Staffel-Gold für deutsche Kombinierer

Nordische-Kombi-Staffel bei der WM in Lahti

Nordische Ski-WM in Lahti

Staffel-Gold für deutsche Kombinierer

Die Konkurrenz ist gegen eine übermächtige deutsche Mannschaft im Staffel-Lauf der Nordischen Kombination chancenlos. Selbst widrige Bedingungen können das DSV-Team nicht stoppen. Norwegen und Österreich belegen die Plätze.

Das DSV-Team mit Björn Kircheisen, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek setzte sich auf den 4x5 Kilometern im Teamwettbewerb ganz souverän durch und ließ den anderen Nationen nicht den Hauch einer Chance. Auch schwierige Wetter-Bedingungen konnten die DSV-Läufer nicht aus dem Konzept bringen. Nach einem überlegenen Springen war Deutschland bereits mit einem Vorsprung von 44 Sekunden auf die Strecke gegangen. Diesen verteidigten die vier Kombinierer auch beim Langlauf und siegten ungefährdet vor Norwegen (+41,7 Sek.) und Österreich (+1:03,7 Min.).

A Never Ending Gold Story

Nordische Kombi -Team

Der Moment des puren Glücks: Johannes Rydzek fährt mit der Fahne ins Ziel. Von den Verfolgern ist nichts zu sehen.

Der Moment des puren Glücks: Johannes Rydzek fährt mit der Fahne ins Ziel. Von den Verfolgern ist nichts zu sehen.

Mission "Gold für Kirche" ist geglückt - am Abend strahlte Kircheisen mit der Goldmedaille. "Jetzt haben wir doch noch aus unserem Silbereisen einen Goldeisen gemacht", lachte Rießle.

Und so glänzen die vier Goldmedaillen beim gesamten Team.

Ausgelassene Freude bei den vier Goldjungs.

Der Grundstein für den Sieg wurde bereits am Morgen mit eine Top-Leistung im Springen gelegt. Eric Frenzel landete mit 100 Metern die größte Weite.

Auf geht's - Kircheisen ging mit 44 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz ins Rennen.

Bei Schneefall ...

... angefeuert von vielen tausend Fans ...

... auch in den Wäldern rund um das Stadion ...

... liefen die Deutschen ein einsames Rennen. Kircheisen übergab mit rund 51 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei an ...

... Eric Frenzel, der hier angefeuert wird.

Frenzel schickte Fabian Rießle auf die Goldreise.

Schlussläufer Johannes Rydzek konnte auf der letzten Runde schon kraftsparend laufen, kommende Woche stehen schließlich die Wettbewerbe auf der Großschanze an.

Rydzek im Ziel - die Blicke seiner Teamkollegen scheinen zu sagen: "Hey, warum bist Du erschöpft? Das war doch ganz easy."

Wenig später reichte war Rydzek aber schon wieder fit für viele Jubelschreie - hier nach der Flower Ceremony.

Und dann noch einmal gemeinsames Drücken ...

Über Silber freuten sich die Norweger, hier mit ihrem zweiten Läufer Mikko Kosklien.

Und nicht nur Deutschland jubelte - auch die Österreicher feierten Bronze frenetisch. Schlussläufer Paul Gerstgraser war der Held des Tages. Er konnte sich auf der Schlussrunde von den japanischen Verfolgern absetzen und sackte im Ziel erschöpft zusammen.

Das Bronze-Quartett: Mario Seidl, Philipp Ortner, Paul Gerstgraser und Berndhard Gruber.

Die WM-Gastgeber aus Finnland mit Kombinierer-Legende Hannu Manninen hatten vor dem Wettkampf insgeheim auf eine Medaille gehofft. Am Ende konnten sie aber nur den Sprint um Platz fünf gewinnen.

Bereits bei den 10 Kilometern im Einzel am Freitag hatte Deutschland mit einer dominanten Leistung die ersten vier Plätze belegt und somit alle drei Medaillen eingeheimst (Rydzek Gold, Frenzel Silber, Kircheisen Bronze), jetzt das zweite Gold und die siebte Medaille insgesamt bei diesen Weltmeisterschaften! "Unser Ziel war es, ein kontrolliertes Rennen zu laufen. Das war eine geile Teamleistung", sagte Frenzel, der mit seinem vierten WM-Gold Co-Trainer Ronny Ackermann an der Spitze der deutschen Bestenliste ablöste. "Es freut mich, dass wir dem Ganzen ein goldenes Häubchen aufsetzen konnten." Für Kircheisen war es die erste Goldmedaille überhaupt nach 11 Mal Silber bei WM und Olympia. "Ich kann es noch nicht glauben, dafür habe ich seit 2002 gekämpft", sagte "Kirche".

Kircheisen als "Schneepflug"

Kircheisen, der zuvor den kürzesten Sprung (91 Meter) gezeigt hatte, machte gleich den Anfang in der Loipe. Als erster Starter hatte er bei anhaltendem Schneefall nicht unbedingt einen Vorteil: Er musste die ersten Spuren in den Schnee ziehen und gab quasi den Schneepflug für die Konkurrenz. Bundestrainer Herrmann Weinbuch hatte seine Erwartungen vorab allerdings klar formuliert: "Bei der aktuellen Laufform können meine Jungs das Rennen eigentlich locker nach Hause laufen", meinte er.

Klarer Vorsprung vor Verfolger-Quartett

Nordische-Kombi-Staffel bei der WM in Lahti

Er behielt recht. Kircheisen baute die Führung bereits aus und übergab mit 51 Sekunden Plus auf Frenzel, der beim Springen die Bestweite von 100,0 Metern hingelegt hatte. Hinter dem deutschen Team belauerte sich derweil das Quartett aus Norwegen, Österreich, Japan und Frankreich um die Podestplätze. Während Frenzel vorne souverän seinen Lauf runterspulte, setzte sich dahinter der Norweger Mikko Kokslien von den Verfolgern ab. Die Norweger waren von Rang fünf gestartet.

Ungefährdeter Sieg

Frenzel übergab schließlich mit 46 Sekunden Vorsprung auf Rießle, der nach seinem vierten Platz im Einzel mit voller Power auf die Strecke ging und zwei Runden später mit fast identischem Vorsprung Weltmeister Rydzek abklatschte. An Rydzek war erwartungsgemäß kein Vorbeikommen. Mit deutscher Fahne lief er ins Ziel ein und wurde von seinen jubelnden Teamkollegen empfangen. Spannend endete der Lauf um Platz drei, in den sich in der Schlussphase sogar noch Gastgeber Finnland um Noko-Legende Hannu Manninen mischte. Am Ende behielten die Österreicher knapp die Nase vorne.

Bundestrainer Weinbuch lautstark

Nordische-Kombi-Staffel bei der WM in Lahti

Bundestrainer Weinbuch nahm den Wettkampf dann doch nicht ganz so leicht, wie er vorab dachte: "Während des Rennen habe ich schon Druck gespürt. So einfach, wie es aussieht, ist es nicht." Als bei Frenzels Runde kurzzeitg nur noch eine halbe Minute Vorsprung auf der Uhr stand, feuerte Weinbuch seine Athleten vom Streckenrand nochmal richtig an.

"Wir haben perfekt zusammen gearbeitet und uns für die harte Arbeit belohnt", meinte Rydzek zusammenfassend. Die deutschen Noko-Spiele gehen weiter. Am Mittwoch steht der Wettkampf von der Großschanze an, bei dem die Deutschen - natürlich! - wieder Favoriten sind.

Stand: 26.02.2017, 14:49

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