EM-Zwischenzeugnis - Weinhold und Reichmann überragen

EM-Zwischenzeugnis - Weinhold und Reichmann überragen

Die EM-Vorrunde ist überstanden, Zeit für eine erste Einzelkritik: Kapitän Weinhold und Rechtsaußen Reichmann ragten heraus, einige Teamkollegen überraschten positiv. Ein hoch gehandeltes Talent hat dagegen noch Luft nach oben.

Carsten Lichtlein

Carsten Lichtlein (Tor): Ging als klare Nummer Eins ins Turnier, kam aber, im Stich gelassen von seinen Vorderleuten, nicht in Schwung. Ist auch auf der Bank wichtig: keine Zickereien, dafür volle Motivation und Unterstützung für die Kollegen.

Carsten Lichtlein (Tor): Ging als klare Nummer Eins ins Turnier, kam aber, im Stich gelassen von seinen Vorderleuten, nicht in Schwung. Ist auch auf der Bank wichtig: keine Zickereien, dafür volle Motivation und Unterstützung für die Kollegen.

Andreas Wolff (Tor): Ging als klare Nummer Zwei ins Turnier, nutzte seine frühe Chance im ersten Spiel aber eindrucksvoll. Überragender Rückhalt bei den Siegen gegen Schweden und Slowenien - besser hätte es für den künftigen Kieler nicht laufen können.

Rune Dahmke (Linksaußen): Als letzter fitter Spezialist auf dieser Position mit großem Erwartungsdruck gestartet. Gegen Spanien noch wenig zu sehen, insgesamt lief wenig über die Außen. Bei den beiden Siegen deutlich besser im Spiel, insgesamt neun Treffer - und gegen Slowenien auch stark in der Defensive.

Steffen Fäth (Rückraum links): Einer der Erfahreneren im jungen Team, warf in jedem Spiel seine Tore, insgesamt zehn bei 17 Versuchen. Gute Leistungen, aber noch Luft nach oben.

Christian Dissinger (Rückraum links): Viele erwarten seinen endgültigen internationalen Durchbruch bei der EM, aber der Druck wiegt offenbar schwer. Dissinger nahm in Spiel eins übermotiviert zu viele Würfe, sah in Spiel zwei Rot, war in Spiel drei sehr früh mit zwei Zeitstrafen belastet. Neun Treffer bei 24 Abschlüssen - das kann der Kieler besser.

Finn Lemke (Rückraum links): Eine der positiven Überraschungen, in der Defensive als langer (2,10 Meter) Teil des Mittelblocks enorm wichtig. Ergreift in Auszeiten schon das Wort, für seine 24 Jahre eine erstaunliche Entwicklung. Vorne nur mit wenigen Abschlüssen (2/5).

Martin Strobel (Rückraum Mitte): Bekam erst im dritten Spiel mit 41 Einsatzminuten eine echte Chance, sich auszuzeichnen. Nutzte diese ordentlich, ordnete das Spiel und hatte damit seinen Anteil am souveränen Sieg gegen Slowenien.

Niclas Pieczkowski (Rückraum Mitte): Musste wie erwartet auf Linksaußen spielen, wenn Dahmke eine Pause brauchte. Erledigte die Aufgabe ordentlich mit einem schönen Treffer gegen Spanien. Insgesamt zwei Tore bei sechs Abschlüssen.

Simon Ernst (re. Rückraum Mitte): Kann bisher nur Erfahrungen abseits des Feldes sammeln. Kam lediglich gegen Slowenien für einen kurzen Moment zum Einsatz.

Steffen Weinhold (Rückraum rechts): Der neue Kapitän ist der erhoffte Anführer, übernimmt in entscheidenden Situationen Verantwortung und erzielt wichtige Tore. Kämpferisch unheimlich wertvoll, mit 139 Einsatzminuten der meistbeschäftigte Feldspieler. Tolle Torquote: 12 von 18.

Fabian Wiede (Rückraum rechts): Wenn er wirft, wird's gefährlich, fünf von acht sind eine gute Quote. Da könnte er sich doch eigentlich öfter trauen.

Johannes Sellin (Rechtsaußen): Nervöses erstes Spiel, kaum eingesetzt im zweiten - und in Spiel drei dann mit seinem ersten EM-Treffer im ersten Versuch. Steht auf seiner Position klar im Schatten von Tobias Reichmann.

Tobias Reichmann (Rechtsaußen): Blüht in Polen, wo er bei Kielce auch in der Liga spielt, regelrecht auf. Mit 19 Treffern klarer Topscorer im Team, enorm abgebrüht bei seinen Siebenmetern. Eine echte Waffe.

Hendrik Pekeler (Kreis): Nicht spektakulär, aber enorm wichtig, vor allem in der Defensive. Leistet im Mittelblock Schwerstarbeit mit vielen Einsatzminuten. Da lässt es sich kaum vermeiden, dass er mit fünf Zwei-Minuten-Strafen und einer Rote Karte die Sünderkartei anführt.

Jannik Kohlbacher (Kreis): Musste sich zunächst noch gedulden, kam nur taktisch zum Einsatz. Bekam dann in Spiel drei 25 Einsatzminuten - und nutzte seine Chance eindrucksvoll. Das Kraftpaket tankte sich sehenswert am Kreis durch und traf drei seiner vier Abschlüsse. Gerne mehr davon!

Erik Schmidt (Kreis): Spielte zum Auftakt gegen Spanien noch 32 Minuten, verwandelte alle seiner vier Würfe. Gegen Schweden durfte er nur noch 15 Minuten ran, gegen Slowenien gar nur eine. Das hat taktische Gründe, weil Pekeler sowohl Abwehr als auch Angriff spielt. Schmidt wird seine Chancen weiterhin bekommen.

Stand: 20.01.2016, 22:00 Uhr

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