DHB setzt auf Lehrstunde gegen Frankreich

Nikola Karabatic (li.), Daniel Narcisse

Vor dem letzten Gruppenspiel

DHB setzt auf Lehrstunde gegen Frankreich

Die deutschen Handballer sehen in dem letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich vor allem die Möglichkeit, zu lernen. Der Olympiasiger setzt weiter auf die erfahrenen Stars.

Martin Heuberger macht aus seiner Bewunderung kein Geheimnis: Frankreich verkörpert für den Bundestrainer das Nonplusultra des Welthandballs. "Wenn ich das Auftreten hier bei dieser WM in Spanien sehe, ist es beeindruckend, mit welcher Souveränität die ihre Spiele absolvieren. Die spielen locker-flockig diese Spiele weg", sagte er mit einem Leuchten in den Augen.

Am Freitag (ab 18 Uhr live im Ersten und im Livestream bei sportschau.de) steht Heuberger mit seiner Auswahl bei der WM dem Team der Extra-Klasse gegenüber. In Barcelona spielt der EM-Siebte zum Vorrunden-Abschluss gegen den Titelverteidiger um den Gruppensieg. "Man kann mit einer gewissen Lockerheit in das Spiel reingehen. Schön ist es, wenn wir gewinnen, aber es ist auch kein Beinbruch, gegen Frankreich zu verlieren", sagte Heiner Brand.

"Frankreich ist eine Übermannschaft"

"Man muss sagen, Frankreich ist eine Übermannschaft", meinte Torhüter Silvio Heinevetter. "Da sind so viele Weltklassespieler drin. Das ist schon eine Augenweide, denen zuzusehen", sagte Heuberger. Einzig ein Sieg gegen das Team mit den vier goldenen Sternen auf dem Trikot für die vier WM-Titel würde der deutschen Mannschaft Platz eins und so als Achtelfinal-Kontrahenten den Vierten der Gruppe B bescheren.

"Für uns ist das Frankreich-Spiel nur ein Lernspiel. Da können wir nur mit der gleichen Begeisterung und Einsatzfreude dagegenhalten und uns hoffentlich mit einem guten Ergebnis im Rhythmus halten für das Achtelfinale", sagte Heuberger und fügte an: "Es kommt eine Mannschaft, die nicht unsere Kragenweite ist. Für unseren im Umbruch befindlichen Kader ist es eine große Herausforderung, gegen die weltbeste Mannschaft zu spielen. Ich möchte, dass die Mannschaft forsch auftritt."

Vier Siege mit wenig Mühe

Thierry Omeyer

Thierry Omeyer: "Wissen, dass wir uns steigern müssen."

Die Franzosen haben ihre bisherigen vier Spiele gewonnen. Nur zum Auftakt gegen Tunesien mussten sie sich anstrengen. "Wir wissen natürlich, dass wir uns noch steigern müssen, denn gegen Deutschland wird es ein anderes Stück Arbeit als in den letzten drei Spielen", erklärte Torhüter Thierry Omeyer vom THW Kiel.

Der nach dem Olympiasieg von London erwartete Umbruch ist weitgehend ausgeblieben. Neben dem 36 Jahre alte Omeyer gehören zur alten Garde sein Torhüter-Kollege Douda Karaboue (37), Abwehrchef Didier Dinart (35) sowie Welthandballer Daniel Narcisse (33) und Jerome Fernandez (35). Der jüngst in einen Wettskandal verwickelte ehemalige Welthandballer Nikola Karabatic ist zwar erst 28 Jahre alt, hat jedoch auch mehr als 200 Länderspiele bestritten. Ein Ende ihrer Ära scheint nicht in Sicht. "Wir sind noch da. Wir sind noch nicht satt. Wenn man gewinnt, will man immer mehr, mehr, mehr. Wir haben viele Spieler, die nur an Siege denken", sagte Omeyer.

dpa | Stand: 17.01.2013, 17:21

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