U21: Maximilian Arnold - Der Regisseur blüht auf

Maximilian Arnold im Einsatz für den DFB

Vor Finale gegen Spanien

U21: Maximilian Arnold - Der Regisseur blüht auf

Bei der U21-EM glänzt Maximilian Arnold nicht nur spielerisch, sondern profiliert sich auch erfolgreich als Anführer einer extrem talentierten Mannschaft. Seine Zukunft nach dem Turnier ist noch offen.

Der Vergleich mit Bastian Schweinsteiger ging Maximilian Arnold dann doch zu weit. "Von Bastian bin ich noch ein Stück entfernt. Er ist eine Legende für mich", sagte der Kapitän der deutschen U21-Fußballer, als er bei der EM in Polen auf den neun Jahre älteren Weltmeister angesprochen wurde.

Dabei zeigte der 23-jährige Arnold als laufstarker Abräumer und gewiefter Spielmacher ganz ähnliche Qualitäten wie Schweinsteiger. Nicht ohne Grund machte DFB-Trainer Stefan Kuntz den Mittelfeldspieler zu seinem EM-Kapitän. "Er ist ein Anführer auf und neben dem Platz, er hat mein volles Vertrauen", sagt Kuntz über Arnold. In Polen zahlte der Wolfsburger dieses Vertrauen zurück, übernahm die Chefrolle auf dem Platz und mischte sich auch ein, wenn einer seiner Mitspieler angegangen wurde - wie etwa Niklas Stark im Gruppenspiel gegen Italien (0:1).

"Zeigen, dass ich hier stehe"

"Wenn man sieht, wie die Italiener Nik ins Tor schubsen, dann weiß ich nicht, ob das zum Fußball gehört. Da wollte ich Präsenz zeigen", sagt Arnold zu der beispielhaften Szene, in der er sich ins Getümmel warf. "Wenn jemand gegen unseren Spieler geht, versuche ich da zu sein und zu zeigen, dass ich hier stehe", ergänzt er.

Arnold ist einer von nur drei Spielern, die schon bei der U21-EM 2015 dabei waren, die anderen sind Max Meyer und Serge Gnabry. In Tschechien spielte Arnold unter Horst Hrubesch jedoch keine einzige Sekunde, heute ist er unverzichtbar. "Vor zwei Jahren war ich unter dem Radar, jetzt bin ich Kapitän. Das hat sich von null auf hundert entwickelt, und ich genieße das", meint der Regisseur dazu.

Über die Grenzen hinaus - dank Magath?

Als U21-Kapitän tritt er in die Fußstapfen so illusterer Vorgänger wie Sami Khedira (2009) und Kevin Volland (2015). "Das letzte Mal Kapitän war ich in der U17 in Wolfsburg, das ist schon ein bisschen her. Das macht mich schon stolz", sagt Arnold, der das Amt als "absolute Ehre" bezeichnet. Besonders genieße er die Platzwahl, die sei "immer ganz lustig."

Und im Zweifel geht Arnold auch über seine Grenzen hinaus. Erst die lange Saison mit Wolfsburg, jetzt fünf Spiele in 13 Tagen, eigentlich müsste er längst urlaubsreif sein. "Da merkt man, was der Körper alles imstande zu leisten ist. Außerdem hatte ich Felix Magath als Trainer. Da lernt man, über Grenzen zu gehen", sagt er und grinst.

Im Schaufenster für Interessenten

Noch nicht ganz klar ist, ob Arnold auch kommende Saison für den VfL spielt. Vor der EM hatte es Spekulationen um einen Wechsel gegeben, Arnold verschob das Thema auf die Zeit nach dem Turnier. "Wenn man jetzt sagt: Ich wechsle nie und dann passiert doch etwas, steht man als unehrliche Haut da", sagte er damals.

Als es bei seinen lange abstiegsbedrohten Wölfen auf die Zielgeraden ging, war Arnold plötzlich nicht mehr gesetzt. In der Relegation und auch im letzten Saisonspiel gegen Hamburg kam er erst spät von der Bank. Der 23-Jährige hat die Europameisterschaft auf jeden Fall genutzt, um sich ins Blickfeld potenzieller Interessenten zu spielen. Dass ihm der Adler auf der Brust liegt und seine spielerischen Möglichkeiten enorm sind, hat er bei diesem Turnier jedenfalls schon bewiesen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 30.6., 22.50 Uhr

sid/red | Stand: 30.06.2017, 11:16

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