Deutsche EM-Helden feiern in Berlin

Andreas Wolff spannt vor seinen Kollegen die Arme an

Ankunft der deutschen Handballer

Deutsche EM-Helden feiern in Berlin

"Berlin reißen wir auch noch ab" - Torhüter Andreas Wolff hatte nach der Landung die Parole für die große Handball-Party ausgegeben und hielt Wort. Bei der großen Feier der Europameister war er der Mann, den die knapp 10.000 Fans am lautesten feierten.

Gegen 14.15 Uhr war die Charter-Maschine am Montag (01.12.2016) auf dem Flughafen Berlin-Tegel gelandet. Auf dem abgeschirmten militärischen Teil des Airports hatten zwar keine Fans Zutritt, aber Vertreter des Deutschen Handball-Bundes (DHB) beglückwünschten vor zahlreichen Fernsehteams und Reportern die Spieler. Torwart Carsten Lichtlein reckte die EM-Trophäe in die Luft. Noch auf dem Flughafen nahm das Überraschungsteam vor dem DHB-Bus für ein Gruppenfoto Aufstellung und entfaltete ein Transparent für die Fans mit der Aufschrift "Vielen Dank für Eure Unterstützung".

Kratzige Bärte und klackernde Bierflaschen

Die Spuren einer wilden Nacht waren überdeutlich, aber nach 16 Stunden Siegesrausch am Stück zündeten die Handball-Helden mit müden Augen die nächste Stufe. "Berlin reißen wir jetzt auch noch ab!", rief Torhüter Andreas Wolff mit knarziger Stimme - und schon der Charterflug von Krakau in die deutsche Hauptstadt war wieder eine einzige Party. Bierflaschen klackerten aneinander, kratzige Bärte küssten den goldenen EM-Teller.

Sigurdssons "Heimhalle"

Bundestrainer Dagur Sigurdsson wurde an seiner alten Wirkungsstätte dann schließlich besonders laut begrüßt und verkündete dann auch angesichts des lauten Beifalls der Fans für seine Verhältnisse ungewohnt euphorisch: "Das hier ist meine Heimhalle." Den Spielern war allerdings auch bei der Gala die Müdigkeit noch ein bisschen anzumerken. Von Moderator Alexander Bommes zu seiner Nervenstärke im Finale beglückwünscht, antwortete Rechtsaußen und Siebenmeterschütze Johannes Sellin prägnant nur: "Läuft."

Als echtes "Feierbiest" und etwas wortreicher präsentierte sich Abwehrspezialist Finn Lemke und brachte das Publikum mit einer kleinen, gebrüllten Kampfansage - "Heute ist unser Tag, heute kann uns niemand schlagen" - nochmals besonders auf Touren. Kapitän Steffen Weinhold fand vor allem ruhige Worte und stellte noch einmal den überragenden Teamgeist der Mannschaft heraus.

"Andi, Andi, Andi, Andi Wolff"

Den lautesten Jubel gab es jedoch für die Torhüter und insbesondere für Andreas Wolff. Der zum besten Keeper des Turniers gewählte zukünftige Kieler zeigte auf der Bühne in "Hulk-Hogan-Manier" seine imposanten Arme, spannte den Bizeps an und wurde dann von all seinen Teamkollegen wild hüpfend auf der Bühne mit "Andi, Andi, Andi, Andi Wolff"-Sprechchören gefeiert - mehr brauchte es nicht, um dieses so beeindruckende Turnier (vorerst) gebührend abzuschließen.

red/dpa/sid | Stand: 01.02.2016, 18:00

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