Hakenkreuz im Rasen - Kroatien fürchtet EM-Ausschluss

Ein Hakenkreuz auf dem Spielfeld bedeutet einen Skandal im kroatischen Fußball

EM-Qualifikation

Hakenkreuz im Rasen - Kroatien fürchtet EM-Ausschluss

Wegen rassistischer Ausfälle seiner Fans musste Kroatien in der EM-Qualifikaiton gegen Italien unter Ausschluss der Öffentlichkeit antreten. Bei dem Spiel fand sich nun ein in den Rasen gebranntes Hakenkreuz - Kroatien fürchtet eine drastische Strafe.

Unmittelbar nach dem 1:1 gegen italien  nahm die Polizei Ermittlungen wegen des Vorfalls auf. Sie sicherte Stücke der Spielfläche als Beweismittel. Unter dem Flutlicht des Poljud-Stadions in Split war ein Hakenkreuz auf dem Rasen zu sehen. "Das ist Sabotage, ein krimineller Akt. Das ist eine Schande für ganz Kroatien, und wir verurteilen das", sagte Verbandssprecher Tomislav Pacak. Die Partie gegen Italien musste bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, weil die UEFA die Kroaten wegen rassistischer Angriffe ihrer Fans im Spiel gegen Norwegen bestraft hatte.

Eine lange Vorgeschichte lässt drastische Maßnahme vermuten

Nach dem Vorfall fürchten die Kroaten nun weit härtere Sanktionen durch die UEFA. "Der Unsinn von ein paar Idioten kostet uns die EURO", vermutete die Zeitung "24Sata". Dabei sind die Kroaten durch das 1:1 gegen die Italiener weiter auf EM-Kurs. Sie führen mit zwei Punkten Vorsprung die Gruppe H vor Italien an. "Wir waren in der Früh auf dem Rasen, und es war nichts zu sehen. Das haben wir den Verantwortlichen auch gesagt", erklärte Vabanovic.

Er bot sogar den Rücktritt der Verbandsspitze an. "Falls sich unsere Probleme lösen, wenn wir zurücktreten, dann werden wir das tun." Denn kaum ein Länderspiel der Südost-Europäer vergeht, ohne dass es zu rechtsradikalen oder rassistischen Vorfällen kommt. Vor der WM in Brasilien hatte der ehemalige Bundesliga-Profi Josip Simunic nach der geglückten Qualifikation für die Titelkämpfe in Brasilien über das Stadionmikrofon die Parole "Za Dom - Spremni!" gerufen. Der umstrittene Ustascha-Gruß heißt übersetzt: "Für die Heimat - bereit!" Die Ustascha war ein 1929 gegründeter Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.

Obwohl Simunic während einer Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erklärte, dass er nicht die Absicht hatte zu beleidigen oder zu diskriminieren, sondern nur seine patriotischen Gefühle mit den Fans teilen wollte, waren die Sportrichter der Argumentation des Fußballers nicht gefolgt - Simunic wurde für zehn Spiele gesperrt und verpasste die WM in Brasilien.

2,3 Millionen Euro Strafgelder in sieben Jahren

Auch die vielen weiteren Strafen, die UEFA und FIFA wegen ähnlicher Vorfälle verhängten, brachten offenbar keine Lösung. Fußball in Kroatien scheint nationalistisch geprägt und politisch aufgeladen. Zoran Cyrk, der HNS-Sicherheitsbeauftragte, stellte fest, dass der kroatische Verband, Dinamo, Hajduk und Rijeka in den vergangenen sieben Jahren insgesamt 2,3 Millionen Euro Strafen wegen Hooligan-Vergehen zahlen mussten.

dpa | Stand: 13.06.2015, 16:09

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