Deutschland spielt um die Vorzüge des Gruppensiegs

Bundestrainer Dagur Sigurdsson (r.) im Spiel gegen Weißrussland

Handball-WM

Deutschland spielt um die Vorzüge des Gruppensiegs

Für die deutsche Mannschaft steht gegen Kroatien die erste echte Prüfung an. Das Weiterkommen ist zwar längst sicher, mit einem Sieg würde sich die Mannschaft aber einige weite Wege ersparen.

"Es ist das erste Spiel mit diesem Endspiel-Charakter", sagt Bundestrainer Dagur Sigurdsson über das letzte Gruppenspiel bei der WM in Frankreich gegen Kroatien. Am Freitag (20.01.2017/17.45 Uhr) in Rouen spielt die deutsche Mannschaft gegen die ebenfalls verlustpunktfreien Kroaten um den Gruppensieg.

Dem Gruppenzweiten blühen weite Wege und schwere Gegner

Und der wäre auch in logistischer Hinsicht ein großer Erfolg. Als Gruppensieger würde die deutsche Mannschaft alle ihre weitere Spiele in der K.o.-Runde in Paris nahe Rouen bestreiten. Der Gruppenzweite spielt das Achtel- und ein mögliches Viertelfinale an der Südküste im 900 Kilometer entfernten Montpellier und müsste dann für ein eventuelles Halbfinale nach Paris reisen. Die deutsche Mannschaft hat vor dem letzten Gruppenspiel das bessere Torverhältnis und könnte schon mit einem Unentschieden Sieger der Gruppe werden.

Bei einem Gruppensieg wäre der Gegner im Achtelfinale Katar, bei einem Weiterkommen dort träfe die deutsche Mannschaft auf Russland oder Slowenien. Als Gruppenzweiter heißt der Gegner im Achtelfinale Schweden oder Ägypten, schon im Viertelfinale könnte die DHB-Auswahl Spanien gegenüberstehen.

Kroatien ist einer der Titelfavoriten

Allerdings hat das Nationalteam bei großen Turnieren bisher alles andere als gute Erfahrungen mit Kroatien gemacht. Bei noch keiner WM hat Deutschland gegen Kroatien gewonnen. Sigurdsson will das nun ändern. "Wir werden alles, was wir haben, in dieses Endspiel packen", kündigt er an. Das Spiel gegen die Kroaten ist für Deutschland der erste echte Gradmesser bei der WM in Frankreich. In jedes der bisherigen vier Spiele war Sigurdssons Team als Favorit gegangen - das ändert sich nun. "Jetzt haben wir die erste richtige Prüfung", sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Kroatien hat derweil genug von zweiten Plätzen - und damit ist nicht die Vorrundengruppe gemeint. Duvnjak und seine Kollegen wollen nach den drei Vize-Titeln bei den Europameisterschaften 2008 und 2010 sowie der WM 2009 dieses Jahr die Trophäe gewinnen. "Diese Jungs werden bald die Welt dominieren", prophezeit die kroatische Zeitung "Vecernji List".

Sigurdsson dämpft Erwartungen an Europameister Pekeler

Mit der überraschenden Nachnominierung von Kreisläufer Hendrik Pekeler hat Sigurdsson sich eine weitere Option für die Defensive in den Kader geholt. Und Pekeler und der restliche Abwehrblock werden gegen die starken Kroaten um Weltstar Domagoj Duvnjak gleich gefordert sein. Dennoch warnt Sigurdsson vor zu hohen Erwartungen an den Europameister. Zwar wisse er, dass Pekeler hinten Stabilität geben könne. "Wir wissen aber auch, dass er nicht die Vorbereitung mit uns bestritten hat. Deswegen wird er nicht die zentrale Rolle spielen, die er spielen könnte", sagt der Coach.

Nach dem sogenanten "Late Entry" Holger Glandorf ist Pekeler der erste von insgesamt zwei Spielern, die Sigurdsson während des Turniers nachnominieren kann. Der Bundestrainer hat damit noch eine Option für einen Spielerwechsel innerhalb des gemeldeten 28er-Kaders.

nch/dpa | Stand: 20.01.2017, 10:39

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