Kombinierer - Rydzek holt das nächste Gold

Nordische Ski-WM

Kombinierer - Rydzek holt das nächste Gold

Johannes Rydzek hat sich mit einem taktisch starken Rennen über 10 Kilometer den Weltmeistertitel in Kombination mit der Großschanze geholt. Fabian Rießle und Eric Frenzel stürmten noch in die Top-Ten vor.

 Akito Watabe, Johannes Rydzek, Francois Braud

Akito Watabe, Johannes Rydzek, Francois Braud

Johannes Rydzek hat bei der Nordischen Ski-WM nach Gold von der Normalschanze und im Team auch die Einzelkonkurrenz von der Großschanze gewonnen. Nach einem Sprung und einem Lauf über zehn Kilometer verwies er am Mittwoch (01.03.17) den Japaner Akito Watabe (+ 4,8 Sekunden) und den Franzosen Francois Braud (+13,0 Sekunden) auf die Plätze. Mit seinem insgesamt fünften WM-Titel krönte sich der Oberstdorfer zum erfolgreichsten Winterzweikämpfer der WM-Geschichte. Der 25-Jährige überflügelte seinen teaminternen Rivalen Eric Frenzel sowie den heutigen Kombinierer-Sprungcoach Ronny Ackermann, die beide vier WM-Titel geholt haben.

Die Bilder von Rydzeks fünftem Goldlauf

Nordische Kombination, WM-Wettkampf Großschanze, 10 km

And the winner is: Johannes Rydzek. Nach dem Titel von der Normalschanze hat sich der Oberstdorfer auch Gold von der Großschanze geholt.

And the winner is: Johannes Rydzek. Nach dem Titel von der Normalschanze hat sich der Oberstdorfer auch Gold von der Großschanze geholt.

Nach dem Skispringen am Mittwochmorgen gab es dagegen noch keinen Jubel im deutschen Team.

Bei ungünstigen Windbedingungen hatte Rydzek fast eine Minute Rückstand, ...

... Eric Frenzel sogar fast anderthalb Minuten, ...

... Fabian Rießle sogar 1:38 Minuten ...

... und Björn Kircheisen 1:44 Minuten ...

... auf Qualisieger Mario Seidl aus Österreich.

Der junge Österreicher (ganz rechts, Nr. 1) durfte dann auch mit großem Vorsprung als Erster in die Loipe.

Seidl lief vorn so schnell er konnte, ...

... die Verfolger machten hinten aber ein hölisches Tempo.

Rydzek führte das Verfoglerfeld an, und ...

... in der letzten Runde wurde Seidl (Nr. 1) dann gestellt. Im Schlusspurt hatte er keine Chance.

Rydzek setzte sich am letzten Berg ab und fuhr überlegen den Sieg nach Hause.

Völlig verausgabt lag Rydzek nach dem Rennen im Schnee.

Platz zwei und drei sicherten sich der Japaner Akito Watabe (li.) und Francois Braud.

Die Österreicher erlebten einen bitteren Tag. Seidl brach im Ziel erschöpft als Vierter zusammen, Wilhelm Denifl wurde Fünfter.

Den Spurt um die weiteren Plätze gewannen Fabian Rießle (li.) und Eric Frenzel (2. v.l.) vor Philipp Pommer (2.v.r.) und Titelverteidiger Bernhard Gruber.

Und hier noch einmal die drei glücklichen Medaillengewinner.

Rydzek stürmt nach vorn

Dabei hatte Rydzek nach dem Springen nur auf dem fünften Platz gelegen, eine Minute hinter dem führenden Österreicher Mario Seidl. Doch im Zehn-Kilometer-Rennen wurden die Karten neu gemischt. Die Entscheidung über die Medaillen fiel auf der letzten von vier Runden. Seidl konnte seinen Vorsprung nicht bis ins Ziel bringen. Am Ende hatte Johannes Rydzek die beste Taktik und die meisten Körner, um seine letzten beiden Konkurrenten, Watabe und Braud, zu distanzieren. "Am Schluss habe ich wirklich noch alles mobilisiert", so Rydzek. Auch Bundestrainer Hermann Weinbuch strahlte glücklich: "Nach dem schwierigen Springen war es richtig schwer. Aber "Ritschi" ist nicht nur stark, sondern auch ein cleverer Sieger." Eric Frenzel wurde Siebter hinter Fabian Rießle: "Es hat einfach das Qäntchen Glück gefehlt, vorallem auf der Schanze. Es war dann schwierig weiter nach vorne zu kommen." Björn Kircheisen landete auf Rang 16.

Seidls Vorsprung schmolz von Runde zu Runde

Mario Seidl startete mit einem Vorsprung von 46 Sekunden auf seinen Teamkollegen Wilhelm Denifl in den entscheidenden Lauf über die 10 Kilometer-Distanz. Akito Watabe (JPN), hatte wie Francois Braud (FRA) 54 Sekunden Rückstand, Johannes Rydzek nahm genau eine Minute hinter Seidl die Verfolgung auf. Seine Teamkollegen Eric Frenzel (+1:29 Minuten), Fabian Rießle (+1:38) und Björn Kicheisen (+ 1:44) mussten mehr Zeit aufholen, wenn sie noch in die Medaillenvergabe eingreifen wollten. Bundestrainer Hermann Weinbuch war zuversichtlich, das noch alles möglich ist. Vorallem, dass Frenzel seinen Rückstand aufholen konnte.

Rydzek machte Tempo

Rydzek konnte schnell zu Braud und Watabe aufschließen. Nach 1,3 Kilometer hatte das Trio auch Denifl eingeholt. Rydzek lag da nur noch 43 Sekunden hinter Seidl zurück. Frenzel 1:07,9 Minuten. Rießle 1:25,5 Minuten und Kircheisen noch 1:26,1 Minuten. Die Verfolger kamen langsam näher. 37,7 Sekunden hinter Seidl führte der Japaner Watabe die erste Gruppe an der Zeitmessung vorbei. Nach 3,8 Kilometer hatte sich Rydzek an die Spitze der Verfolger gesetzt und Dampf gemacht. Der Vorsprung von Seidl war auf 25,4 Sekunden geschrumpft. Zur Halbzeit hatte die Gruppe wieder leicht verloren. Das wollte Rydzek nicht so lassen und übernahm die Führungsarbeit. Bei Kilometer 6,3 war ein Erfolg zu sehen. Denifl ging mit 11,6 Sekunden vor Braud (+11,6), Watabe (+12,4) und Rydzek (13,1) durch die Zeitmessung. Jetzt hatten sie Seidl im Blick.

Trio macht Medaillen unter sich aus

Johannes Rydzek

Johannes Rydzek

Mit minimalem Rückstand ging das Quartett auf die vierte Runde und hatte Seidl dann auch schnell eingeholt. Die Medaillengewinner würden also aus diesem Quintett kommen. Vizeweltmeister Braud zog das Tempo an, Rydzek blieb dran und auch Akito Watabe konnte sich mit absetzen. Die Österreicher waren dagegen geschlagen. Kurz vor dem Stadion griff der Oberstdorfer an und holte sich mit einem starken Schlussspurt Gold vor Watabe und Braud.

br/mla | Stand: 01.03.2017, 15:51

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