Niederlande-Spiel als Zeichen gegen den Terror

Mats Hummels (r.) im Duell mit Arjen Robben

Trotz der Terroranschläge in Frankreich

Niederlande-Spiel als Zeichen gegen den Terror

Der Fußball soll stärker sein als der Terror von Paris. Mit dem Länderspiel am Dienstag (17.11.15) gegen die Niederlande wollen die deutschen Weltmeister gemeinsam mit der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel ein Zeichen setzen.

Nach zwei Tagen voller Unsicherheit, Angst und Trauer soll der Fußball siegen. Die deutschen Weltmeister treten zum letzten Länderspiel des Jahres gegen die Niederlande an - trotz oder gerade wegen der Anschläge von Paris, die sie bei der Begegnung mit Frankreich aus bedrückender Nähe miterlebt haben. Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. wollen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren Kabinett von Hannover ein klares Zeichen in die Welt senden: Der Fußball und die Freiheit sind stärker als der Terror. Das DFB-Team kommt am Montagmittag in Barsinghausen wieder zusammen. Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff werden sich um 13 Uhr bei einer Pressekonferenz zu der Partie am Dienstagabend in Hannover äußern.

Bundeskabinett mit dabei

Die Kanzlerin und sämtliche Minister werden das Spiel nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vor Ort in der Arena verfolgen. Die Entscheidung erfolge als "Zeichen der Solidarität". Der geschlossene Auftritt solle klarstellen: "Gerade jetzt dürfen und werden wir nicht weichen", erklärte Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD).

Für die deutsche Nationalmannschaft ist der Klassiker gegen Oranje nach den Vorkommnissen in der französischen Hauptstadt auch ein Schritt zurück in die Normalität. Hinter ihr liegt ein "Albtraum", wie sie das Geschehen im und um das Stade de France in ihrem offenen Brief nannte. Wegen der ungewissen Sicherheitslage mussten Spieler und Betreuer die Nacht im EM-Endspielstadion verbringen, wo ihre französischen Kollegen mit ihnen ausharrten. "Das war eine grandiose kameradschaftliche Geste", sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball.

Sechs Spieler nicht mehr dabei

Bundestrainer Joachim Löw hatte dem Team eine Auszeit verordnet, um die Ereignisse zu verarbeiten. Das gelang nur sehr langsam. "Ich bin immer noch fassungslos darüber, was passiert ist", schrieb Kapitän Bastian Schweinsteiger bei Twitter. Die Entscheidung, gegen die Elftal anzutreten, fiel auch unter dem Eindruck, dass Frankreich an seiner Begegnung mit England in London festhält. Allerdings gehören Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Jerome Boateng, Jonas Hector, Lukas Podolski und Leroy Sane nicht mehr zum nunmehr nur noch 18-köpfigen Aufgebot. Neuer, Podolski und Schweinsteiger erhalten vom Bundestrainer eine Pause, Hector fehlt wegen eines Pferdekusses im Oberschenkel, Boateng wegen einer Sehnenreizung in der rechten Kniekehle. Aus dem Kader des Spiels gegen Frankreich fehlt auch Youngster Sane. Der Schalker, der gegen den Gastgeber der kommenden EM sein Debüt gefeiert hatte, reiste wie vorgesehen zur U21-Nationalmannschaft, die am Dienstag (18 Uhr) das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich bestreitet.

Sicherheitskonzept wird überarbeitet

Der DFB will sein Sicherheitskonzept für das Länderspiel überarbeiten. Das bestätigte der Sicherheitsbeauftrage des DFB, Hendrik Große Lefert. "Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in Absprache mit den örtlichen Behörden ganz genau überprüfen und anpassen. Das ist ein schmaler Grat, und man muss für die Gefahren eine große Sensibilität haben. Aber wir werden ein Zeichen geben, dass sich die Zuschauer im Stadion sicher fühlen können", sagte Große Lefert.

"Kein Freundschaftsspiel wie jedes andere"

"Es darf nicht sein, dass der Terror siegt", hatte DFB-Interimschef Koch schon vorher den für ihn alternativlosen Kurs vorgegeben. Es dürfe natürlich kein Spiel der "La-Ola-Wellen" sein, betonte Koch. Es sei "kein Freundschaftsspiel wie jedes andere".

Hannover will das Länderspiel

Hannover sagt 'Ja' zum Länderspiel am Dienstag

WDR 2 | 15.11.2015 | 01:48 Min.

sid/dpa | Stand: 15.11.2015, 15:21

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