Innenminister verstärken Druck
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Sicherheitskonzept im Fokus
Innenminister verstärken Druck
Die Innenminister von Bund und Ländern haben fünf Tage vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) erneut deutlich Position bezogen. "Die Ansage der Innenminister ist klar: Wir erwarten, dass die Vereine, der Verband und die Liga ihre Beiträge für die Sicherheit in den Stadien deutlich erhöhen", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitag (07.12.12) auf der Innenministerkonferenz in Rostock.
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Am Mittwoch sollen die Erst- und Zweitligisten über das DFL-Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" abstimmen. Fußballfans wehren sich gegen die darin enthaltenen verschärften Sicherheitsbestimmungen. Auch einige Vereine haben bereits Bedenken angemeldet. Die Politik sprach sich demonstrativ für die DFL-Strategie aus.
Auf der Tagung in Rostock verabschiedeten die Politiker einen Forderungskatalog. Darin verlangen sie eine Aufrüstung der Technik für Videoüberwachungen, die Ächtung der Pyrotechnik und eine Qualifizierung der Ordnungskräfte. Zudem soll es intensivere Einlasskontrollen sowie mehr Geld und einheitliche Standards für Fanprojekte geben. "Ich finde es nicht lustig, dass einige Vereine noch immer glauben, Gewalt in den Stadien sei eine Erfindung der Politik. Sie ist leider Realität an jedem Wochenende", sagte Friedrich.
Großer Polizei-Aufwand
Sollten die Vereine nicht ihren Pflichten nachkommen, müssten sie künftig für Polizeieinsätze in den Stadien zahlen. Dies sei ab er die "Ultima Ratio". Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) steht inzwischen jeder dritte Polizeieinsatz im Zusammenhang mit Fußballspielen. "Damit ist auch eine Ressourcenbindung erreicht, die man den Bürgern kaum noch erklären kann", sagte Jäger. Er mahnte die Vereine, ihre Aufgaben für eine verbesserte Sicherheit wahrzunehmen.
"Wir haben alle ein gemeinsames Interesse, Innenminister, Vereine, Fans aber auch die Verbände: Wir wollen, dass jeder Mensch, der sich am Samstag in das Stadion setzt, sich sicher fühlen kann, dass wir die wenigen gewaltbereiten Straftäter, die Idioten, aus diesen Arenen fernhalten", erklärte Jäger. Das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" sei ein Schritt in die richtige Richtung, müsse nun aber auch beschlossen und umgesetzt werden.
Vereine in der Pflicht
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann
"Fußball muss ein Familienfest bleiben", forderte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Dafür müsse es gelingen, die "Fußballchaoten, die echten Straftäter, zu isolieren, sie dingfest zu machen und dann aus den Stadien herauszuhalten". Schünemann sieht dabei die Vereine in der Pflicht. "Da ist die Verantwortung eindeutig gegeben."
Würden die Vereine dem nicht gerecht, seien zusätzliche Polizeikräfte nötig, deren Einsätze dann aber auch in Rechnung gestellt werden müssten. Die Minister erneuerten zudem die Forderung an die Vereine der drei Profiligen, für Fanprojekte von der neuen Spielzeit an mindestens zehn Millionen Euro bereitzustellen. Das Geld dazu sei unter anderm aus den erhöhten Fernseheinnahmen vorhanden.
dpa | Stand: 07.12.2012, 15:17