Deutsche U21 fast im EM-Halbfinale

U21-Europameisterschaft

Deutsche U21 fast im EM-Halbfinale

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat das Tor zum Halbfinale der EM in Polen weit aufgestoßen.

Das Team von DFB-Trainer Stefan Kuntz bezwang Dänemark am Mittwoch (21.06.2017) in Krakau völlig verdient mit 3:0 (0:0) und übernahm die Tabellenführung in Gruppe C. Der künftige Berliner Davie Selke (53. Minute), Marc-Oliver Kempf (73.) und Nadiem Amiri (80.) erlösten nach der Pause das über weite Strecken spielbestimmende, im Abschluss aber lange Zeit glücklose DFB-Team.

Konzentrierter Beginn

"Wir haben besser hinten raus gespielt, hatten mehr Kontrolle über das Spiel. Wir haben fast alles sehr gut umgesetzt", sagte Kuntz, mahnte aber: "Wir haben noch nichts erreicht." Torschütze Selke meinte: "Ich bin froh, dass ich den Dosenöffner machen konnte. Das war wichtig für das Team, nach dem Treffer sind wir besser ins Spiel gekommen."

Die deutschen Junioren gingen gegen Dänemark von Beginn an konzentriert zu Werke: Anders als beim 2:0 gegen Tschechien bestimmte die unveränderte deutsche Elf sofort das Geschehen, ließ den Ball lange durch die eigenen Reihen laufen und kam auch zu Chancen. Nach Vorarbeit von Jeremy Toljan schoss Mitchell Weiser von Hertha BSC nur knapp am linken Pfosten vorbei (11.).

Es fehlt nur das Glück

Deutschland blieb vor gut 9.000 Zuschauern auch in der Folge die wesentlich aktivere Mannschaft. Mit dem lauffreudigen Kapitän Maximilian Arnold, Ballverteiler Max Meyer und Weiser als Antreiber stieß das Team immer wieder bis zur Strafraumgrenze vor - dort war aber meist Endstation. Meyer (23.) fehlte ebenso wie Selke (28.) und Noch-Werderaner Serge Gnabry (41.) das nötige Glück. Von den unter Siegzwang stehenden Dänen, die in der Qualifikation neun von zehn Spielen gewonnen hatten, war in dieser Phase nur bei wenigen Kontern etwas zu sehen. Brenzlig wurde es, als der schnelle Andrew Hjulsager Torhüter Julian Pollersbeck mit einem Flachschuss zu einer Glanzparade zwang (31.). Gegen Tschechien hatte der Schlussmann des 1. FC Kaiserslautern noch zweimal gepatzt.

Große Erleichterung bei Selke

Nach der Pause änderte sich an dem Bild nicht viel: Mahmoud Dahoud mit einem Schuss aus 23 Metern (48.) und Selke (52.) vergaben weitere Chancen, ehe der Knoten endlich platzte. Der bis dahin glücklose Selke nahm sich aus 16 Metern ein Herz und hob den Ball über den dänischen Schlussmann hinweg ins lange Eck. Selke, der im ersten Spiel noch einen Elfmeter verschossen hatte, war die Erleichterung anzusehen, Kuntz klatschte an der Seitenlinie mit den Händen über dem Kopf.

Deutschland schaltete anschließend unnötigerweise einen Gang zurück, zweimal musste Pollersbeck (58./68.) in höchster Not retten. In der Partie ging es nun hin und her, auch Gnabry (69.) hätte aus zwei Metern Entfernung sein zweites Turniertor schießen müssen. Kempf mit einer Direktabnahme nach einer Ecke und Amiri machten schließlich alles klar.

Punktgewinn genügt

Am kommenden Samstag (24.06.2017) benötigen die deutschen Nachwuchsspieler nur noch einen Zähler aus dem dritten Vorrundenspiel gegen Italien, möglicherweise reicht sogar eine knappe Niederlage, um die Runde der letzten Vier zu erreichen. Anpfiff ist um 20.45 Uhr (Live-Ticker bei sportschau.de).

red/sid/dpa | Stand: 21.06.2017, 22:42

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