Deutsche Handballer gewinnen auch gegen Russland

Deutschland - Russland 27:26

Deutsche Handballer gewinnen auch gegen Russland

Deutschlands Handballer sind optimal in die WM gestartet. Gegen Russland feierten sie ihren zweiten Sieg im zweiten Spiel, mussten aber bis zum Schluss zittern.

Deutschland kam am Sonntag (18.01.15) in Doha zu einem 27:26 (9:13) gegen Russland und liegt damit klar auf Achtelfinalkurs. Zum Auftakt hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes gegen Polen 29:26 gewonnen. Bester deutscher Werfer war Uwe Gensheimer in seinem 100. Länderspiel mit neun Toren. Er leistete sich nur einen Fehlversuch.

"Es war unglaublich spannend", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. "Zum Schluss war es natürlich auch ein bisschen Glück, aber das gehört dazu." Torhüter Silvio Heinevetter sprach von einer "bestandenen Reifeprüfung. Man hat gesehen, dass wir als Mannschaft zusammenstehen, egal ob wir mit drei oder vier Toren hinten liegen."

Heinevetter beginnt im Tor

Sigurdsson hatte in der Startformation auf Heinevetter im Tor vertraut, obwohl der Gummersbacher Carsten Lichtlein gegen Polen eine starke Leistung gezeigt hatte. Sigurdsson begründete die Personalie kurz vor Spielbeginn mit seinem "Bauchgefühl". Dieses ließ ihn nicht im Stich. Heinevetter parierte nach 59 Sekunden den ersten Siebenmeter und bot gegen den WM-Siebten auch in der Folge eine gute Leistung.

Offensivschwäche vor der Pause

Im Gegensatz zum Spiel gegen Polen offenbarte der WM-Fünfte im Angriffsspiel aber große Schwächen. Von der aggressiven russischen Deckung ließen sich die deutschen Spieler den Schneid abkaufen, der Rückraum entwickelte zu wenig Druck und strahlte kaum Torgefahr aus. Bis zur Pause hatte der deutsche Rückraum durch Steffen Weinhold (2) und Michael Kraus (1) lediglich drei Tore erzielt. Auch die häufigen Überzahlsituationen spielte das deutsche Team schlecht aus, hinzu kamen einige technische Fehler, die die Russen mit Treffern bei Tempogegenstößen eiskalt bestraften.

Kneer sorgt für erste Führung

Nach der Pause kam die Mannschaft wie verwandelt zurück. Die Anspiele auf Kreisläufer Patrick Wiencek funktionierten nun besser, der Rückraum entwickelte mehr Druck. Der Lohn war der Ausgleich durch Rechtsaußen Patrick Groetzki (14:14/35.). Die Russen hielten dagegen - teils aber mit überharten Methoden. So agierte die DHB-Auswahl immer wieder in Überzahl und nutze diese Situationen nun auch konsequenter aus als vor der Pause. Stefan Kneer sorgte für die erste deutsche Führung (18:17/41.).

Lichtlein mit starker Fußabwehr

Sigurdsson brachte für die Schlussphase Lichtlein, der sich mit einer sensationellen Fußabwehr glänzend einfügte (45.). Groetzkis herrlicher Heber bedeutete die erste Drei-Tore-Führung (23:20/47.). Die Russen verkürzten noch einmal auf 26:27 verkürzten, vergaben aber in den Schlusssekunden in eigener Überzahl die Chance zum Ausgleich.

Matchball gegen Dänemark

Sein drittes Spiel in der Gruppe D bestreitet Deutschland am Dienstag gegen den Titelanwärter Dänemark. Die ersten vier Teams der Sechsergruppen erreichen das Achtelfinale, den Deutschen würde ein Punkt gegen Dänemark dafür reichen.

Statistik

Handball · Weltmeisterschaft · Vorrunde Gruppe D

Sonntag, 18.01.2015 | 17.00 Uhr

Deutschland

Lichtlein, Heinevetter – Schöngarth, Böhm, Drux (2), Kneer (1), Kraus (2), M. Müller, Weinhold (2), M. Strobel (1) – Gensheimer (9/4), Groetzki (6), Sellin – Wiencek (4), Pekeler, E. Schmidt

27

Russland

Levshin, Grams – Igropulo (6/3), Dereven, Gorbok (2), Kudinov, Zhitnikov (2), Evdokimov, Kovalev (3/1), Shishkarev (1), Aslanyan – Dibirov (5), Skopintsev, Atman (4) – Pyshkin, Chipurin (3)

26

Fakten und Zahlen zum Spiel

DeutschlandRussland
Siebenmeter4 Würfe, 4 Treffer5 Würfe, 4 Treffer
Strafminuten14 Min.16 Min.

Zuschauer:

  • 600

Schiedsrichter:

  • Kliko/Johansson (Schweden/Schweden)

red/sid/dpa | Stand: 18.01.2015, 21:35

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