Deutsches Trainer-Trio bleibt Ungarn erhalten

Ungarn qualifiziert sich für EM

Deutsches Trainer-Trio bleibt Ungarn erhalten

Das deutsche Trainer-Trio Bernd Storck, Andreas Möller und Holger Gehrke hat Ungarn zur ersten EM-Teilnahme nach 44 Jahren geführt. Persönlicher Lohn der drei: Sie reisen mit dem Team nun zur Endrunde in Frankreich.

"Europa, wir kommen!", titelte die Budapester Sportzeitung Mezeti Sport nach Ungarns Playoff-Erfolg gegen Norwegen. Die erste EM-Teilnahme nach 44 Jahren ist seit Sonntagabend (15.11.2015) fix - keine 24 Stunden später war auch die weitere Zusammenarbeit mit dem deutschen Trainer-Erfolgstrio Bernd Storck, Andreas Möller und Holger Gehrke gesichert. Der ungarische Verband einigte sich mit dem 52-Jährigen und seinen Co-Trainern auf eine Zusammenarbeit bis zum Ende des Turniers in Frankreich. "Herr Storck hat außergewöhnlich gute Arbeit geleistet. Wir planen langfristig mit ihm", sagte Ungarns Verbandspräsident Sándor Csányi am Montag (16.11.2015).

Pläne schon in der Schublade

Unmittelbar nach dem 2:1 gegen Norwegen hatte Storck, Ungarns Trainer und Sportdirektor in Personalunion, noch keine klare Ansage in Richtung persönliche EM-Teilnahme machen können oder wollen. Tags darauf freute er sich darüber, dass er "nach den sehr guten Erfahrungen mit Andy Möller und Holger Gehrke auch den nächsten Schritt" mit seiner Mannschaft machen darf. "Ich habe die Pläne für weitere Maßnahmen schon in der Schublade und werde darüber mit dem Präsidenten auch noch sprechen", sagte Storck dem "kicker". Möller meinte nach dem umjubelten Sieg am Sonntagabend: "Eins ist ganz klar, eine Europameisterschaft als Trainer mitzumachen, ist natürlich schon etwas Besonderes."

Priskin ebnet den Weg

Im entscheidenden zweiten Playoff-Spiel gegen Norwegen hatten Tamás Priskin (14.) und ein Eigentor von Markus Henriksen (83.) den Ungarn einen 2:1 (1:0)-Erfolg beschert. Henriksens Anschlusstreffer (87.) war für Norwegen zu wenig. Auch das Playoff-Hinspiel am vergangenen Donnerstag in Oslo hatten die Ungarn mit 1:0 für sich entschieden.

Möller: "Ein kleines Fußball-Wunder"

"Es ist ein kleines Fußball-Wunder", sagte Möller. "Die Jungs haben gekämpft wie die Löwen." Aber es sei angesichts der Anschläge in Paris "momentan schwer, über Fußball zu reden". Mit einer Schweigeminute hatten Spieler und Zuschauer vor Spielbeginn den Opfern der Terror-Anschläge gedacht. Die Teams liefen zudem mit einem Trauerflor auf. Eine große Feier gab es in Ungarn daher trotz der Qualifikation nicht. "Wir haben hier einen Trauertag", sagte Storck, der die "herausragende Leistung" seiner Elf lobte: "Der Verband hat so viel investiert in den vergangenen Jahren, aber es kam nie etwas dabei heraus. Das ist jetzt der nächste Schritt."

Priskin trifft in den Winkel

Früh hatte Stürmer Priskin in der intensiven Partie auf den Rängen Begeisterung ausgelöst. Mit einem Schuss in den rechten oberen Torwinkel überwand er Norwegens Torhüter Örjan Nyland vom FC Ingolstadt. Unglücklich für die Gäste fiel das 2:0: Henriksen lenkte den Ball ins eigene Tor, auch Nyland konnte nicht mehr retten. Bei den Norwegern lief anders als im Hinspiel der erst 16 Jahre alte Martin Ödegaard von Real Madrid diesmal von Anfang an auf, aber auch diese Umstellung half den Gästen nicht.

red/sid/dpa | Stand: 16.11.2015, 17:43

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