Rückschlag für deutsche Handballer

Sven-Sören Christophersen

Bittere 23:25-Pleite gegen Tunesien

Rückschlag für deutsche Handballer

Schwarzer Tag für die deutschen Handballer bei der WM in Spanien: Das DHB-Team unterlag nach einer dürftigen Vorstellung im zweiten Gruppenspiel Tunesien mit 23:25 und muss sogar um den Einzug ins Achtelfinale zittern.

Ein Sieg gegen Panamerikameister Argentinien ist nun am Dienstag (18.15 Uhr/Live in der ARD und im Livestream bei sportschau.de) Pflicht, um das angestrebte Minimalziel zu erreichen. Nur die ersten vier Mannschaften der Sechser-Gruppe ziehen ins Achtelfinale ein. Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes war Sven-Sören Christophersen. Aber auch die sieben Tore des Berliners verhinderten die erste Niederlage im zehnten Spiel gegen den Olympia-Achten nicht.

Deutschland verliert gegen Tunesien 2013 Play-Icon

Deutschland unterliegt Tunesien | 02:01 min | 14.01.2013 | ARD Mittagsmagazin | Das Erste

Heinevetter: "Deprimierend"

"Wir haben die Tunesier in der Abwehr nicht in den Griff bekommen, und vorne haben wir zu viele Chancen ausgelassen. Das reicht dann in der Summe nicht", sagte Christophersen. "Es ist gerade deprimierend, genauer gesagt scheiße. Aber es ist noch nichts passiert", meinte Torhüter Silvio Heinevetter. "Wir sind nicht ins Spiel gekommen, vorn nicht, hinten nicht, der Torwart nicht", ergänzte der Keeper, während der undestrainer vor allem den vielen ausgelassenen Torchancen hinterhertrauerte. "Uns fehlte die Cleverness. Wir haben leider auch nicht das nötige Glück gehabt", sagte Martin Heuberger. In der Tat zielten die Deutschen oftmals zu ungenau und blieben mit ihren Würfen an Pfosten oder Latte des tunesischen Tores hängen.

Oliver Roggisch Play-Icon Audio-Icon

Heuberger: "Zu viele Gegentore aus der Fernwurfzone" | 00:13 min | 13.01.2013 | WDR 2 Sportzeit

Jallouz bereitet Probleme

Vor 4.200 Zuschauern entwickelte sich ein Kampfspiel. Die deutsche 6:0-Abwehr fand zunächst kein Mittel gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Nordafrikaner um den künftigen Kieler Wael Jallouz und agierte in der Anfangsphase zu passiv. Im Angriff wurden zudem klare Chancen vergeben, immer wieder scheiterten die deutschen Akteure am starken tunesischen Schlussmann Marouane Magaiez, der im ersten Durchgang auch zwei Siebenmeter parierte. Die Folge war ein 6:10-Rückstand nach 19 Minuten. Heuberger nahm eine Auszeit und fand deutliche Worte. "Wir müssen in der Abwehr aggressiver werden", forderte der Bundestrainer.

Seine Spieler verstanden. Die Deckung um Abwehrchef Oliver Roggisch rückte nun früher raus und erkämpfte sich einige Bälle. So kam die DHB-Auswahl zu leichten Toren nach Tempogegenstößen und ging in der 27. Minute nach langer Zeit wieder in Führung (12:11). "Die Tunesier sind stärker als erwartet", stellte DHB-Sportmanager Heiner Brand in der Halbzeitpause fest.

Sieben Minuten ohne Tor

Stefan Kneer (li.) und der Tunesier Mahmoud Gharbi

Stefan Kneer wird vom Tunesier Mahmoud Gharbi attackiert.

Auch nach dem Wechsel blieb die Begegnung spannend. Schöne Kombinationen bildeten auf beiden Seiten die Ausnahme, Einzelaktionen prägten im Angriff das Bild. Das deutsche Team tat sich in der Offensive weiter schwer. Nach fast sieben Minuten ohne eigenen Treffer lag der Weltmeister von 2007 mit 13:15 zurück. Auch in zahlreichen Überzahlsituationen offenbarte das deutsche Team große Schwächen in der Chancenverwertung, leichte Tore aus dem Rückraum waren die Ausnahme. Auch der gegen Brasilien überragende Heinevetter hatte nicht seinen besten Tag erwischt, in der Schlussphase wurde er durch den Lemgoer Carsten Lichtlein ersetzt.

Michael Haas Play-Icon Audio-Icon

Haas: "Kein gutes Spiel von uns" | 00:15 min | 13.01.2013 | WDR 2 Sportzeit

Ohne die fehlenden Leistungsträger Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann fehlte in dieser schwierigen Phase auf dem Feld zudem ein Leitwolf. Ein 17:20-Rückstand in der 46. Minute war die Folge. Doch das mit sieben WM-Debütanten angetretene deutsche Team kämpfte sich zurück und glich wieder aus (21:21/54.). In der hektischen Schlussphase hatte Tunesien dann das bessere Ende für sich.

sid/dpa | Stand: 13.01.2013, 19:30

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