Deutscher Pflichtsieg zum WM-Start
Neuer Abschnitt
33:23-Erfolg über Brasilien
Deutscher Pflichtsieg zum WM-Start
Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sind die deutschen Handballer mit einem standesgemäßen Pflichtsieg in die WM gestartet.
Neuer Abschnitt
Die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger bezwang Außenseiter Brasilien im spanischen Granollers am Schluss deutlich mit 33:23 (12:10). Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beim achten Sieg im achten Spiel gegen die Südamerikaner war der Flensburger Steffen Weinhold mit sieben Toren. "Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl. Die brasilianische Abwehr hat uns anfangs vor Probleme gestellt. Insgesamt war es ein ordentlicher Auftakt", resümierte Heuberger.
Durch den Erfolg setzte das deutsche Team eine stolze Serie fort. Seit 1974 ist die DHB-Auswahl in WM-Eröffnungsspielen ungeschlagen. Mit einem weiteren Erfolg am Sonntag (13.01.13) gegen Afrikameister Tunesien könnte die deutsche Mannschaft einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. "Man darf den Sieg gegen Brasilien nicht überbewerten. Die zwei Punkte waren aber sehr wichtig", meinte Weinhold.
DHB-Team zu Beginn sehr nervös
Der mit sechs WM-Debütanten angetretenen deutschen Mannschaft war die Nervosität zu Beginn deutlich anzumerken. Besonders gegen die offensive 3:2:1-Deckung der kampfstarken Brasilianer fand die DHB-Auswahl zunächst kein Mittel. Der Weltmeister von 2007 leistete sich im ersten Durchgang zahlreiche Ballverluste und vergab reihenweise gute Chancen. So hatte Adrian Pfahl alleine in den ersten neun Minuten vier Fehlwürfe. Heuberger reagierte und nahm den Rückraumspieler vom VfL Gummersbach vom Feld.
Ohne die fehlenden Leistungsträger Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann fehlte dem deutschen Team gegen den Zweiten der Panamerikameisterschaft im Angriff die ordnende Hand. So nahm Heuberger beim 7:9 in der 20. Minute schon eine Auszeit. "Wir müssen die Dinger reinmachen. Das ist das Hauptproblem", sagte der Bundestrainer, der schon Mitte der ersten Halbzeit munter durchwechselte.
Starke Leistung von Heinevetter
Angetrieben vom starken Berliner Torhüter Silvio Heinevetter und einer mit zunehmender Spieldauer sicherer stehenden Abwehr fand der Favorit vor 2.700 Zuschauern schließlich etwas besser in die Begegnung. Zwei von Kevin Schmidt (Wetzlar) verwandelte Siebenmeter bescherten dem WM-Elften von 2011 eine Zwei-Tore-Führung zur Pause. "Man merkt ihnen die Nervosität an. Wir haben zu schnell die Abschlüsse gesucht", sagte ARD-Experte Bob Hanning, der im Herbst für das Amt des DHB-Vizepräsidenten kandidieren wird.
Brasilien schwanden die Kräfte
Auch DHB-Sportmanager Heiner Brand zeigte sich mit der Vorstellung in den ersten 30 Minuten nicht zufrieden. "Wir hätten höher führen, aber auch zurückliegen können. Da müssen wir uns bei Silvio Heinevetter bedanken", sagte der ehemalige Bundestrainer. Heinevetter wehrte alleine im ersten Durchgang zehn Bälle ab.
Nach dem Wechsel schwanden bei den Brasilianern etwas die Kräfte, die DHB-Auswahl nutzte die sich bietenden Räume besser. Zudem wurde die Chancenverwertung besser. Schnell setzte sich das deutsche Team ab (18:13/39.). In der Abwehr wurden die Bälle nun gut erkämpft, über Tempogegenstöße gelangen einfache Tore. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.
sid/dpa | Stand: 12.01.2013, 17:15