Einzelkritik - Gomez gelingt Comeback

Einzelkritik - Gomez gelingt Comeback

Angreifer Mario Gomez feiert ein gelungenes Comback, Thomas Müller und Mesut Özil haben dagegen einen schwachen Tag erwischt. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

Manuel Neuer

Manuel Neuer (Tor): Der 29-Jährige wird in der ersten Hälfte kaum geprüft, auch wenn sich die Engländer mehrfach gefährlich seinem Tor nähern, ihre Abschlüsse sind allerdings viel zu ungenau. Umso überraschender, dass sich Neuer in den ersten 45 Minuten gleich zwei Abspielfehler leistet, als er den Ball wieder ins Spiel bringen will. Zu Beginn der zweiten Hälfte muss Neuer bei einem Flachschuss von Dele Alli eingreifen. Beim ersten Gegentreffer von Harry Kane ist Neuer dann allerdings machtlos. Im Anschluss mit einer starken Fußparade gegen Danny Welbeck, den genialen Ausgleichstreffer von Jamie Vardy kann er aber nicht mehr verhindern. Und auch beim dritten Treffer der Engländer durch Dier kann Neuer nichts machen. Ein bitterer Abend für den Torhüter.

Manuel Neuer (Tor): Der 29-Jährige wird in der ersten Hälfte kaum geprüft, auch wenn sich die Engländer mehrfach gefährlich seinem Tor nähern, ihre Abschlüsse sind allerdings viel zu ungenau. Umso überraschender, dass sich Neuer in den ersten 45 Minuten gleich zwei Abspielfehler leistet, als er den Ball wieder ins Spiel bringen will. Zu Beginn der zweiten Hälfte muss Neuer bei einem Flachschuss von Dele Alli eingreifen. Beim ersten Gegentreffer von Harry Kane ist Neuer dann allerdings machtlos. Im Anschluss mit einer starken Fußparade gegen Danny Welbeck, den genialen Ausgleichstreffer von Jamie Vardy kann er aber nicht mehr verhindern. Und auch beim dritten Treffer der Engländer durch Dier kann Neuer nichts machen. Ein bitterer Abend für den Torhüter.

Emre Can (Abwehr): Den Test von Bundestrainer Joachim Löw, Emre Can als Rechtverteidiger aufzubieten, hat der Spieler bestanden. Auch wenn Can in manchen Situationen noch etwas mit dieser Rolle fremdelt, weil der eigentliche Mittelfeldspieler diese fast zu offensiv interpretiert, könnte er sich auf dieser Position durchaus Hoffnungen auf eine Teilnahme an der EM in Frankreich machen. Auf der rechten Außenbahn versucht er das deutsche Spiel mit vielen Sprints und einigen Flanken in den englischen Strafraum anzutreiben. Angreifer Mario Gomez ist jedenfalls mehrfach froh über Can's Flanken. Und zum Erlernen des optimalen Positionsspiels in der Defensive hat der 22-Jährige bis zum Turnierbeginn ja noch ein paar Wochen Zeit.

Antonio Rüdiger (Abwehr): Der Innenverteidiger erfüllt seine defensiven Aufgaben insgesamt zufriedenstellend. Rüdiger ist gegen die Engländer aber vor allem derjenige, der die deutschen Offensivaktionen mit Flachpässen in das Mittelfeld einleitet. Der 23-Jährige ist dabei sehr bemüht, die Vorgaben von Bundestrainer Löw umzusetzen, der ihm offenbar vor dem Spiel ein Verbot von langen, hohen Bällen ausgesprochen hat. In seine pflichtbewussten Zuspiele reihen sich zwar einige Fehlpässe ein, dennoch empfiehlt er sich mit einer unaufgeregten und soliden Leistung als EM-Option.

Mats Hummels (Abwehr): In den 45 Minuten, in denen Mats Hummels im Spiel ist, kann der Innenverteidiger keine sonderlichen Akzente setzen. Sein Stellungsspiel ist so gut wie eh und je, sein Aufbauspiel so elegant und überzeugend wie man den Dortmunder schon lange kennt. Entscheidende Erkenntnisse wird wohl niemand aus diesem Auftritt ziehen können. Aber das ist auch nicht das Ziel dieses Einsatzes.

Jonathan Tah (Abwehr): Der Leverkusener kommt für Hummels in die Begegnung und feiert damit sein Debüt in der Nationalmannschaft. Dass ausgerechnet die beiden Gegentreffer in der Zeit fallen, in der Tah auf dem Platz steht, hat aber nichts mit seinem Einsatz zu tun. Tah zeigt sich auch gegen die Engländer so robust, wie er es bei der Werkself regelmäßig zeigt. Der 20-Jährige wird noch häufiger im Nationalteam zum Einsatz kommen.

Jonas Hector (Abwehr): Der Kölner Linksverteidiger bleibt sich auch in diesem Spiel treu - spektakuläre Aktionen sind von Jonas Hector nicht zu erwarten. Allerdings auch keine entscheidenden Fehler. Gegen die Engländer bietet sich der 25-Jährige auf der Außenbahn häufig als Anspielstation an, setzt auch drei- viermal zum Sprint und zur Flanke an, seinen Zuspielen fehlen - zumindest in dieser Partie - aber die nötige Schärfe und Genauigkeit.

Toni Kroos (Defensives Mittelfeld): Toni Kroos benötigt längere Zeit, um sich mit dieser Partie und den aggressiven Engländern anzufreunden. Nach gut 15 Minuten spielt der 26-Jährige den ersten seiner gefürchteten Diagonalbälle. Danach ist der offensivere der beiden deutschen "Sechser" so präsent, wie man es von ihm erwartet und der Taktgeber der deutschen Elf. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Kroos das 1:0 per Distanzschuss erzielt. In der zweiten Hälfte lässt Kroos allerdings nach, worunter das gesamte deutsche Spiel leidet.

Sami Khedira (Defensives Mittelfeld): Khedira ist mit dem Anpfiff mitten drin in der Partie. Er gewinnt von Beginn an viele Zweikämpfe und schaltet sich bereits in der Anfangsphase gefährlich mit in den Angriff ein. Das Spiel des 28-Jährigen ist zwar bei Weitem nicht so spektakulär wie das seines "Sechser"-Kollegen Kroos, aber mindestens genauso wertvoll. Auch in einem solchen Testspiel spult Khedira Kilometer um Kilometer ab. Und hat auch die Kraft und das Auge für seine Mitspieler. Seine Flanke auf Gomez vor dem 2:0 ist exzellent. Aber es gibt auch Schattenseiten: Sein Fehlpass kurz vor Schluss ist dagegen katastrophal und leitet beinahe frühzeitig die Niederlage der deutschen Elf ein. Und auch Sami Khedira kann sein Niveau nicht über die gesamte Spielzeit halten.

Thomas Müller (Offensives Mittelfeld): Das ist sicher nicht der Thomas Müller, der in den letzten Wochen beim FC Bayern mit seinen entscheidenden Treffern für Furore sorgt. Der Münchner Offensivspieler ist nicht mehr als eine Anspielstation im deutschen Team. Von seiner Offensivstärke, von seinen ungewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten ist in dieser Begegnung nichts zu sehen. Aber auch Thomas Müller hat mal einen schwachen Tag.

Mesut Özil (Offensives Mittelfeld): Eine sehr dezente Vorstellung von Mesut Özil. Seine Genialität blitzt an diesem Abend so gut wie nie auf. Es ist nicht so, dass der Mittelfeldspieler sich nicht bemüht, aber gelingen will ihm kaum etwas. Dass er beim Anschlusstreffer der Engländer einen Schritt zu spät kommt, ist bezeichnend für seine Leistung. Die gute Nachricht ist, dass die Mannschaft viel mehr von Mesut Özil verlangen kann und er sich bei der EM deutlich steigern wird.

Marco Reus (Offensives Mittelfeld): Ein unauffälliger Auftritt des linken und flinken offensiven Mittelfeldspielers. Reus findet nie so richtig in die Partie, das Spiel läuft zumeist an dem Dortmunder vorbei. So ist es wohl auch zu erklären, dass der eigentliche Torjäger Reus eine gute Einschussmöglichkeit Mitte der ersten Hälfte beinahe kläglich vergibt. Es ist nicht der Abend des Marco Reus, der nach 64 Minuten ausgewechselt wird.

André Schürrle (Offensives Mittelfeld): Schürrle kommt nach 64 Minuten für Reus in die Partie, um mehr Schwung über die linke Seite zu bringen. Dies gelingt ihm allerdings nicht. Der Wolfsburger spielt sehr unauffällig mit und verliert auch noch das entscheidende Kopfballduell gegen Eric Dier. Das ist kein überzeugender Kurzauftritt.

Mario Gomez (Angriff): Fast vier Jahre hatte Mario Gomez kein Länderspiel mehr bestritten. Nun ist er zurück als der zentrale Mittelstürmer, der eigentlich schon immer war. Gegen England in der ersten Hälfte lange Zeit unauffällig, bis er sich einmal geschickt in den Rücken der gegnerischen Abwehr fallen lässt und aus der Drehung zur vermeintlichen Führung trifft - allerdings wird fälschlicherweise auf Abseits entschieden. Gomez' Anwesenheit verändert das deutsche Spiel, weil die Mitspieler wieder regelmäßig dazu übergehen, in den gegnerischen Strafraum zu flanken, anstatt sich mit vielen Pässen durchzuspielen. So fällt auch sein Kopfballtreffer zum 2:0 - nach Flanke von Khedira. Ein trotz der Niederlage gelungenes Comback von Gomez.

Weitere Auswechslungen: Lukas Podolski (ab 76. für Müller) und Mario Götze (ab 80. für Gomez) können keine Akzente mehr setzen.

Stand: 26.03.2016, 22:40 Uhr

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