Goldener Auftakt für Kombinierer

Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Eric Frenzel

Erstes Gold für Deutschland

Goldener Auftakt für Kombinierer

Dieses Gold war fest eingeplant: Am Ende verteidigte Kombinierer Johannes Rydzek im Einzel seinen Titel. Eric Frenzel, der nach dem Springen geführt hatte, musste sich mit Silber begnügen.

Johannes Rydzek ist der alte und neue Weltmeister im Einzel. Der Kombinierer aus Oberstdorf setzte sich in Lahti dank einer starken Laufleistung nach einem Sprung und 10 Kilometern deutlich durch. Silber ging an Eric Frenzel (Oberwiesenthal), der auf der Strecke kleinere Schwächen zeigte. "Ich habe mich stark gefühlt. Ich wusste, dass mir die langsame und schwere Strecke liegt", freute sich der Weltmeister im ZDF. Auch der silberne Frenzel war zufrieden: "Ich habe gemerkt, dass Johannes auf der Strecke hier stark ist. Ich habe alles gegeben und bin zufrieden."

Die Bilder vom deutschen Dreifacherfolg

Die Dominanz der DSV-Kombinierer aus dem Weltcup hat bei der WM eine nahtlose Fortsetzung gefunden. Gleich im ersten Wettkampf gab es einen historischen Triumph.

Einzelwettbewerb Nordische Kombination Ski-WM Lahti

Das nennt man dann wohl einen perfekten Auftakt in die WM: Die deutschen Kombinierer haben gleich beim ersten Wettkampf einen Dreifachsieg gefeiert.

Das nennt man dann wohl einen perfekten Auftakt in die WM: Die deutschen Kombinierer haben gleich beim ersten Wettkampf einen Dreifachsieg gefeiert.

Weltcupsitzenreiter Johannes Rydzek siegte vor ...

... Eric Frenzel und ...

... Björn Kircheisen.

Der deutsche Sieg hatte sich schon am Motgen angekündigt. Jeweils auf 99 Meter sprangen Frenzel und ...

... Rydzek.

Titelverteidiger Rydzek ging mit 14 Sekunden Rückstand auf Frenzel in die Loipe.

Den Rückstand hatte Rydzek bereits im ersten Kilometer der 10-Kilometer-Runde aufgeholt.

Rund 30 Sekunden hinter der Spitze bildete sich eine große Gruppe mit den Mitfavoriten um die Medaillenplätze Akito Watabe aus Japan (Nr. 6), dem Österreicher Bernhard Gruber (Nr. 4), Björn Kircheisen oder Fabian Rießle.

Vorn liefen Rydzek und Frenzel ein Ausscheidungsrennen, ...

..., nach rund 5 Kilometern konnte sich Rydzek (vorn) absetzen und siegte ...

... letztlich überlegen.

Im Freude bei Familie Rydzek im Ziel war entsprechend groß.

Das Rennen der Verfolger machte Kircheisen, während Fabian Rießle (li.), der sich ebenfalls Medaillenhoffnungen machte, seinen Teamkollegen nur gratulieren konnte. Als Vierter rundete er den Erfolg des deutschen Teams aber ab.

Den Sieg feierte aber das gesamte Team mit den drei Medaillengewinnern.

Johannes Rydzek

Johannes Rydzek verteidigt seinen Titel.

Den kompletten deutschen Erfolg machte Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) klar, der sich mit Bronze schmücken durfte. Fabian Rießle (Breitnau) belegte den undankbaren vierten Platz. Manuel Faißt (Baiersbronn) wurde 17. "Kirche" konnte sein Glück kaum fassen: "Ich habe gebissen bis zum Schluss. Ich habe an meine Chance geglaubt. Ich habe hart gearbeitet und bin froh, dass ich meine Medaille habe."

Rydzek läuft schnell auf

Johannes Rydzek

Johannes Rydzek

Die große Frage vor dem Rennen war: Wird Frenzel den Turbo schalten oder lässt er Verfolger Rydzek ranlaufen? Die Antwort fiel schnell: Nach nur einem Kilometer hatte Titelverteidiger Rydzek den führenden Frenzel eingeholt, ließ den Oberwiesenthaler aber zunächst die Führungsarbeit machen. Die anderen Verfolger blieben weiter 23 Sekunden hinter dem Führungsduo. Kircheisen, Rießle und Faißt platzierten sich in der großen Verfolgergruppe. Nach 2,5 Kilometern kam die bis auf 17 Sekunden heran.

Entscheidung im zweiten Teil

Eric Frenzel

Eric Frenzel hatte Probleme.

Nach der Hälfte des Rennens und bei mehr als 30 Sekunden Vorsprung stand bereits fest: Gold und Silber gehen nach Deutschland. Frenzel und Rydzek wechselten sich gut ab und bauten so den Vorsprung auf die Verfolger weiter aus. Und hinten sorgten die drei anderen Deutschen weiter dafür, dass das Tempo dort nicht so hoch ist. "Wir haben keine taktischen Maßnahmen gesprochen. Wir haben es sein lassen, das machen die Jungs alleine. Eric hat ein wenig Probleme“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch im ZDF. Und so nutzte Rydzek seine Chance und ließ den Sachsen am Anstieg stehen.

Oldie Kircheisen holt Bronze

Da die Verfolger aber weiter Zeit verloren, geriet auch Silber nie in Gefahr. Während Rydzek sich im Ziel als alter und neuer Weltmeister feiern lassen konnte, Frenzel Zweiter wurde, entwickelte sich der Kampf um Bronze zu einem echten Krimi. Kircheisen und Rießle zogen auf der letzten Runde an und der Johanngeorgenstädter Kircheisen sicherte sich tatsächlich die Bronzemedaille.

Doppelführung nach dem Springen

Eric Frenzel

Das Springen hatte am Vormittag Eric Frenzel mit 99 Metern gewonnen. Johannes Rydzek stand ebenfalls 99 Meter, hatte wegen deutlich besserer Windbedingungen einige Punkte abgezogen bekommen und musste mit 14 Sekunden Rückstand das Rennen aufnehmen. Auch die drei anderen deutschen Kombinierer erwischten einen guten Tag. Björn Kircheisen (8.) landete bei 94 Metern, Fabian Rießle (12.) schaffte 94,5 Meter und auch Manuel Faißt (13.) durfte mit 93,5 Metern zufrieden sein. "Wir waren heute alle sehr aufgeregt. Gott sei Dank haben alle einen super Sprung gemacht, wir haben eine tolle Ausgangsposition", freute sich Sprungtrainer Ronny Ackermann.

rei | Stand: 24.02.2017, 13:17

Darstellung: