Einzelkritik - Götze meldet sich stark zurück

Einzelkritik - Götze meldet sich stark zurück

Mario Götze hat nach langer Verletzungspause gegen Italien nachgewiesen, über welche großen Möglichkeiten er verfügt. Aber auch Toni Kroos konnte in einem starken deutschen Team überzeugen.

Deutschlands Torhüter Marc-Andre ter Stegen (r) gegen Italiens Simone Zaza

Marc-André ter Stegen (Tor): Ein ruhiger Abend für Marc-Arndré ter Stegen: In der ersten Hälfte hatte der Torhüter gar keinen Ball parieren müssen, erschreckte aber dennoch die Zuschauer, weil er sich gleich zweimal durch unsaubere Ballannahmen in Probleme gegen heranstürmende italienische Angreifer brachte und den Ball in letzter Sekunde mit einem Befreiungsschlag klären konnte. In der zweiten Hälfte war er ähnlich arbeitlos, leistete sich auch keine persönlichen Unsicherheiten mehr. Beim Gegentreffer kurz vor Schluss war er aber chancenlos, weil sein Kollege Antonio Rüdiger den Ball unhaltbar abfälschte.

Marc-André ter Stegen (Tor): Ein ruhiger Abend für Marc-Arndré ter Stegen: In der ersten Hälfte hatte der Torhüter gar keinen Ball parieren müssen, erschreckte aber dennoch die Zuschauer, weil er sich gleich zweimal durch unsaubere Ballannahmen in Probleme gegen heranstürmende italienische Angreifer brachte und den Ball in letzter Sekunde mit einem Befreiungsschlag klären konnte. In der zweiten Hälfte war er ähnlich arbeitlos, leistete sich auch keine persönlichen Unsicherheiten mehr. Beim Gegentreffer kurz vor Schluss war er aber chancenlos, weil sein Kollege Antonio Rüdiger den Ball unhaltbar abfälschte.

Antonio Rüdiger (Abwehr): Der 23-Jährige spielte in der Anfangsphase wie aufgezogen und wirkte hoch motiviert. Rüdiger wollte sich, wie bereits gegen die Engländer, nachhaltig für eine Nominierung für die EM empfehlen. Und diese Bewerbung dürfte Bundestrainer Löw annehmen. Gewohnt robust und zweikampfstark versuchte Rüdiger, auch im Spielaufbau seine Fehler zu minimieren. Das gelang ihm und er zeigte über die gesamte Spielzeit eine vielversprechende Leistung, auch wenn er den Distanzschuss von El Shaarawy kurz vor Schluss unhaltbar abfälschte.

Skhrodan Mustafi (Abwehr): Der 23-Jährige spielte ähnlich unauffällig wie seine direkten Nebenleute Antonio Rüdiger und Mats Hummels. Aber auch das ist für diese Begegnung eher ein positives Zeichen, weil auch Mustafi seine Aufgaben unaufgeregt und souverän meisterte. Ordentlicher Auftritt des Innenverteidigers, der in dieser Partie nichts anbrennen ließ.

Mats Hummels (Abwehr): Mats Hummels schien sich für die Begegnung gegen die Italiener vorgenommen zu haben, noch dezenter aufzutreten, als er es drei Tage zuvor in Berlin schon getan hatte. Doch trotz aller Zurückhaltung löste Hummels sämtliche Aufgaben durch sein außergewöhnliches Stellungsspiel und sein routiniertes Zweikampfverhalten geradezu perfekt. Vorstöße in die Offensive unterließ er weitestgehend, wohl auch, weil seine Vorderleute ihm dazu keinen Anlass gaben.

Jonas Hector (linkes Mittelfeld): Ein typisches Spiel von Jonas Hector: Der Kölner ist eine verlässliche Komponente dieses Teams. Gegen Italien war der 25-Jährige auf der linken Seite wegen der Dreier-Abwehrkette noch offensiver aufgestellt als gegen England. Trotzdem hielt er sich zunächst mit Vorstößen zurück, kümmerte sich um seine defensiven Aufgaben. Erst in der zweiten Hälfte, als sich sein Vordermann Draxler auf den Weg machte, schaltete er sich energisch mit in den Angriff ein und verwandelte die Vorlage Draxlers mit einem schönen Schuss ins italienische Tor. Hector dürfte für die EM gesetzt sein. Das hat er mit dem Spiel gegen die Italiener unterstrichen.

Toni Kroos (Def. Mittelfeld): Wie bereits gegen England ein erneut sehr ordentlicher Auftritt von Toni Kroos - und diesmal über die gesamten 90 Minuten. Und wieder der Treffer zum 1:0 von ihm aus der Distanz. Der 26-Jährige bestimmt auch gegen die Italiener wie selbstverständlich den Takt der deutschen Elf, ist Lenker und Denker für seine Kollegen. Alle, die es mit dem deutschen Team gut meinen, müssen hoffen, dass Kroos bis zur EM unverletzt bleibt. Wohl einer der wichtigsten Spieler dieser Elf.

Sebastian Rudy (rechtes Mittelfeld): Sein Wille war ihm anzusehen, mit einer guten Leistung Eindruck bei den Teamverantwortlichen zu hinterlassen. Der 26-Jährige spulte auf der rechten Seite ein großes Laufpensum ab, allerdings schlichen sich zunächst einige Fehler und Unsicherheiten in sein Passspiel ein. Der Hoffenheimer war vor allem in der Anfangsphase nervös. Im Laufe des Spiels, nach 15 Minuten, hatte er seine Nerven dann aber besser im Griff und trieb das deutsche Spiel voran. In der Defensive agierte Rudy zudem die gesamte Spielzeit über sehr solide. Dass er auch noch den Elfmeter zum 4:0 herausholte, zeugte von seinem nimmermüden Einsatz an diesem für ihn gelungen Abend.

Thomas Müller (Off. Mittelfeld): Es steckte tatsächlich der Thomas Müller im Nationaltrikot, der zuletzt auch beim FC Bayern für Furore gesorgt hatte. Gegen die Engländer schien es noch so zu sein, als hätte Müller seinen bisher unbekannten und deutlich untalentierteren Zwillingsbruder geschickt. Gegen die Italiener war er wieder dieser agile, nicht auszurechnende rechte Außenbahnspieler, der vor allem seinen Gegnern und manchmal wohl auch sich selbst unlösbare Rätsel aufgibt. Beide Treffer bereitete Müller in der ersten Hälfte vor. Und auch sonst war er kaum aufzuhalten - bis zur 68. Minute, in der er ausgewechselt wurde.

Mesut Özil (Off. Mittelfeld): Ein paar Highlights gibt es im Spiel von Mesut Özil immer. Etwa, als er ein Ball vor dem 2:0 direkt auf die rechte Außenbahn lupfte. Ansonsten laufstark und engagiert. Dass Özil den Elfmeter zum 4:0 eiskalt verwandelte, dürfte kaum jemanden gewundert haben. Gute Nerven hatte der 27-Jährige schon immer. Eine gute, wenn auch keine herausragende Leistung von Özil.

Julian Draxler (Off. Mittelfeld): Der Wolfsburger hatte sehr laufstark begonnen und schien sich sofort in den Mittelpunkt spielen zu wollen. Anfänglich hatte Draxler viele Ballkontakte und Aktionen, bei denen sein besonderes technisches Vermögen aufblitzte. Allerdings verglühte dieser Willen nach gut 20 Minuten bereits wieder. In der Folge spielte Draxler ordentlich mit, ohne allerdings seine außergewöhnlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Erst mit Beginn der zweiten Hälfte hatte Draxler seine Kraft und seinen Mut plötzlich wiedergefunden und mit seiner Dynamik das 3:0 vorbereitet. Eine sehr ordentlicher Auftritt von Draxler, mit dem er der EM in Frankreich deutlich näher gekommen sein dürfte.

Mario Götze (Angriff): Mario Götze ist wieder da - zumindest im Nationalteam. 60 Minuten lang konnte der Münchner zeigen, welch außergewöhnliches Talent in ihm schlummert. Am Anfang der Partie suchte der 23-Jährige noch ein wenig nach der Bindung zu seinen Mitspielern, ehe er aufdrehte. Götze, als einziger Stürmer aufgeboten, krönte sein läuferisches Engagement zunächst mit dem 2:0 - per Kopfball. In der zweiten Hälfte half er mit einem sehenswerten Hackentrick mit, das 3:0 vorzubereiten. Dieser Abend dürfte den zuletzt so in die Kritik geratenen Spieler des FC Bayern wieder neues Selbstbewusstsein verleihen.

Marco Reus (ab 61. Minute für Götze): Der Dortmunder reihte sich problemlos in die gute deutsche Mannschaft ein, ohne allerdings besonders aufzufallen oder sich noch eine Torchance zu erspielen. Die später eingewechselten Emre Can (ab 69. Min für Müller.), Matthias Ginter (ab 85. Min für Hector) Kevin Volland (ab 85. Min für Draxler) und Christoph Kramer (ab 90. Min für Kroos) konnten ebenfalls keine Akzente mehr setzen.

Stand: 29.03.2016, 22:43 Uhr

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