Deutschland siegt dank Müller in Schottland

Jubel bei der DFB-Elf

Schottland - Deutschland 2:3

Deutschland siegt dank Müller in Schottland

Angeführt von Thomas Müller hat Fußball-Weltmeister Deutschland aufopferungsvoll kämpfende Schotten bezwungen. Die EM-Qualifikation ist nach der kuriosen Partie greifbar nahe.

Die DFB-Elf gewann am Montag (07.09.15) in Glasgow gegen Schottland 3:2 (2:2) und festigte mit 19 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe D. Thomas Müller (18./34.) und Ilkay Gündogan (54.) erzielten die Tore. Die Gastgeber konnten vor 52.000 Zuschauern durch ein Eigentor von Mats Hummels (28.) und einen 16-Meter-Schuss von James McArthur (43.) zweimal ausgleichen.

Neuer kassiert zwei krumme Dinger

"Wir hatten vorne nicht viele Räume und haben bei den Standards Fehler gemacht", sagte Nationaltorwart Manuel Neuer. "Deshalb konnten die Schotten zweimal ausgleichen. Die beiden Gegentore ärgern uns. Trotzdem haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen jetzt so weitermachen und den Schwung mitnehmen." Neuer sah in seinem 60. Länderspiel bei beiden Gegentoren unglücklich aus: Beim ersten Gegentreffer klatschte er eine scharfe Freistoßflanke nach vorne ab und traf Hummels, der das Eigentor nicht mehr verhindern konnte. Allerdings sah Neuer den Ball erst spät und wurde durch den Schotten James Morrison irritiert. Dieser stand auch beim zweiten Gegentreffer im Blickfeld, sodass Neuer den 16-Meter-Schuss von McArthur nicht mehr parieren konnte.

Schottlands Trainer ist nicht unzufrieden

"Fußball ist manchmal mehr als ein Ergebnis, deshalb können wir stolz sein", sagte Schottlands Trainer Gordon Strachan. "Wir sind gegen den Weltmeister zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen, aber wenn du ihn schlagen willst, brauchst du auch Glück."

Fehlende Ideen

Deutschland fehlte es gegen das dichte Abwehrbollwerk der ultradefensiven Schotten - phasenweise verschanzten sie sich mit neun Spielern um den eigenen Strafraum - oftmals an Ideen. Trotz des hohen Ballbesitzanteils kam die deutsche Mannschaft zu selten zu klaren Chancen. "Es war ein schweres Spiel, weil Schottland nichts für ein gutes Spiel getan hat", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Sie haben auf Standardsituationen gesetzt, da haben wir zwei Tore kassiert. Ansonsten haben wir keine Chance aus dem Spiel zugelassen."

Müller überragt

Aber auf Torjäger Müller war Verlass: In der 18. Minute wurde sein harmloser Schuss von Russell Martin unhaltbar abgefälscht und in der 34. Minute nickte er nach einem Schuss von Emre Can den Abpraller von Torwart David Marshall ins Netz.

Zwei Tore und eine Vorlage

Müller war der überragende Mann auf dem Platz, riss immer wieder Lücken auf und strahlte die größte Torgefahr aus. Er krönte seine Leistung mit der Vorarbeit zum 3:2, als er Gündogan den Ball zurück in den Strafraum spielte, wo der Dortmunder mit links verwandelte.

Can wackelt erneut

Gündogan war die einzige Änderung von Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zum Polen-Spiel, für den Dortmunder musste Karim Bellarabi weichen. Gündogan präsentierte sich diesmal allerdings nicht so stark wie nach seiner Einwechslung gegen Polen, als er von Löw explizit gelobt worden war. Sein Tor war stark, aber vor dem zweiten Gegentreffer geriet seine Kopfballabwehr zu kurz. Rechtsverteidiger Can konnte auch in seinem zweiten Länderspiel nicht überzeugen und verursachte den Freistoß, der zum ersten Gegentreffer führte.

Ein Remis reicht

So war es am Ende ein mühsamer Arbeitssieg der deutschen Mannschaft, der am vorletzten Spieltag am 8. Oktober in Dublin gegen den Tabellendritten Irland ein Unentschieden zur Qualifikation reicht. Deutschland hat zwei Punkte Vorsprung auf Polen, das 8:1 gegen Gibraltar gewann. Irland liegt nach einem 1:0-Sieg gegen Georgien vier Zähler hinter dem Weltmeister.

dpa/sid/red | Stand: 07.09.2015, 22:41

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