Starke deutsche Handballer starten mit Sieg in WM

Polen - Deutschland 26:29

Starke deutsche Handballer starten mit Sieg in WM

Die deutschen Handballer sind erfolgreich in die Weltmeisterschaft in Katar gestartet.

Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson gewann gegen den Erzrivalen Polen in Doha nach einer über weite Strecken starken Leistung mit 29:26 (17:13) und verschaffte sich damit eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. "Ich bin sehr froh. Die Jungs haben verdient gewonnen, super gekämpft", lobte Sigurdsson: "Es waren heute viele kleine Helden da."

Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die nur dank einer Wildcard des Weltverbandes IHF an der WM teilnehmen darf, war der überragende Kieler Steffen Weinhold mit neun Toren. "Wir sind als Teanm aufgetreten, jeder hat für den anderen gekämpft", sagte der starke Torwart Carsten Lichtlein. "Auf den Start kann man aufbauen, ich hoffe, dass es so weitergeht." Im zweiten Spiel trifft die deutsche Mannschaft am Sonntag auf Russland.

Heinevetter zunächst im deutschen Tor

Im Tor setzte Sigurdsson gegen den EM-Sechsten zunächst auf den Berliner Silvio Heinevetter. Rückkehrer Michael Kraus (Göppingen) saß zu Beginn auf der Bank. Unter den Augen der Fußballer von Bayern München fand die DHB-Auswahl in der Lusail Multipurpose Hall gut ins Spiel. Besonders der Rückraum entwickelte mit seiner variablen Spielweise viel Druck, während die deutsche Abwehr nach anfänglichen Abstimmungsproblemen in ständig wechselnden Formationen immer besser stand.

Weinhold sorgte vor rund 5.500 Zuschauern mit seinem vierten Treffer in der Anfangsphase für die erste Zwei-Tore-Führung des WM-Fünften. Allerdings ging nicht nur vom Kieler in der ersten Halbzeit Torgefahr aus. Die Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki setzten sich immer wieder gut in Szene, das Spiel über den Kreis war zudem eine weitere Waffe. Zudem spielte der deutsche Angriff sehr geduldig, sodass Sigurdsson den WM-Auftakt gelassen von der Seitenlinie verfolgte.

Der Coach wechselte schon in der ersten Halbzeit munter durch und verteilte so die Belastung auf viele Schultern. Heinevetter, der in den ersten 20 Minuten nur 23 Prozent der auf sein Tor abgegeben Würfe parierte, machte beim Stand von 10:10 für Ex-Weltmeister Lichtlein Platz. Mit dem Gummersbacher im Tor gewann das deutsche Spiel zusätzlich an Sicherheit. In Unterzahl brachte der Lemgoer Abwehrspezialist Hendrik Pekeler die DHB-Auswahl erstmals mit vier Toren in Front - ein Vorsprung, der auch zur Pause bestand hatte.

DHB-Auswahl nervenstark in der Schlussphase

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ die Konzentration im deutschen Spiel aber nach. Selbst in doppelter Überzahl wurden einige Chancen im Angriff leichtfertig vergeben. Die Polen, gegen die das deutsche Team in den WM-Play-offs schon gescheitert war, verkürzten mit drei Toren in Folge auf 18:19 (39.). Die Begegnung wurde nun immer hektischer, die DHB-Auswahl musste nach längerer Zeit den Ausgleich hinnehmen. Die Sigurdsson-Truppe hielt aber dagegen und zog angetrieben von Lichtlein, Weinhold und Gensheimer, der sieben Treffer erzielte, wieder auf 23:20 (48.) davon. Die Partie blieb bis in die Schlussphase spannend - doch die nervenstarke DHB-Auswahl hatte das bessere Ende für sich.

Titelverteidiger Spanien startet mit Arbeitssieg

Zuvor waren Titelverteidiger Spanien und Mitfavorit Kroatien mit Arbeitssiegen in die WM gestartet. Die Iberer bezwangen Weißrussland in der Gruppe A mit 38:33 (21:17), mussten aber um den Erfolg lange Zeit zittern. Neun Minuten vor dem Ende lagen die Spanier lediglich mit einem Tor in Front. Kroatien mühte sich in der Gruppe B in Doha zu einem 32:30 (16:13) gegen Österreich. Überragender Akteur des WM-Dritten war Ivan Cupic mit elf Treffern.

Der deutsche Gruppengegner Russland startete mit einem mühelosen Pflichtsieg in das Turnier. Der dreimalige Titelträger besiegte Außenseiter Saudi-Arabien mit 27:17 (17:9). Dagegen patzte Vize-Weltmeister Dänemark und kam gegen Argentinien nur zu einem 24:24 (13:8). Europameister Frankreich setzte sich in der Gruppe C am Ende nur knapp mit 30:27 (16:9) gegen Tschechien durch, während Schweden gegen Island mit 24:16 (12:7) gewann.

Statistik

Handball · Weltmeisterschaft · Vorrunde Gruppe D

Freitag, 16.01.2015 | 17.00 Uhr

Polen

Wyszomirski, Szmal – Rojewski, Bielecki (1), Chrapkowski (2), M. Jurecki (5), Jurkiewicz (1), Orzechowski, Szyba, K. Lijewski (7/1) – Krajewski, Wisniewski (1), Daszek (3) – Syprzak (3), Grabarczyk, B. Jurecki (3)

26

Deutschland

Lichtlein, Heinevetter – Schöngarth (1), Böhm, Drux (1), Kneer, Kraus (1), M. Müller, Weinhold (9), M. Strobel (3) – Gensheimer (7/4), Groetzki (4), Sellin (1/1) – Wiencek (1), Pekeler (1), E. Schmidt

29

Fakten und Zahlen zum Spiel

PolenDeutschland
Siebenmeter1 Würfe, 1 Treffer8 Würfe, 5 Treffer
Strafminuten10 Min.12 Min.

Zuschauer:

  • 3500

Schiedsrichter:

  • Nachevski/Nikolov (Mazedonien/Mazedonien)

red/sid/dpa | Stand: 16.01.2015, 18:35

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