Deutschland gegen England - was bisher geschah

Deutschland gegen England - was bisher geschah

Deutschland gegen England, das ist nicht irgendeine Begegnung. Ein Blick in die Archive vor dem 34. Aufeinandertreffen bringt legendäre Spiele zutage.

Das berühmte Wembley-Tor

WM-Finale 1966 (2:4 n.V.): In Deutschland ist es das "Wembley-Tor", in England "the third goal". Das Tor, das zumindest in England die meisten Fans für eines halten, ist bis heute umstritten. Der "Treffer" zum 3:2 für England in der Verlängerung bereitete den Weg zum WM-Titel Englands. Bis heute versuchen Universitäten beider Länder, in Studien den Beleg für die eine oder andere Sichtweise zu liefern.

WM-Finale 1966 (2:4 n.V.): In Deutschland ist es das "Wembley-Tor", in England "the third goal". Das Tor, das zumindest in England die meisten Fans für eines halten, ist bis heute umstritten. Der "Treffer" zum 3:2 für England in der Verlängerung bereitete den Weg zum WM-Titel Englands. Bis heute versuchen Universitäten beider Länder, in Studien den Beleg für die eine oder andere Sichtweise zu liefern.

Aber eine international anerkannte, endgültige Klärung ist wohl nicht mehr zu erwarten. Neben den englischen Spielern, die 1966 den bislang einzigen großen Titel Englands feierten, gab sich später übrigens überraschend auch der deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke sicher: "Jeder hat gesehen, dass der Ball im Netz gezappelt hat!" Nun ja ...

WM-Viertelfinale 1970 (3:2): Wie schon im Finale 1966 verspielte England auch 1970 gegen Deutschland eine 2:0-Führung. Franz Beckenbauers Tor und Uwe Seelers legendärer Treffer mit dem Hinterkopf stellten das 2:2 her.

Diesmal reichte es für England nicht zum Sieg. "Wir hatten noch was gutzumachen", sagte Seeler mit Blick auf 1966. Gerd Müller traf in der Verlängerung zum entscheidenden 3:2. Am Ende reichte es zu Platz drei bei der WM.

EM-Viertelfinale 1972 (3:1, 0:0): Die EM wurde damals erst ab dem Halbfinale in einem Land ausgetragen, die Runden zuvor in Hin- und Rückspiel. Das Hinspiel im Viertelfinale brachte den ersten deutschen Sieg in Wembley. Besonders Günter Netzer und Franz Beckenbauer lieferten ein großes Spiel, das Netzer als "das größte an Spaß, was ich mir vorstellen konnte" beschrieb.

Die Mannschaft wurde später Europameister und gilt als eine der besten aus Deutschland aller Zeiten. "Um diese Mannschaft muss die ganze Welt Deutschland beneiden", sagte der damalige UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr (links im Bild bei der Pokalübergabe an Franz Beckenbauer).

WM-Halbfinale 1990 (1:1, 4:3 i.E.): Erst weinte Paul Gascoigne wegen seiner zweiten Gelben Karte, die ein mögliches Finale für ihn verhindert hätte. Später weinte Stuart Pearce, nachdem er den dritten Elfer gegen Bodo Illgners Knie schoss und danach auch Chris Waddle versagte. Deutschland erreichte das Endspiel gegen Argentinien in Rom.

Englands Gary Lineker erzählt und twittert bis heute eine ganze Menge - aber ein Satz im Frust nach dem Spiel in Turin bleibt legendär: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen."

EM-Halbfinale 1996 (1:1, 6:5 i.E.): England und die Elfmeter. Gegen Spanien hatte die Mannschaft im Viertelfinale gerade erstmals (und letztmals, Stand 23. März 2016) ein Elfmeterschießen für sich entschieden. Gegen Deutschland wollte Stuart Pearce die bösen Geister von 1990 vertreiben. Wie damals schoss er den dritten Elfmeter - und traf diesmal. Sein neuer Spitzname wurde "Psycho".

Gareth Southgate half bei der Bewältigung des Traumas von Pearce allerdings nicht mit, er scheiterte in Wembley an Andreas Köpke. Deutschland zog ins Finale gegen Tschechien ein und wurde Europameister. Immerhin machten Pearce und Southgate ihre Fehlschüsse später mit Werbespots für eine Pizzakette zu Geld.

EM-Vorrunde 2000 (0:1): "Es wird Zeit", sagte Alan Shearer vor dem Spiel. Seit 1966 hatte England nicht mir in einem Wettbewerbsspiel gegen Deutschland gewonnen. Und der Mann ließ Taten folgen, er erzielte das einzige Tor des Spiels in Charleroi.

"Wir konnten das, was wir uns vorgenommen haben, nicht ganz umsetzen", sagte Lothar Matthäus. Die Aussage kann man für das gesamte Turnier beider Mannschaften gelten lassen, denn beide schieden in der Vorrunde aus, während Rumänien und Portugal ins Viertelfinale einzogen.

WM-Qualifikation 2001 (1:0): Das alte Wembley sollte einem protzigen Neubau weichen. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ergab die Möglichkeit eines würdigen Abschiedsspiels - das die Gäste aus Deutschland durch ein Freistoßtor von Dietmar Hamann frecherweise gewannen. Kevin Keegan musste als Trainer der englischen Mannschaft zurücktreten.

Später sollte eine Online-Abstimmung über den Namen der Brücke vor dem neuen Stadion entscheiden. Der von deutschen Scherzbolden eingereichte Vorschlag "Dietmar Hamann Bridge" wurde jedoch wenig überraschend abgewiesen, sie heißt nun "White Horse Bridge".

WM-Qualifikation 2001 (1:5): München - es war die wohl größte Genugtuung für die englischen Fans. Carsten Jancker hatte die Führung für Deutschland erzielt, aber drei Tore von Michael Owen und eines von Steven Gerrard versetzten England schon zur Pause in einen Freudentaumel. Emile Heskey - ein bei den englischen Fans nicht immer beliebter Spieler - sorgte für das 5:1 und die Vorlage eines Fangesangs: "Five - one, even Heskey scored!"

Die deutsche Mannschaft hätte durch dieses Spiel beinahe erstmals eine Qualifikation für ein großes Turnier verspielt. Doch über die Playoffs gegen die Ukraine ging es doch noch zur Endrunde nach Japan und Südkorea, wo es immerhin zum Finaleinzug reichte - England schied trotz des Triumphs von München im Viertelfinale aus.

WM-Achtelfinale 2010 (4:1): Das Schicksal hat Humor: Deutschland führte mit 2:1, als Frank Lampard schoss, der Ball von der Unterkante der Latte deutlich hinter die Linie prallte und der Schiedsrichter trotzdem nicht auf Tor entschied - Wembley andersherum. "Ich habe bei dem Schuss von Lampard nur auf den Ball geschaut, ihn mir schnell geschnappt und weitergespielt", sagte Torwart Manuel Neuer später. "Wenn ich nach rechts und links geschaut hätte, hätte es sich der Schiedsrichter vielleicht überlegt."

Englands Trainer Fabio Capello klagte anschließend zurecht: "Das Spiel wäre nach dem 2:2 völlig anders verlaufen." Tat es aber nicht - Deutschland gewann mit 4:1 und schied im Halbfinale gegen Spanien aus.

Freundschaftsspiel 2013 (1:0): Das bislang letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften blieb kein besonderes Glanzlicht in der Geschichte des Klassikers. Per Mertesacker, Profi in London beim FC Arsenal, sicherte mit seinem Kopfballtor den 1:0-Sieg. Das Spiel wurde vor allem von Experimenten der Trainer geprägt, es gab insgesamt elf Spielerwechsel.

Bei der EM in Frankreich können beide Mannschaften schon im Achtelfinale erneut aufeinandertreffen. Die Gesamtbilanz bisher: In 33 Spielen gewann Deutschland zwölf Mal, England 15 Mal.

Stand: 23.03.2016, 08:00 Uhr

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