Kampf um die Stammplätze im Handball-Team

Bundestrainer Dagur Sigurdsson

Härtetests gegen Island vor der EM

Kampf um die Stammplätze im Handball-Team

Stammplätze? Bundestrainer Dagur Sigurdsson machte große Augen. "Es herrscht natürlich Konkurrenzkampf. Die Jungs müssen sich zeigen", sagte Sigurdsson vor der EM-Generalprobe gegen Island und deklarierte die letzten beiden Testspiele der deutschen Handballer am Samstag und Sonntag zum "absoluten Härtetest, den die Mannschaft noch braucht". Siege seien die beste Art des Teambuildings - und für seine Spieler das beste Argument im Kampf um die begehrten EM-Tickets.

Denn entschieden, das machte Sigurdsson am Donnerstag (07.01.16) in Hannover deutlich, hat er sich noch nicht endgültig, mit welchen 16 Akteuren er kommende Woche zur EM nach Polen (15. bis 31. Januar) aufbrechen wird. "Wenn es gut läuft und wir die Spiele gewinnen, hat man natürlich gute Chancen", ergänzte der Isländer. Seine Nominierungen für die 16 Kaderplätze will der ehrgeizige Coach erst nach dem Wochenende bekannt geben.

Im Laufe der EM hat er dann noch die Möglichkeit, drei Spieler auszutauschen und aus seinem vorläufigen 28er-Kader nachzunominieren. "Die Tür ist offen in beide Richtungen", sagte Sigurdsson neun Tage vor dem deutschen EM-Auftakt am 16. Januar gegen Ex-Weltmeister Spanien.

Rune Dahmke

Rune Dahmke

Gegen Island kann der Coach erstmals auf den Einsatz von Rune Dahmke hoffen. Der einzige im Kader verbliebene Linksaußen hat seine Sprunggelenksverletzung soweit auskuriert, dass er auflaufen kann. "Rune wird wahrscheinlich pro Spiel eine Halbzeit spielen", sagte Teammanager Oliver Roggisch. Zuvor waren auf der Linksaußen-Position Uwe Gensheimer und Michael Allendorf verletzt ausgefallen.

Quarantäne für Strobel

Noch angeschlagen sind die Spielmacher Martin Strobel mit einer Erkältung und Niclas Pieczkowski mit Leistenproblemen. Strobel kam gar im Hotel in einem Extra-Zimmer unter Quarantäne, damit er seine Mitspieler nicht noch ansteckt. Für einen Einsatz in Polen besteht bei allen drei Akteuren keine Sorge. Ob Pieczkowski und Strobel am Wochenende mitwirken, will Sigurdsson erst nach den nächsten Trainingseinheiten entscheiden. "Vielleicht werden wir noch eine Variante einbauen", deutete er eventuelle einmal taktische Veränderungen an.

In den beiden "Härtetests" gegen Island in Kassel und Hannover steht aber zunächst erstmal die Defensive auf dem Prüfstand. Zwar präsentierte sich die Offensive - und da vor allem der Rückraum - am Dienstag gegen Tunesien (37:30) schon in EM-Form, doch im Abwehrverbund offenbarte der WM-Siebte noch deutliche Schwächen. Vor allem die 18 Gegentore in der ersten Hälfte wurmen Sigurdsson noch immer. "Wir werden da weiter an Kleinigkeiten arbeiten", sagte er und prognostizierte ein "enges EM-Turnier. Da kommt es genau auf diese Kleinigkeiten an. Es kann alles passieren."

Auch Neu-Kapitän Steffen Weinhold sieht mit Blick auf die Island-Spiele noch Luft nach oben. "Sicherlich gab es gegen Tunesien schon einige gute Ansätze", sagte der Kieler Rückraumspieler, "aber hinten müssen wir kompakter stehen und aggressiver arbeiten. Da gilt es jetzt, den nötigen Feinschliff reinzubekommen, damit wir in Polen ein Stück weiter sind."

sid/dpa/red | Stand: 08.01.2016, 08:42

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