Werner sagt bei Löw ab

Nicht zur Nationalmannschaft: Timo Werner

Nationalmannschaft

Werner sagt bei Löw ab

Timo Werner wird auch der deutschen Nationalmannschaft noch nicht zur Verfügung stehen. Am Montag (02.10.2017) sagte der Stürmer von RB Leipzig bei Bundestrainer Joachim Löw ab. Immerhin steht jetzt fest, was die Überbelastung beim 21-Jährigen ausgelöst hat.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss zum Abschluss der WM-Qualifikation mit den Spielen in Belfast gegen Nordirland am Donnerstag und drei Tage später in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan (jeweils 20.45 Uhr) auf Timo Werner verzichten.

Immerhin ist jetzt raus, warum der Vielspieler und Überflieger in der vergangenen Woche im Champions-League-Auswärtspartie bei Besiktas Istanbul wegen Kreislaufproblemen ausgewechselt wurde. Zudem klagte der Angreifer über Atemnot und Schwindelgefühle.

Nationalelf macht keinen Sinn

Nun wurde bei Werner von Vereinsseite eine Blockade der Halswirbelsäulenmuskulatur und des Kiefergelenks als Folge von Überbelastung diagnostiziert. "Momentan ist an Spielen nicht zu denken. Wir müssen jetzt einfach schauen, dass Timo wieder gesund wird", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Sportdirektor Ralf Rangnick meinte: "Für mich macht es keinen Sinn, ihn zur Nationalmannschaft zu schicken."

Vielleicht war das alles zu viel für einen, der die ersten Wochen der neuen Saison prägte. Und womöglich ging auch alles ein bisschen zu schnell für einen, über den Mario Gomez nach der 6:0-Gala gegen Norwegen in Werners Heimat Stuttgart sagte, er könne für das nächste Jahrzehnt das deutsche Angriffsspiel dominieren. Wenige Tage später unterstrich der Draufgänger mit einem unnachahmlichen Solo in Hamburg seine Klasse. Doch dann breiteten sich offenbar jene Symptome aus, die auch Stressgeplagte gut kennen. Speziell am Kiefergelenk macht sich häufiger dauerhaft hohe Anspannung bemerkbar.

Mentale Extrembelastung

Der gebürtige Stuttgarter hat einen rasanten Aufstieg hinter sich, erst in Leipzig und spätestens seit dem Sommer auch im DFB-Team. Beim Confed-Cup-Sieg des Nationalteams in Russland wurde Werner nach drei Toren mit dem Goldenen Schuh des besten Angreifers ausgezeichnet. In acht Länderspielen hat er inzwischen sechs Treffer erzielt. Zuletzt im Schwabenland wurde er erstmals auch wieder außerhalb von Leipzig von den Fans lautstark gefeiert. Werner erschien eigens auf der Pressekonferenz, um seine Gemütslage zu schildern.

Sein Vereinstrainer Hasenhüttl hatte vor dem Köln-Spiel auch auf die Begleitumstände hingewiesen. Werner absolvierte nach dem Urlaub und einer verkürzten Vorbereitung praktisch jedes Spiel. "Man darf eines nicht vergessen. Ein Spiel in der Champions League oder mit der Nationalmannschaft ist schon eine mentale Extrembelastung. Und wenn ein Stürmer viele Tore schießt und dadurch einen positiven Stress erzeugt, ist das schön für den Stürmer, unterm Strich aber eine enorme Belastung", äußerte der Österreicher. Es könne darum sein, dass Dauerleister Werner "dem Ganzen jetzt ein bisschen Tribut zollt", vermutet Hasenhüttl. Wann der Irrwisch wieder fit wird, den angeblich auch Real Madrid ins Visier genommen hat, kann niemand wirklich sagen. Wie zu hören ist, wollen die Sachsen keinen weiteren Druck auf ihren wichtigsten Stürmer ausüben.

Löw gehen die Stürmer aus

Der Bundestrainer hat nun ein veritables Sturmproblem, muss er doch bereits auf den verletzten Mario Gomez verzichten. Und das gegen die unerschrockenen Nordiren, die im Windsor Park von Belfast ungeschlagen sind und in sieben von acht Quali-Spielen kein Gegentor bekommen haben. "Ein interessantes Spiel" erwartet Löw, dessen Mannschaft nach acht Siegen ein Unentschieden reicht, um das Ticket zur WM in Russland 2018 zu lösen.

Im Hinspiel vor genau einem Jahr gab es ein lockeres 2:0. Als Ersatz für Werner und Gomez stehen Lars Stindl, Sandro Wagner und der von Löw zurückgeholte Leroy Sané bereit. WM-Held Mario Götze wird nach seinem Comeback geschont, Alternativen wie Mark Uth oder Maximilian Philipp müssen auf die November-Spiele hoffen - Löw verzichtete wie üblich auf eine Nachnominierung.

red, sid, dpa | Stand: 02.10.2017, 14:49

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