Spaniens Handballer reden sich stark

Handball-WM: Kroatien gewinnt Spiel um Platz drei

Spaniens Handballer reden sich stark

Gastgeber Spanien und Europameister Dänemark stehen sich im Finale der Handball-WM gegenüber. Nicht nur die Historie spricht für einen Erfolg der Dänen.

Gastgeber gegen Europameister, Abwehrbollwerk gegen Tormaschine, Kraft gegen Schnelligkeit - das WM-Endspiel am Sonntag (27.01.13) verspricht Hochspannung. Doch trotz Spaniens Heimvorteils geht Dänemark als leichter Favorit in das von vielen als Traumfinale apostrophierte Duell. "Wir haben noch Luft nach oben", sagte Hans Lindberg. Der dänische Rechtsaußen vom HSV Hamburg stand in den Katakomben des Palau Sant Jordi in Barcelona und grinste bis über beide Ohren.

Seine Analyse des recht mühelos herausgeworfenen 30:24-Erfolgs im Halbfinale gegen den Turnier-Mitfavoriten Kroatien dürfte den Spaniern Sorgen machen. "Von den Ergebnissen her ist Dänemark der Favorit. Aber das ist ein neues Match, und wir spielen zu Hause", sagte der spanische Trainer Valero Rivera. Nachdem die Iberer in der Vorrunde gegen die Kroaten noch verloren (25:27) hatten, lobte selbst die spanische El País den glanzvollen Auftritt des Europameisters ehrfurchtsvoll: "Dänemark ist mit dem besten Handball dieser WM ins Finale gestürmt."

Hoffen auf Keeper Sterbik

Spanien, das bei der Heim-WM vom ersten Titelgewinn seit dem WM-Triumph von 2005 träumt, hatte sich in seinem Halbfinale weitaus schwerer getan. Beim 26:22 gegen Außenseiter Slowenien konnten sich der Gastgeber aber mal wieder auf seine beinharte Deckung und den überragenden Arpad Sterbik im Tor verlassen.

"Gegen Dänemark muss Spanien deutlich mehr zeigen. Es wird sehr schwer, aber diese Auswahl muss sich vor niemandem fürchten", schrieb die Marca am Tag vor dem Finale. Grund für das Vertrauen in die Mannschaft von Rivera, die im Viertelfinale das deutsche Team aus dem Turnier geworfen hatte, ist die überragende Defensive. Sie ist der Schlüssel zum Erfolg. Gerade einmal 20 Gegentore musste die spanische Abwehr in den bisherigen acht WM-Spielen im Schnitt hinnehmen. Es ist der mit Abstand beste Wert aller Teams bei dieser WM.

Tempo-Handball der Dänen

Die Skandinavier, für die ein Sieg den ersten WM-Titel bedeuten würde, sind dagegen mit Tempo-Handball durch das Turnier marschiert. Sie gewannen alle ihre acht Spiele, erzielten im Schnitt 34 Tore pro Partie und haben zudem mit Niklas Landin von den Rhein-Neckar Löwen einen der besten Keeper des Turniers im Kasten. Gegen Kroatien kam der 24-Jährige auf herausragende 16 Paraden. "Wir sind noch ein bisschen stärker als bei der EM im vergangenen Jahr in Serbien. Wir haben einen noch ausgeglicheneren Kader. Die Bank ist besser besetzt, und wir können viel durchwechseln", sagte Landin.

Die Dänen bestechen durch ihre Ausgeglichenheit. Genau wie Bundestrainer Martin Heuberger bei den deutschen Handballern legt auch Dänen-Coach Ulrik Wilbek, der gerade zum Welt-Handball-Trainer 2012 gekürt wurde, großen Wert darauf, die Spielanteile auf möglichst viele Spieler zu verteilen. "Der Schlüssel gegen Spanien wird sein, unser Team zum Funktionieren zu bringen. Jeder muss seinen Teil beitragen", sagte der Flensburger Linksaußen Anders Eggert, der mit 52 Toren die WM-Torschützenliste anführt. Die Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit sprechen für einen Erfolg seines Teams: Sowohl im Halbfinale der WM 2011 in Schweden (28:24) als auch in der Vorschlussrunde der EM im vergangenen Jahr in Serbien (25:24) hatte Dänemark die Nase vorn.

Kroatien gewinnt "kleines" Finale

Kroatien hat am Samstagabend (26.01.12) die Bronzemedaille gewonnen. Der Weltmeister von 2003 besiegte Außenseiter Slowenien im Spiel um Platz drei mit 31:26 (14:13) und landete zum dritten Mal binnen eines Jahres auf dem dritten Platz einer Großveranstaltung. Zuvor hatten die Kroaten auch bei der EM vor einem Jahr in Serbien und bei den Olympischen Spielen von London Bronze geholt.

Slowenien erzielte bei seiner sechsten Teilnahme trotz der verpassten Medaille sein bestes WM-Ergebnis. Bisher hatte der zehnte Platz von 2007 als größter Erfolg bei einer WM gegolten. Beste kroatische Werfer in der im zweiten Durchgang einseitigen Partie waren Spielmacher Domagoj Duvnjak vom Bundesligisten HSV Hamburg und Rechtsaußen Ivan Cupic mit jeweils acht Treffern.

sid/dpa | Stand: 26.01.2013, 20:30

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