beweise? Zur Erinnerung: Unter anderem die russischen Bob- und Skeleton-Piloten Alexander Kasjanow und Alexander Tretjakow sind vom IOC lebenslang für Winterspiele gesperrt worden. Doch beim Weltcup dürfen sie mitfahren, weil "die Unterlagen der IOC-Oswald-Disziplinarkommission für eine Sperre nicht ausreichen“. Die Suspendierungen durch den IOC seien ohne Begründungen erfolgt.

Alexander Tretjakow nach seinem Olympiasieg in Sotschi 2014

Alexander Tretjakow darf im Weltcup wieder ran

Im Skilanglauf hatte die FIS einen Schlingerkurs gefahren. Zunächst hatten die sechs vom IOC gesperrten Athleten um Olympiasieger Alexander Legkow für den Weltcup grünes Licht erhalten. Ende November folgte die Rolle rückwärts und eine vorläufige Sperre. Das Anti-Doping-Panel der FIS glaubt nun, dass eine Teilnahme der Sportler an der systematischen Verschwörung "höchstwahrscheinlich" sei. Im Eisschnelllauf-Weltcup sind nach wie vor die beiden vom IOC gesperrten Olga Fatkulina und Alexander Rumjanzew dabei. Auch hier sind die Beweise für den Weltverband offensichtlich "noch" nicht ausreichend.

Liste der vom IOC für Olympische Spiele gesperrten russischen Athleten

Biathlon

  • Olga Saizewa
  • Jana Romanowa
  • Olga Wiluchina

Bob

  • Alexander Subkow
  • Alexei Negodailo
  • Dimitri Trunenkow
  • Olga Stulnewa
  • Alexander Kasjanow
  • Ilwir Chusin
  • Alexei Puschkarjow

Eisschnelllauf

  • Olga Fatkulina
  • Alexander Rumjanzew

Skeleton

  • Alexander Tretjakow
  • Jelena Nikitina
  • Olga Potylizina
  • Maria Orlowa
  • Sergej Tschudinow

 Skilanglauf

  • Alexander Legkow
  • Jewgeni Below
  • Maxim Wylegschanin
  • Alexej Petuchow
  • Julia Iwanowa
  • Jewgenija Schapowalowa
  • Anastasia Dozenko
  • Julia Tschekalowa

CAS droht Klagewelle

Unterdessen hat der Internationale Sportgerichtshof CAS am Mittwoch mitgeteilt, dass 22 Einsprüche russischer Sportler gegen die lebenslangen Sperren eingegangen seien. Darunter seien auch die Olympiasieger Subkow, Legkow und Tretjakow. Die Athleten beantragten eine Entscheidung bis zum Beginn der Winterspiele in Pyeongchang am 9. Februar.

rei/dpa/sid | Stand: 06.12.2017, 12:11

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