Deutscher WM-Traum endet gegen Katar

Katar - Deutschland 26:24 (18:14)

Deutscher WM-Traum endet gegen Katar

Der Medaillentraum der deutschen Handballer bei der WM in Katar ist geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson unterlag im Viertelfinale der Auswahl des Gastgebers mit 24:26 (14:18).

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) verpasste durch ihre erste Turnierniederlage im siebten Spiel den größten Erfolg seit dem WM-Titelgewinn 2007 im eigenen Land.

"Die Enttäuschung ist sehr groß. Es war ein sehr schweres Spiel. Wir haben schlecht angefangen. Danach waren wir oft dran, aber wir haben sie nie geknackt. Die Jungs haben unglaublich gekämpft", analysierte Bundestrainer Dagur Sigurdsson das Aus.

Probleme in der Abwehr

Im Gegensatz zum klaren Achtelfinal-Sieg gegen Ägypten tat sich Deutschland vor 14.500 Zuschauern von Beginn an schwer und auch Kapitän Uwe Gensheimer, mit fünf Treffern erfolgreichster Werfer, gab zu: "Das war sicher nicht unserer beste Leistung." Die deutsche 5:1-Abwehr bekam Katars Kreisläufer Borja Vidal zunächst nicht in den Griff und auch die Rückraumspieler der mit internationalen Legionären besetzten Gastgeber-Auswahl setzten sich immer wieder gut in Szene.

Der deutschen Deckung, bisher das Prunkstück bei dieser WM, mangelte es an der notwendigen Aggressivität. Dem Angriffsspiel fehlte ein wenig die Beweglichkeit, zudem leistete sich die DHB-Auswahl überraschend viele Fehlwürfe und einige technische Fehler. Die Folge war ein 6:10-Rückstand nach 16 Minuten.

Schnell ein deutlicher Rückstand

Sigurdsson reagierte, nahm eine Auszeit und versuchte, beruhigend auf seine Spieler einzuwirken. Zudem nahm der Isländer personelle Veränderungen vor. Michael Kraus ersetzte Martin Strobel auf der Spielmacherposition, Silvio Heinevetter rückte für den dieses Mal nicht so starken Carsten Lichtlein ins Tor.

Das deutsche Spiele wurde zunächst aber nicht besser, auch wenn Heinevetter einige tolle Reflexe zeigte. Gensheimer scheiterte auf der anderen Seite mit zwei Siebenmetern an Torwart Goran Stojanovic. Katar zog in der Folge auf sieben Tore davon (16:9/26.), doch die DHB-Auswahl kämpfte sichmit einem Zwischenspurt zurück und verkürzte bis zur Pause auf vier Treffer.

Kurzzeitig nah dran

In Halbzeit agierte die DHB-Auswahl zwei konzentrierter in der Abwehr und hielt das Tempo hoch. Ins Spiel der Gastgeber schlichen sich nun auch Fehler ein, das deutsche Team nutzte diese zu Toren nach Tempogegenstößen. Rechtsaußen Patrick Groetzki brachte sein Team mit einem sehenswerten Heber erstmals seit der Anfangsphase wieder auf ein Tor heran (19:20/39.).

Aber Katar verschaffte sich dank Rafael Capote beim 25:22 (49.) wieder etwas Luft. Die deutsche Mannschaft kämpfte verbissen, kam jedoch nicht entscheidend heran und war zudem wegen Oberschenkelproblemen bei Steffen Weinhold in der Offensive geschwächt. "Das ist wohl eine leichte Zerrung. Ich hoffe, ich kann die letzten Spiele noch machen", erklärte Weinhold später.

In den letzten Minuten entwickelte sich eine echte Abwehrschlacht mit dem besseren Ende für Katar, auch weil die deutsche Mannschaft mehrfach gute Gelegenheiten liegen ließ. Allein Groetzki scheiterte in der Schlussphase bei zwei Chancen freistehend vor Danijel Saric.

Nächster Gegner ist Kroatien

Für die deutsche Auswahl geht es jetzt in den Platzierungsspielen um die Ränge fünf bis acht um ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier. Dazu bräuchte das DHB-Team mindestens Platz sieben. Erster Gegner ist am Freitag (30.01.15) Kroatien, das sein Viertelfinale gegen Polen mit 20:22 verlor.

sid/dpa | Stand: 28.01.2015, 18:13

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