Bundestrainer Löw mustert Großkreutz aus

Bundestrainer Joachim Löw (l.) und Kevin Großkreutz

Unprofessionelles Verhalten

Bundestrainer Löw mustert Großkreutz aus

Kevin Großkreutz versucht derzeit beim VfB Stuttgart einen Neuanfang in der Bundesliga. In der Nationalmannschaft hat der 27-Jährige indes keine Zukunft mehr.

Joachim Löw hält sich üblicherweise mit öffentlicher Schelte zurück: Bei Kevin Großkreutz hat der Bundestrainer allerdings eine Ausnahme gemacht. Löw kritisierte den 27-Jährigen am Dienstag (19.01.2016) nach dessen missglücktem Türkei-Abenteuer und schloss eine EM-Teilnahme des Neu-Stuttgarters aus. Großkreutz' Zeit in der Nationalmannschaft dürfte nach sechs Länderspielen beendet sein.

"Nein. Er war ein halbes Jahr raus", antwortete Löw beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga auf eine Frage, ob Großkreutz nach seinem Wechsel von Galatasaray Istanbul zum VfB Stuttgart wieder eine Option für die EM-Endrunde in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) sei. "Ich habe nur begrenzt Verständnis dafür, wie er mit seiner Karriere umgegangen ist", betonte Löw und monierte das Verhalten des früheren Dortmunders bei Galatasaray.

Fast jedes Wochenende in Deutschland

"Ich war in Istanbul beim Trainer von Galatasaray, der mir gesagt hat, dass Kevin fast jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag nach Hause geflogen ist", sagte Löw: "Das macht man nicht, wenn man Teil einer Mannschaft ist." Großkreutz war vor der Saison von Borussia Dortmund zu Galatasaray gewechselt, kam dort aber nicht zum Einsatz, da die Türken den Transfer zu spät gemeldet hatten. Bald darauf klagte Großkreutz über Heimweh.

Es war der sportliche Tiefpunkt nach einem längeren Abwärtstrend. Als Weltmeister ohne Einsatz hatte Großkreutz schon nach dem Turnier in Brasilien bei Löw keine Rolle mehr gespielt. Zuvor in Dortmund hatte Großkreutz unter Trainer Jürgen Klopp, auch bedingt durch Verletzungen, nur selten gespielt.

Großkreutz fühlt sich gereift

In Stuttgart will der gebürtige Dortmunder nun einen Neuanfang starten. VfB-Sportvorstand Robin Dutt sprach bei der Vorstellung von einem "besonderen Profi". Ihn habe das halbe Jahr in der Türkei "reifer gemacht", erzählte Großkreutz bei seiner Vorstellung bei den Schwaben. Auch wenn er Weltmeister sei, fügte er an, "fühle ich mich überhaupt nicht als Star, sondern als Kevin Großkreutz. Ich bin, wie ich bin - ein ganz normaler Mensch."

sid/dpa | Stand: 19.01.2016, 15:46

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