Das sind die nächsten Gegner der deutschen Handballer

Gudmundur Gudmundsson

Die deutschen Gegner in der EM-Hauptrunde

Das sind die nächsten Gegner der deutschen Handballer

Die deutschen Handballer treffen bei der EM in der Hauptrunde auf Dänemark, Russland und Ungarn. Die Dänen sind klarer Favorit, die Russen erleben eine Renaissance, Ungarn ist Außenseiter - drei Kurz-Porträts.

Dänemark - Trainerfuchs und Wurfgewalt

Vorsicht vor einem alten Fuchs: Trainiert wird Dänemark von Gudmundur Gudmundsson, der die Bundesliga-Stars allerbestens kennt. "Gummi", wie ihn sogar seine eigene Ehefrau nennt, coachte bis 2014 die Rhein-Neckar Löwen, früher war er auch bei Bayer Dormagen tätig. Das Gesetz der Serie spricht für die dänischen Handballer. Vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London holten die Dänen ihre beiden EM-Titel.

Auch vor dem Turnier in Polen wird die wurfgewaltige Mannschaft um Superstar Mikkel Hansen von allen Experten genannt, wenn es um den Kreis der Goldfavoriten ging. Die Leistungen in der Vorrunde lassen beim Vize-Europameister zwar noch Luft nach oben, doch die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretene dänische Auswahl geht mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten in die zweite Turnierphase. "Natürlich sind wir in Polen, um das große Ziel zu erreichen", sagte Torhüter Niklas Landin vom deutschen Rekordmeister THW Kiel.

Russland - Renaissance mit guter Mischung

Dimitri Zhitnikov, Russland

Die großen Erfolge der russischen Nationalmannschaft liegen schon einige Jahre zurück. Den letzten großen Titel gab es vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Sydney. Ihr einziges EM-Gold holten die Russen 1996. Bei der WM vor einem Jahr in Katar wurde sogar das Achtelfinale verpasst, am Ende belegte man einen enttäuschenden 19. Rang.

Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Profis hat Russland in Polen nun aber die Renaissance eingeleitet und will sich die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier sichern. In der Vorrunde gelang ein überraschender 27:26-Erfolg gegen Ungarn. Durch die Niederlage gegen Dänemark (25:31) geht Russland mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase. In der Offensive ist vor allem ein Trio zu beachten. Sergei Schelmenko traf in allen drei Vorrundenspielen je fünfmal, Sergei Gorbok und Timur Diborow kamen jeweils insgesamt auf 13 Treffer.

Ungarn - Anfällige Abwehr und Topstar Nagy

Spielszene der Ungarn

Für den früheren Vize-Weltmeister Ungarn steht bei der EM in Polen viel auf dem Spiel. Belegte die Mannschaft vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London überraschend noch Platz vier, hat das Team von Trainer Talant Dujshebaev bisher noch nicht einmal das Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier in der Tasche. Die Motivation beim EM-Achten von 2014 ist daher besonders groß.

Allerdings gehen die Ungarn nach Niederlagen gegen Russland und Dänemark mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Der Einzug ins Halbfinale ist damit nur noch theoretisch möglich. Topstar der Ungarn ist der wurfgewaltige Laszlo Nagy, der aber beispielsweise von den Dänen komplett abgemeldet wurde und nur ein Tor erzielte. Anfällig ist der Dritte der Gruppe C in der Defensive - in den drei Partien der Vorrunde gab es 28 Gegentore im Schnitt.

sid/horni | Stand: 21.01.2016, 08:35

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