Neu bei der EM - Blaue Karten, schnelleres Spiel

Toft Hansen vom THW Kiel sieht die Blaue Karte

Handball-Europameisterschaft 2018

Neu bei der EM - Blaue Karten, schnelleres Spiel

Fans, die sich Handball nur bei Großereignissen anschauen, werden bei der EM einige neue Regeln kennenlernen: Es gibt mittlerweile Blaue Karten, ein klarer definiertes Zeitspiel sowie veränderte Vorgaben für Torhüter und verletzte Spieler - ein Überblick.

Blaue Karte - da kommt noch was nach

Wenn die Schiedsrichter diese Karte zücken, die sie nun zusätzlich zur Gelben und Roten zur Verfügung haben, droht ein Nachspiel. Wenn die Referees nämlich nach der Roten Karte auch noch "Blau" zücken, wird ein schriftlicher Bericht in den Spielbericht aufgenommen und die Disziplinarkommission ist für weitere Maßnahmen verantwortlich. Sinn der Sache ist es, bei einer Disqualifikation eines Spielers für mehr Klarheit zu sorgen.

Verletzter Spieler - bitte dreimal aussetzen

Wird ein Spieler auf dem Spielfeld medizinisch behandelt, muss er anschließend das Spielfeld verlassen - und darf es erst wieder betreten, wenn seine Mannschaft drei Angriffe abgeschlossen hat. Abschluss heißt: Tor oder Ballverlust. Kommt der Spieler vor Ablauf der drei Angriffe zurück, gibt es zwei Strafminuten wie bei einem Wechselfehler. Ausnahmen: Wenn der foulende Spieler eine progressive Bestrafung kassiert (also hinausgehend über Freiwurf oder Siebenmeter) und wenn der Torwart nach einem Kopftreffer liegenbleibt.

Zeitspiel - jetzt zählen die Pässe

Schiedsrichter Pawel Fratczak zeigt Zeitspiel an

Jetzt aber schnell abschließen - Schiedsrichter Pawel Fratczak zeigt Zeitspiel an.

Man kennt das nervöse Rumgehampel und Gefuchtel mit nach oben gereckten Armen vieler Trainer an der Seitenlinie, wenn der Gegner führt und das Angriffsspiel verlangsamt, um schön die Uhr runterzuspielen. Dagegen wurde das "Zeitspiel" eingeführt - und Mitte 2016 noch präzisiert: Geht der ominöse Arm der Schiedsrichter hoch, dürfen maximal noch sechs Pässe bis zum Torabschluss gespielt werden. Wichtig auch: Wenn der angreifenden Mannschaft ein Freiwurf zugesprochen wurde, wird die Anzahl der Pässe nicht unterbrochen.

Letzte Minute wird halbiert

Auch hier geht es um den schnellen Spielfluss, der nicht unfair gestoppt werden soll - und zwar in der absoluten "Crunch Time" einer Partie: Begeht ein Abwehrspieler eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet regelwidrig eine Wurfausführung (Anwurf, Abwurf, Freiwurf, Einwurf), erhält er eine Rote Karte ohne Bericht - und die andere Mannschaft automatisch einen Siebenmeter. Bis Sommer 2016 galt das in der letzten Spielminute, jetzt aber nur noch in den letzten 30 Sekunden des Spiels.

Torwart als Feldspieler - auch ohne Leibchen

Wenn's mal wieder schneller gehen muss: Der Torwart kann als siebter Feldspieler eingesetzt werden. Er muss nicht mehr zwingend mit einem Leibchen gekennzeichnet sein. Aber Achtung: Hat der siebte Feldspieler kein Leibchen an, darf er auch nicht den eigenen Torraum betreten - zu diesem Zweck muss erst wieder der Torwart für einen Feldspieler eingewechselt werden.

ch | Stand: 09.01.2018, 12:00

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