Erfolgreicher Auftakt für deutsche Handballer

Deutschlands Torhüter Silvio Heinevetter

1. Spieltag der Handball-WM

Erfolgreicher Auftakt für deutsche Handballer

Gewackelt, aber gewonnen: Die deutschen Handballer sind mit einem bärenstarken Kapitän Uwe Gensheimer und einem überragenden Torhüter Silvio Heinevetter erfolgreich in die WM gestartet.

Der Europameister besiegte Ungarn trotz einer durchwachsenen Leistung mit 27:23 (16:11) und nahm damit die erste Hürde auf seiner Medaillen-Mission in Frankreich. Bester Werfer der Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson war der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters verspätet angereiste Gensheimer mit 13 Toren.

"Es war ein sehr hartes und schwieriges Auftaktspiel. Der Sieg ist verdient, wir haben immer geführt", sagte Sigurdsson nach der Partie. Heinevetter räumte ein: "Unsere Leistung ist noch ausbaufähig. Es war noch nicht alles Gold, was geglänzt hat."

Am Sonntag trifft die Mannschaft in ihrem zweiten Vorrundenspiel auf Chile. Die Südamerikaner legten mit einem 32:28 gegen Weißrussland ebenfalls einen siegreichen WM-Start hin.

Heinevetter treibt Ungarn zu Verzweifelung

Sigurdsson hatte seine Mannschaft gegen die erfahrenen Ungarn um ihren Star Laszlo Nagy perfekt eingestellt. Der Europameister startete hellwach in die Partie, vor allem die deutsche Abwehr präsentierte sich in starker Verfassung. "Wir wollen Weltmeister werden", hatte Torhüter Andreas Wolff vor dem Anwurf selbstbewusst verkündet.

Der EM-Held durfte zum erfolgreichen WM-Start zunächst aber nichts beitragen. Sigurdsson hatte Heinevetter den Vorzug gegeben und lag damit goldrichtig. Der Berliner trieb die Ungarn zur Verzweiflung. Bis zur Halbzeit hatte Heinevetter die Hälfte auf sein Tor abgegebener Würfe (elf Paraden) gehalten, Wolff jubelte auf der Bank mit.

Gensheimer ohne Fehlversuch in Halbzeit eins

Neben Heinevetter ragte Gensheimer aus dem Team heraus. Der Linksaußen des französischen Spitzenklubs Paris St. Germain erzielte per Gegenstoß seinen ersten Turniertreffer (4:2/8.) und ließ eine Minute später einen gefühlvollen Heber beim Siebenmeter zum 5:3 folgen.

"Ich werde die Weltmeisterschaft spielen. Das hätte mein Vater so gewollt", erklärte Gensheimer, der erst am Donnerstagabend im deutschen Teamhotel eingetroffen war. Und Gensheimer trumpfte weiter groß auf. Bis zur Halbzeit hatte er sieben Tore bei sieben Versuchen erzielt.

"Das war Wahnsinn. Er hat uns mit seiner Souveränität im Spiel gehalten. Das war schon groß", sagte Heinevetter. Auch Sigurdsson war angetan: "Das war großartig, Respekt vor dieser Leistung."

Dank Heinevetter und Gensheimer kam die mit zehn Europameistern besetzte DHB-Auswahl Mitte der ersten Halbzeit immer besser in Schwung, nachdem es zu Beginn in der 6:0-Abwehr einige Abstimmungsprobleme gegeben hatte. Nach einem 7:5 (15.) setzte sich das deutsche Team gegen den Olympia-Vierten von 2012 auf sieben Tore ab (16:9/29.).

DHB-Auswahl behält die Nerven

Zu Beginn des zweiten Durchgangs durchlebten die "Bad Boys" aber ihre erste große Schwächephase. Mit ihrem sechsten Tor in Serie verkürzten die Ungarn auf 15:16 (38.), ehe Rückraumspieler Häfner der erste deutsche Treffer nach rund neun Minuten ohne Tor gelang. Trotz des Treffers hatte der Europameister im Angriff weiter große Probleme, Sigurdsson nahm beim Stand von 17:16 (42.) eine Auszeit.

Der nach der WM zum japanischen Verband wechselnde Isländer brachte nun einen siebten Feldspieler, um im Angriff Überzahlsituationen herzustellen. Doch die Partie entwickelte sich beim 22:21 (54.) zu einem Krimi - aber die DHB-Auswahl behielt die Nerven.

sid, dpa, red | Stand: 13.01.2017, 20:02

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