Deutsche U21 trotz Niederlage weiter

Italien - Deutschland 1:0 (1:0)

Deutsche U21 trotz Niederlage weiter

Von Christian Hornung

Spiel verloren, aber das Halbfinale gegen England erreicht: Für die deutsche U21 hat sich bei der Europameisterschaft das große Zittern gelohnt, obwohl es im letzten Gruppenspiel gegen Italien eine Niederlage gab.

Mitchell Weiser (l.) im Duell mit dem Italiener Domenico Berardi.

Mitchell Weiser (l.) im Duell mit dem Italiener Domenico Berardi.

0:1 (0:1) verlor die Mannschaft von Stefan Kuntz am Samstag (24.06.2017) in Krakau gegen die "Azzurri" und konnte dabei nur ganz selten an die Leistungen aus den beiden vorherigen Partien anknüpfen.

"PS nicht auf die Straße bekommen"

Ein zweiter Gegentreffer hätte das Aus bedeutet, weil dann der Status als bester Gruppenzweiter an die Slowakei gegangen wäre. Doch mit reichlich Glück und einem erneut herausragenden Julian Pollersbeck im Tor rettete die DFB-Elf das benötigte Ergebnis über die Zeit. Der Gruppensieg ging an die Italiener, weil sich Tschechien im Parallelspiel gegen Dänemark eine 2:4-Niederlage leistete.

"Wir haben die PS nicht auf die Straße bekommen", kommentierte Kuntz in der ARD. "Jetzt ist das Durchatmen wirklich sehr tief, ich denke aber, dass wir verdient im Halbfinale stehen."

Hitzig und kompliziert

So sah das auch Davie Selke: "Es war hitzig, es war ein sehr kompliziertes Spiel. Aber wir sind trotz des Rückstandes ruhig geblieben und haben es am Ende gut über die Zeit gebracht. Jetzt geben wir alles gegen die Engländer."

"Wir wissen alle, dass das nicht unser bestes Spiel war", sagte Kapitän Maximilian Arnold: "Am Ende zählt das Resulat. Und wir stehen im Halbfinale."

Fünf Änderungen bei Italien

Italiens Coach Luigi Di Biagio hatte sein Team gegenüber der Niederlage gegen Tschechien auf fünf Positionen verändert und begann ohne echten Zentrumsstürmer, Federico Bernadeschi rückte in die Angriffsmitte.

Kuntz hingegen setzte auf Bewährtes und ließ seine Elf auch im dritten Turnierspiel in derselben Formation auflaufen, lediglich Maximilian Arnold agierte etwas tiefer stehend als bei den Erfolgen gegen Tschechien und Dänemark.

Tor von Kempf aberkannt

Pech hatten die Deutschen in der sechsten Minute: Marc-Oliver Kempf hatte nach einem Freistoß von Arnold aus halblinker Position mit einem wuchtigen Kopfball eigentlich für die frühe Führung gesorgt. Das Schiedsrichtergespann um Slavko Vincic verweigerte dem Treffer aber die Anerkennung, obwohl Kempf nicht im Abseits stand - im Gegensatz zu Nebenmann Niklas Stark, der die Abwehr irritierte und damit als aktiv gewertet werden konnte.

Die Italiener wurden erstmals nach zwölf Minuten gefährlich, doch der Kopfball von Marco Benassi aus kurzer Distanz landete in den Händen von Pollersbeck. Deutlich mehr Probleme hatte der deutsche Keeper wenig später, als Lorenzo Pellegrini scharf aus 24 Metern abzog - doch auch da war Pollersbeck auf dem Posten.

Meyer und Dahoud zu sorglos

Die Partie, die die Deutschen dominant begonnen hatten, kippte mit diesen Torszenen aber immer mehr auf die Seite der Italiener. Das DFB-Team schaffte in dieser Phase nur noch wenig Entlastung, auch weil sich Max Meyer in der Vorwärtsbewegung zu oft festdribbelte, statt die freistehenden Kollegen einzubeziehen.

Verdient war deshalb die Führung der "Azzurri" nach einer halben Stunde. Mo Dahoud ging mit einem riskanten Zuspiel von Stark deutlich zu lässig um, verlor die Kugel am eigenen Strafraum - Bernadeschi bedankte sich mit einem für Pollersbeck unhaltbaren Flachschuss.

Weiser verfehlt knapp

Die Verunsicherung hielt zunächst auch in der zweiten Halbzeit an, allerdings ließ der Dauerdruck der Italiener ein wenig nach. Es dauerte aber bis zur 58. Minute, ehe die Deutschen mal wieder gefährlich wurden: Der bis dahin beinahe unsichtbare Davie Selke steckte durch auf Mitchell Weiser, doch dessen Schlenzer aus 18 Meter ging knapp neben das Tor.

Das weckte anscheinend den Kontrahenten wieder ein wenig auf, denn kurz danach musste Pollersbeck mit einer Klasse-Parade den Distanzschuss von Pellegrini aus dem linken Eck holen. Gegen Ende der Partie gingen beide Teams kein großes Risiko mehr ein - schließlich half das Ergebnis sowohl den Deutschen als auch den Italienern.

Tschechien verliert

Im Parallelspiel verlor Tschechien mit 2:4 (1:2) gegen Dänemark und vergab so jede Chance auf einen der beiden ersten Gruppenplätze. Lucas Andersen (23.), Kenneth Zohore (35., 73.) und Marcus Ingvartsen (90.+1) trafen für Dänemark, Patrik Schick (27.) und Tomas Chory (54.) erzielten Tschechiens Tore.

Stand: 24.06.2017, 22:51

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